Autor: Erste Etage links

Bleib wie Du bist

Das neue Jahr 2016 hat gerade begonnen, und ich finde, das ist der ideale Zeitpunkt für meinen Post gegen den Optimierungswahn. Es gibt ja nichts, was man nicht verbessern könnte – jeder kennt vermutlich dieses kleine, fiese Stimmchen im Kopf, welches einem zuflüstert: „Zumindest doch ein klein wenig besser könnte es werden“: Die obligatorischen 5 Kilo sollen runter, besser wären allerdings 8, im Job muß eine Beförderung her oder der ganz neue Job, der Partner wird auf den Prüfstand gestellt oder es wird als Single dringend Zeit für überhaupt ein Partner (jetztgleichsofort!), notfalls herbei gegoogelt oder online bestellt! Mehr Geld, mehr Klamotten, besserer Stil, ganz viel Sport, wieso fährt der Nachbar jetzt das größere neuere Auto und ich nicht, warum mache ich eigentlich nicht den tollen Urlaub oder am besten gleich das Sabbatical auf Goa, was die Kollegin gerade wahr nimmt? Dringend muß auch der Facebookauftritt besser werden, die Freunde sind alle so aktiv, nur ich nicht. Irgendwie esse ich ja auch völlig verkehrt, nicht nach Paleo, nicht vegan, nicht ohne Butter oder Laktosefrei, vermutlich …

Last Minute Advent

Noch keinen Adventskalender? Und keinen Adventskranz? Keine Lust, im Gartenmarkt vier Kerzen aus 56 Farbtönen auszuwählen, um sie auf eine petrolfarbene Lebensbaumwurst drauf zu friemeln? Das macht gar nichts, denn hier kommen zwei nette Last-Minute-Ideen mit Charme! Gelingen garantiert, sehen gut aus und machen was her. Die Zutaten haben die meisten im Haus, und die Herstellung ist kinderleicht. Diese Ideen sind ebenso für diejenigen geeignet, die keine getrockneten Tannenadelbrösel auf dem Tisch mögen. Damit ist auch gleich der akuten Brandgefahr vorgebeugt, ich weiß gar nicht, wieviel Beinahe-Zimmerbrände ich schon knapp verhindert habe, indem ich die angekokelten Fichten-Zweige im letzten Moment in die Spüle gekippt habe. Die erste Advent-Variante ist ein S-U-E (schnell und einfach) Adventskranz – oder auch: Eine „Adventsreihe aus Marmeladengläsern“. Adventsreihe aus Marmeladengläsern 4 Marmeladengläser ausgewaschen 4 Teelichter Deko nach Geschmack Anleitung: Gläser in beliebiger Reihenfolge aufstellen, Teelichter reinstellen Deko beliebig hinzufügen Bei mir besteht die Deko aus einem Zweig mit roten Früchten, Efeu und einem Brett mit gefädelten Tannenbäumen  – die Anleitung dazu demnächst hier auf dem Blog! Puristen verwenden gar keine …

Flohmarkt auf dänisch

Einer meiner „Wohlfühlorte“ ist das kleine Städchen Hvide Sande an der Westküste Dänemarks. Auf dem schmalen Streifen zwischen dem Ringkøbingfjord und der Nordsee gelegen, hat es sich vom einstigen Fischerdorf zum netten Ferienort entwickelt. Wer hierher kommt, sucht Erholung am Meer. Promiflair findet man hier vergebens, viele Familien mit Kindern und Hunden sind unterwegs  – und alle haben Platz am Strand, selbst wenn in der Hochsaison im Sommer die meisten Ferienhäuser ausgebucht sind. Die Nordsee ist rauher und wilder als die Ostsee, es gibt hier keine Wälder oder lauschige, windstille Plätze an einer Steilküste  – nur flaches Land, über das der Wind fegt, Heide und ein paar geduckte, vom Wetter gebeugte Kiefern vor den Dünen auf der Nordsee-Seite. Zum Fjord hin erstrecken sich weite Schilffelder und Wiesen. Auf beiden Seiten stehen Ferienhäuser aller Preiskategorien ganzjährig zum Mieten bereit. Seit meiner Kindheit bin ich zu Gast in diesem Land, und die Dänen haben sich ihren rauhen Charme, ihre Freundlichkeit und ihr Lachen stets bewahrt. Man kann auch mit dem Wohnwagen auf Campingplätzen nächtigen, sowohl Kitesurfer als …

