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Soli, die Nähmaschine

Durch die Sommerpause war die Reise von Eva nach Island noch gar nicht zu Ende erzählt. Ich möchte Euch die letzten Tage und die herrlichen Fotos nicht vorenthalten. Kommt mit nach Island!

Freitag 26.06.15, dritter Reittag

„Ich war seit 4h morgens wach, wälzte mich viel herum.

Als ich dann aufstand, war ich leicht benebelt im Kopf, was sich aber bald gab. Um acht war Frühstück angesetzt, aber als wir um acht an den Tisch kamen, waren alle schon so gut wie fertig. Und dieses Gefühl von Hektik setzte sich dann auch fort, bis wir alle auf unseren Pferden saßen. Ich weiß gar nicht, warum das heute Morgen so war. Dumm war auch, dass ich zwei Tassen Kaffee getrunken hatte, das erwies sich als nicht ganz so schlau, denn ich musste nach dem Abritt auch schon bald Pipi. Es ist überhaupt immer gut, auf so einer Tour prophylaktisch Pipi zu machen, obwohl ich sagen muss, dass doch oft angehalten wurde.

Freitag vormittag ,ich reite mit Nonni direkt hinter der erde

Nonni hat ein Auge auf die Herde.

Meine Bedenken waren ja, dass die Herde so vorwärts treibt, was aber gar nicht der Fall ist. Vorne reitet eine Gruppe und hinten eine und die Herde wird sehr gut gesteuert. Ich bin überrascht, wie gut es funktioniert. Ich bekam zuerst das Pferd mit der hellen Schnuppe am Maul, Christina sagte er töltet sehr schön, aber ich kam mit diesem Pferd nicht überein. Vielleicht lag es am Tempo vorne, ich ritt vor der Herde. Es war ein Wechsel zwischen Schritt, Trab und Tölt und ich empfand es irgendwann als anstrengend, denn ich bekam das Pferd nicht dauerhaft in den Tölt. Vielleicht ist meine Erwartung aber auch zu hoch. Die Pferde laufen nicht automatisch nur im Tölt. Das was ich am Nachmittag hatte, Soli, trabte dann nur. Es war mir unmöglich, dieses Pferd in den Tölt zu bekommen, auch Galopp ging nicht. Aber ich gewöhnte mich daran, es war nicht so hoppelig. Wenn wir schneller trabten, trabte Soli wie eine Nähmaschine, unglaublich schnell. So unterschiedlich die Pferde auch sind, ich mochte bisher alle, sie sind alle sehr lieb und umgänglich, keine Macken. Wir ritten durch karge Lavalandschaft. Bevor wir an unserer Hütte ankamen, machten wir nochmal einen langen Stop. Soli frass erst und dann döste er vor sich hin.

Kurz nach der Ankunft ging ich ans Wasser, um mich etwas zu waschen. Man kann sich daran gewöhnen, sich mit kaltem Wasser zu waschen. Es ist ein ganz anderes Gefühl, erfrischend und wohlig. Dort saß ich noch eine Weile, gönnte mir eine Dose isländisches Bier und beobachtete 2 Schwäne. Das Abendessen war wieder total lecker. Lammkotelett gegrillt mit Kartoffeln und Bohnen mit Speck.

Lecker Lamm mit grünen Bohnen und Speck.

Lecker Lamm mit grünen Bohnen und Speck.

Also Stefan kocht wirklich sehr, sehr lecker. Nach dem Essen wurde gesungen, Nonni saß neben mir und hängte sich da richtig rein. Es wurden isländische, dänische, schwedische, englische und deutsche Lieder gesungen.

Heute hatten wir Doppelzimmer. In unserem Zimmer lagen noch Matratzen, und so legte ich zwei übereinander, was sich als ganz gut erwies. Trotzdem schlafe ich nie durch, ich bin abends müde in den Augen.Wenn ich dann morgens aufwache, bekomme ich die Augen kaum auf. Kommt wahrscheinlich von dem Wind. Kalt duschen hilft da prima! Gestern Abend regnete es das erste mal ein bisschen, aber heute Morgen ist es wieder trocken, wir haben unwahrscheinliches Glück. Leider, leider reiten wir nicht nach Landmannalaugar, dort liegt immer noch zu viel Schnee! Ich habe auch viel zu viel Klamotten eingepackt. Man braucht nur ein Merinoshirt, ich habe darüber meine Gore Windstopper Jacke, hat sich als genau richtig erwiesen und darüber meine isländische Strickjacke, die ich mir in Reykjavik spontan gekauft habe. Abends zieht man eine bequeme Hose an und eine Fleecejacke. Ein paar Merinosocken reichen völlig aus. Eine Mütze unterm Helm und ein „Buff“ Halstuch sind sehr wichtig und Handschuhe natürlich. Wir bleiben zum Glück noch eine Nacht hier, so brauchen wir nicht schon wieder zu packen, finde ich sehr gut!“

Eva

 

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