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Von Leuchtbojen und Süßkartoffeln

Eva berichtet heute vom vorletzten Tag ihrer Reittour auf Island.

4. Reittag

„Frühstück war wieder um 8 Uhr, das Abreiten dauerte diesmal etwas länger. Ich bekam Ringur, den schwarz-weiß gescheckten Wallach. Er war eins von den Pferden, das Einem dauernd die Zügel aus der Hand zieht. Ich fragte Nonni, was ich dagegen tun kann. Er meinte, ich solle mit ihm spielen, Zügel annehmen und wieder loslassen, nur mit den Händen,  damit die Arme nicht so angestrengt werden und ermüden.

Das war leichter gesagt als getan, denn meine Arme waren schon müde, wie mir auch gleich darauf bewusst wurde. Der Ritt heut war voller Pausen, wir ritten von der Hütte weg und quasi kreisförmig wieder zurück. Beim nächsten Wechsel bekam ich Növi, einen schwarzen Wallach. Er war ganz ok im Tölt und Trab, angenehm zu reiten, aber nicht der Hit. Ich glaube, meine Lieblingspferde bisher waren Galsi und Blakur. Blakur habe ich am zweiten Tag geritten, er war sehr weich und angenehm vom Charakter. Galsi hatte ich am ersten Tag geritten. Ab „Fellsmuli“ erst Breki, dann Galsi. Galsi ging sehr gut vorwärts, hatte einen toller Tölt, und war hinten gut zu regulieren. Toll, das man so viele verschiedene Isis ausprobieren kann!

Heute machte sich ein wenig Unmut unter den Gästen breit, weil die Tour schon um drei Uhr endete. Ich war eigentlich ganz froh, weil ich total müde war – die Anstrengungen der letzten Tage machten sich bemerkbar. Also legte mich erstmal hin, vielleicht war mir auch deswegen so kalt unterwegs. Ich zog meine Regenklamotten über, die hielten doch etwas die Kälte vom Körper weg. Ausserdem war ich so als Schlussboje gut sichtbar.

Eva, die Leuchtboje

Eva, die Leuchtboje

Heute gab es zum Abendessen Lachs mit sehr sehr leckeren isländischen Kartoffeln. Die schmecken richtig süß. Ich werde mir, glaube ich, ein paar Kartoffeln mit nach Hause nehmen.

Nonni, der Chef, verabschiedete sich heute von uns. Sein Vater feierte 80. Geburtstag, wie er uns mitteilte. Nun führt Maud die Tour weiter. Morgen liegt eine lange Etappe von 40km vor uns, denn wir reiten die gleiche Route flott zurück zu unserer Unterkunft am Fluss. So langsam stellt sich ein Gefühl ein, dass dann auch gut ist, wenn wir wieder da sind. Die Strecke, die wir reiten, gefällt mir nicht so gut. Landmannalaugar wäre interessanter gewesen, aber das ist eben im Moment leider aufgrunde der Schneesituation nicht machbar.

Ich denke immer, man muss die Dinge so nehmen, wie sie kommen. Manchmal hat man ein Pferd, was nicht so toll läuft, damit muss man dann auch umgehen. In unserer Gruppe gibt es jedoch auch einige Leute, die sagen, sie wollen ein anderes Pferd, weil ihres vielleicht nicht töltet oder unbequem ist oder was auch immer. Das finde ich teilweise übertrieben. Wenn das jeder machen würde, wären wir nur am Pferde tauschen und unsere Vorreiter wären irgendwann auch genervt.

Ich staune immer wieder, wie gelassen unsere Gastgeber sind. Keine Hektik, keine Unruhe oder Hast im Umgang mit den Pferden. Ich fand es heute auch spannend, wie die Pferde innerhalb der freilaufenden Herde während der Etappe kommunizieren: Da findet stets Bewegung statt. Besonders süß fand ich, dass sie sich zwischendurch einfach hinlegen und wälzen und man lässt sie auch und scheucht sie nicht weiter. Bei uns zuhause wäre das undenkbar! Am Abend sind wir zu einem Kraftwerk hochgelaufen, das in der Nähe steht. Wieder mal bot sich eine grandiose Aussicht!

Der Blick vom Kraftwerk aus über die Weiten Island - immer wieder ist das Licht und die Stimmung so unterschiedlich.

Der Blick vom Kraftwerk aus über die Weiten Islands – immer wieder ist das Licht und die Stimmung so unterschiedlich.

Heute Abend regnet es erneut, gestern Abend auch schon. Wir haben ein Riesenglück mit dem Wetter. Tagsüber, wenn wir unterwegs sind, regnet es nicht, dafür am Abend. Zudem war es heute bewölkt, später diesig, aber immer trocken. Und das soll morgen auch so bleiben.“

Es bleibt noch ein letzter Tag, über den Eva berichten wird, bevor es wieder nach Deutschland geht. Dankeschön Eva für die wunderbaren Fotos und Deine Eindrücke!

Alles Liebe,

Claudia

 

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