Ich bin Unternehmerin

Heute mache ich mal Eigenwerbung. Ich schreibe über mich und wie es dazu kam, daß ich Unternehmerin wurde  – denn das bin ich seit 12 Tagen. Ich habe ein Unternehmen gegründet, wie das klingt. So nach börsendotiert und groß. Nein, es ist ein kleines Ein-Frau Unternehmen. Eines, welches zwei Geschäftsbereiche in sich vereint. Aber von Anfang an. Nachdem mein befristeter Arbeitsvertrag von meinem letzten Arbeitgeber nicht verlängert wurde, wie übrings der ebenfalls befristete Vertrag von dem Arbeitgeber davor auch, war ich kurz vor Weihnachten ohne Erwerbstätigkeit – arbeitslos. Arbeitsuchend klingt auch nicht viel besser. Da habe ich immer so ein Bild vor Augen, wie Menschen auf der Straße mit dem Kopf nach unten den Boden nach geeigneten Jobs absuchen. Was ist denn ein geeigneter Job? Man sollte auch meinen, mit meinem Portfolio wäre es nicht so schwierig, einen Job zu finden. Aber wie sich herausstellen sollte, war es das doch. Mit zwei Kindern im Alter von 10 und 12 Jahren, alleinerziehend, als Frau und dann noch Management-Qualitäten – das beißt sich in der heutigen Jobwelt. …

Finale Grande auf Island

Der letzte Tag von Eva’s Reittour auf Island bricht an… „Unser längster Reittag ist auch der letzte Tag, den wir auf dem Pferd verbringen werden: Zwischen 40 und 45 km. Es geht nach Hause, wir reiten zurück zu unserer ersten Hütte am Fluss. Gegen 19 h waren wir da. Der Morgen fing mit einem Pferd an, wo ich viel zu viel Spannung aufbrachte und es irgendwie nicht gescheit in den Tölt bringen konnte. Nach der ersten Pause bekam ich Gredi. Sarah hatte gefragt, wie ich klar kam und ich antwortete: “Nicht gut“. Sie vermutete, dass ich vielleicht müde Arme habe und sich dies auf das Pferd überträgt. Kein Wunder nach vier Tagen zu Pferd. So bekam ich Gredi, einen großen schwarzen, sehr lieben Wallach. Der töltete wie von selbst und ich entspannte merklich meine Arme. Später bekam ich Sjomur, den Gescheckten, der am Anfang in der hinteren Gruppe kaum zu halten war. Der war ein richtiges Kaliber, sehr sehr lieb und butterweich. Ich konnte noch mehr loslassen. Das Tempo war heute recht hoch und die …

Heidelbeer Schoko Creme

Es gibt noch ein paar frische Beeren in diesen Tagen – ich habe mir vom Markt eine riesen Schale mitgenommen. Davon kann ich gar nicht genug kriegen, und meine Kinder ebensowenig. Kaum war die Schale entdeckt, kam auch schon die Frage: „Mama, erfindest Du wieder was? Was Süßes!“ Sehr präzise, diese Angabe. Also gut, ich erfand schnell etwas, und zwar dieses: Das Rezept für die Creme findet Ihr hier, ich habe es nur etwas abgewandelt: Unten die frischen Heidelbeeren ins Glas und oben eine satte Schicht Milchschokoladenstreusel – ich konnte gerade noch ein Glas zum Fotografieren retten, so schnell war das Dessert verputzt. Wie immer ein SUE (Schnell Und Einfach) – war dann aber auch SUEG (Schnell Und Einfach Gegessen). Habt einen schönen Tag! Alles Liebe, Claudia  

Draußen ist Herbst

Soeben habe ich meinen Balkon bepflanzt – war doch eben, oder? Nö, das ist schon wieder drei Monate her! Und jetzt wird alles schon wieder herbstlich gelb, die Blüten geben ihr Letztes, der Weihrauch rankt schon bis zum Erdgeschoß, und alles bereitet sich auf die kühlere Jahreszeit vor. Ich will aber noch nicht, es sieht doch noch so schön aus! Es gibt Nachbarn, die reißen pünktlich am ersten September die noch blühenden Geranien raus und knallen die Heide rein – „So, getz‘ is‘ Herbst!“. Vorsichtshalber wird auch schon mal das Vogelhäuschen rausgestellt, man weiß ja nie, es könnte auch schon frieren. Mein Nachbar auf der Ersten Etage rechts handhabt das ganz anders: Er läßt das Vogelhaus von den Ausmaßen einer mittelgroßen Gartenhütte einfach das ganze Jahr über stehen – und siehe da, die Vogelschar ignoriert in schöner Regelmäßigkeit meine bescheidene Futterstelle, wenn’s wirklich kalt ist. Kein Wunder, wenn nebenan ein ornithologisches Ganzjahres-Möwenpick geöffnet hat! Ich werde gerne gefragt, nach welchem System ich denn meinen Balkon bepflanze: Ganz einfach: Ich habe kein System! Das System besteht …

