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Vorbereitungen

Unsere „Erste-Etage-links“-Reporterin Eva ist gut wieder aus Island zurück gekommen. Da sie einige Tage keinen Zugang zum Internet hatte, konnte sie mich nicht zeitnah mit Fotos und Texten versorgen. Aber jetzt läßt sie uns direkt teilhaben mithilfe ihrer Aufzeichnungen:

„Endlich ist es Morgen, ich konnte die ganze Nacht vor Aufregung kaum schlafen. Ein Blick nach draußen verrät mir, daß es dunstig und bedeckt ist. Nun ja, zumindest nicht zu warm zum Start. Nach dem sehr reichlichen Frühstück ging es nun endlich zu den Pferden. Als Erstes wurde auf der Reitbahn erklärt, wie man die Pferde in die „Sondergangart „Tölt“ bekommt. Das hatten ja viele noch nie gesehen oder ausprobiert.

Anleitung zum Tölten

Anleitung zum Tölten

Wir bekamen unsere Pferde zugeteilt, meines hieß „Breki“ und schien ein ruhiger und lieber Vertreter zu sein. Überhaupt machten sämtliche Tiere einen gelassenen Eindruck. Für alle Fälle hatte ich mir ein Lammfell für den Sattel mitgebracht – den ganzen Tag im Sattel zu verbringen ist eine ungeahnte Anstrengung für das eigene Hinterteil. Ich hatte ja schon einige Wanderritterfahrung, daher wußte ich, was auf mich zukommt.

Alle haben Regenzeug als Gepäckrolle dabei.

Alle Pferde tragen eine orange Gepäckrolle – unser Regenzeug.

Zunächst drehen wir eine Proberunde im Paddock und alle Reiter hatten Gelegenheit, sich mit ihren Pferden vertraut zu machen. Bei mir klappte es ganz prima, ich fühlte mich sofort wohl.

Breki ist für mich gut erkennbar am Lammfell auf dem Sattel.

Breki ist für mich gut erkennbar am Lammfell auf dem Sattel.

Nach dem Probereiten wurde abgesattelt, und es gab Suppe zur Stärkung. Inzwischen wurden alle Pferde verladen, um nach Fellsmuli zu Nonnis Farm zu fahren. Hier würden wir auf die Herde treffen, die uns begleitet. Und hier ist auch der Startpunkt der Tour. Leider liegt in Landmannalaugar immer noch zu viel Schnee, so daß wir eine Alternativroute reiten werden.

Verladen der Pferde

Die Trailer stehen bereit zum Pferde verladen.

Inzwischen hatte sich das Wetter geändert, der Wind hatte die Wolken vertrieben und ließ die Sonne durch. Auf einmal schien man noch weiter in die Ferne blicken zu können, die Weite auf Island ist so beeindruckend. Ich holte tief Luft und genoß die Ausblicke, die sich mir boten.

Nonnis Haus.

Nonnis Haus.

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Wir starten von Nonnis Farm in die Weiten von Island…

Mein Pferd nach dem ersten Wechsel hieß „Galsi“ und lief sehr flott mit. Auf der ersten Etappe gab es einen kleinen Zwischenfall. Eine Norwegerin fiel herunter, als ihr Pferd stolperte. Zunächst humpelte sie nach dem ersten Pferdewechsel sichtlich. Aber später ging es dann wieder, ihr war zum Glück nichts Ernstes passiert. Als wir die Pferde wechselten, kam Nonni mit der Herde an. Wir spannten zusammen ein Seil, um die Herde einzukreisen. Die Wechselpferde wurden nach und nach heraus geholt und gegen das Bisherige ausgetauscht. Dieser Wechsel dauerte jedes Mal seine Zeit. Und dann ritten wir zum ersten Mal mit der Herde! Ich hatte mir vorher überhaupt keine Vorstellung davon gemacht, wie es sein würde, eine Herde zu begleiten. Es hat mich positiv überrascht, mit welcher Ruhe das Ganze vonstatten ging – ohne Gerangel und Geschiebe.

Wir wurden in zwei Gruppen eingeteilt, und jeder wurde informiert, ob er vorne oder hinten reitet. Es ist wichtig, daß jeder seinen Platz einhält, damit es kein Chaos gibt. Da wir zunächst noch an der Straße entlang ritten, liefen vereinzelte Pferde auch immer mal auf die Straße. Aber das ist auf Island kein Problem. Unsere Guides trieben die Pferde jedes mal wieder zurück. Auffallend war, dass alle Pferde mit den Abläufen bestens vertraut sind. Man muss sie nicht scheuchen oder laut werden. Ich ritt während der Tour manchmal direkt vor oder hinter Nonni. Dabei konnte ich ihn gut beobachten – seine bloße Anwesenheit und das kurze Abdrehen in Richting eines Pferdes ließ dasjenige Tier schon wieder in die richtige Richtung laufen. Faszinierend!

Bei uns in Deutschland würde das nie so ruhig ablaufen. Nicht umsonst bekamen wir am ersten Abend Order, den Mund zu halten auf dem Pferd. Wenn die Herde folgen sollte, riefen die Guides „komm,komm,komm“, und die ersten Pferde setzten sich in Gang, Eines nach dem Anderen… Von hinten trieb man sie mit Worten wie „hopp,hopp,hopp“. Das funktionierte alles ganz prima. Ich hatte während der ganzen Tour nicht einmal das Gefühl, dass die Herde unkontrolliert losrennen könnte, obwohl ich vorher Angst hatte, daß so etwas passieren könnte.“

Danke schön, liebe Eva, für diesen ersten „Live-Bericht“ und die Eindrücke. Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht!

Alles Liebe,

Claudia

 

 

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