Von Leuchtbojen und Süßkartoffeln

Eva berichtet heute vom vorletzten Tag ihrer Reittour auf Island. 4. Reittag „Frühstück war wieder um 8 Uhr, das Abreiten dauerte diesmal etwas länger. Ich bekam Ringur, den schwarz-weiß gescheckten Wallach. Er war eins von den Pferden, das Einem dauernd die Zügel aus der Hand zieht. Ich fragte Nonni, was ich dagegen tun kann. Er meinte, ich solle mit ihm spielen, Zügel annehmen und wieder loslassen, nur mit den Händen,  damit die Arme nicht so angestrengt werden und ermüden. Das war leichter gesagt als getan, denn meine Arme waren schon müde, wie mir auch gleich darauf bewusst wurde. Der Ritt heut war voller Pausen, wir ritten von der Hütte weg und quasi kreisförmig wieder zurück. Beim nächsten Wechsel bekam ich Növi, einen schwarzen Wallach. Er war ganz ok im Tölt und Trab, angenehm zu reiten, aber nicht der Hit. Ich glaube, meine Lieblingspferde bisher waren Galsi und Blakur. Blakur habe ich am zweiten Tag geritten, er war sehr weich und angenehm vom Charakter. Galsi hatte ich am ersten Tag geritten. Ab „Fellsmuli“ erst Breki, dann …

Herbstnoten

Im Moment habe ich das Gefühl, die Zeit rast dahin. Eben war doch noch Frühlingsanfang! Schon war der Sommer da und irgendwie auch ganz schnell wieder rum, und jetzt riecht die Luft nach Herbst – frisch und klar. Sehr wohltuend nach der Hitze, wie ich finde. Überhaupt bin ich ich ein Herbsttyp, ich liebe den Herbst: Das warme Licht, die Natur verändert sich, es duftet im Wald nach Pilzen und nach Regen, Pflaumenkuchen mit Sahne und Tee mit Rum… Sehr lecker! Flugs müssen bei mir dann die Sommersachen raus und die herbstliche Stimmung rein! Meine Kissen auf dem Sofa bekommen ihre Herbstbezüge mit Fellimitat, Filz und Hirschmotiv. Dazu kommt die kuschelige Decke für’s Sofa – meine Schaffelle dürfen das ganze Jahr bleiben. Für die Tischdeko hat mir eines meiner Kinder ein paar Äpfel geklaut (ich schwöre, nicht in meinem Auftrag!). Sie sehen sehr hübsch aus mit roten Backen und in verschiedenen Größen, geschmacklich leider sehr sauer – aber sie müssen ja auch nur gut aussehen. Dazu einige Hölzer zusammengebunden, kombiniert mit zwei Kerzenleuchtern, die dicke …

Soli, die Nähmaschine

Durch die Sommerpause war die Reise von Eva nach Island noch gar nicht zu Ende erzählt. Ich möchte Euch die letzten Tage und die herrlichen Fotos nicht vorenthalten. Kommt mit nach Island! Freitag 26.06.15, dritter Reittag „Ich war seit 4h morgens wach, wälzte mich viel herum. Als ich dann aufstand, war ich leicht benebelt im Kopf, was sich aber bald gab. Um acht war Frühstück angesetzt, aber als wir um acht an den Tisch kamen, waren alle schon so gut wie fertig. Und dieses Gefühl von Hektik setzte sich dann auch fort, bis wir alle auf unseren Pferden saßen. Ich weiß gar nicht, warum das heute Morgen so war. Dumm war auch, dass ich zwei Tassen Kaffee getrunken hatte, das erwies sich als nicht ganz so schlau, denn ich musste nach dem Abritt auch schon bald Pipi. Es ist überhaupt immer gut, auf so einer Tour prophylaktisch Pipi zu machen, obwohl ich sagen muss, dass doch oft angehalten wurde. Meine Bedenken waren ja, dass die Herde so vorwärts treibt, was aber gar nicht der Fall …