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Neulich im Eiscafé

Nachdem ich nun keinen Grund mehr habe, ständig auf mein Smartphone zu starren (warum das so ist, steht hier), muß ich ja wieder die eine oder andere analoge Angewohnheit hervorkramen.  Neulich war ich in Kassel unterwegs und beschloß, mir einen Kaffee zu gönnen. Was haben wir vor dem Smartphone Zeitalter noch mal gemacht, wenn wir irgendwo Kaffee trinken waren? Ach ja richtig, wir haben uns miteinander unterhalten.

Mangels Gesprächspartner erinnerte ich mich an eine andere, sehr nette Beschäftigung: Leute gucken. Ich suchte mir einen Platz mitten in einer Einkaufspassage. Während ich also auf meinen Kaffee wartete, ließ ich den Blick schweifen. Rechts und links von mir flanierten Pärchen, Familien, Mädels im Dreierpack, Senioren gemählichen Schrittes und viele weitere Menschen, die alleine unterwegs waren. Wobei flanieren das falsche Wort ist – einige eilten im Stechschritt an mir vorbei, als ob es den Geschwindigkeitsrekord beim Einkaufen zu brechen galt. Dabei war doch Wochenende! Eine junge Frau im Eiltempo war recht sportlich gekleidet: Vielleicht absolvierte sie eine Trainingseinheit für den nächsten Kassel Marathon? Möglicherweise hatte sie das Training einfach mit dem Einkaufen gekoppelt – spart ja enorm Zeit. Ein Pärchen schlurfte jeweils gebückt am Arm des Partners hängend an mir vorbei – der eine fällt bestimmt einfach um, wenn der andere Partner abrupt den Arm weg zieht. Dabei waren die beiden um die 40. Ob die auch jeder für sich alleine gehen können?

Mein Kaffee kam in Kombination mit einer frischen Waffel mit Vanilleeis, heißen Kirschen und Sahne – hatte ich das bestellt? Muß wohl.

Genußvoll schob ich mir den ersten Löffel Kirsch-Vanille in den Mund. Ah, zur Rechten eine frischgebackene Mami im Bequem-Outfit. Mit leicht hektischem Blick manövrierte sie den Maxi Cosi durch die Menge, die Wickeltasche baumelte am Lenker. Die Handtasche quer umgeschnallt. Hinter ihr schlenderte ihr Partner ohne Gepäck. Nun, einer muß ja auch die Verantwortung tragen.

Links von mir blieb eine wunderbar gekleidete Frau vor dem Schaufenster einer großen Modekette stehen. Die Dame hatte fantastische Rundungen, tolle Locken und trug Stiefel zu einem Wickelkleid. Sie betrachtete die kurvenlose Schaufensterpuppe vor ihr, die schätzungsweise mit Größe 32 ausgestattet war. Vermutlich fragte sich die Dame, wie sie denn in das Sommerfähnchen passen sollte, welches die Püppi trug. Wieso gibt es denn eigentlich keine weiblichen Schaufensterpuppen? Solche mit normalen Maßen? Die deutsche Frau trägt im Durchschnitt eine Gr. 42. Noch immer spiegelt sich das weder in der Modelwelt wider noch im Bewußtsein von Einkäufern, Designern und Verbrauchern. Wir haben uns an die mageren Puppen in den Schaufenstern gewöhnt. War doch schon immer so. Die wenigen Curvy-Models sind noch immer Exoten. Die storchbeinige Realität stöckelt nach wie vor über die Laufstege dieser Welt. Filme wie „Embrace“ von der großartigen Taryn Brumfitt zeigen die erschreckende Wirklichkeit, mit der die Mädels von heute aufwachsen.

Die Frau im Wickelkleid ging weiter.

Ich hatte mich zwischenzeitlich durch das Vanilleeis zur krossen Waffel vorgearbeitet. Äußerst lecker.

Eine türkische Familie schlenderte vorbei. Ein kleines Mädchen schaute mich mit riesigen braunen Augen an. Ich lächelte ihr zu. Sie kicherte, hielt sich die Hand vor den Mund und lief weiter, hinter ihrer Mami her. Gleich dahinter kam eine Familie, in der alle Familienmitglieder den gleich, zweifarbigen Kurzhaarschnitt hatten. Unten anrasiert und rot, oben länger und blond. Nun ja. Geschmäcker sind ja verschieden. Möglicherweise gibt das ja auch einen 80iger Jahre-Rabatt beim Friseur.

Mein Blick fiel auf den Dekoladen etwas weiter vorne. Von Haus aus bin ich ja gerne in Läden mit Schnickes und Gedöns unterwegs und lasse mich inspirieren. Aus besagtem Ladengeschäft einer großen Kette für Dekobedarf war ich aber schnell wieder geflüchtet, weil der neuerdings beduftet ist. Für Leute mit Atembeschwerden ein Träumchen. Neuartige Shopkonzepte bringen mitunter kuriose Ideen hervor. Neulich war ich in einem Laden für Sportbekleidung, da war die Musik so laut, dass man sich nur anschreien konnte. Ich bin dann da leider kein Kunde geworden.

Meine Waffel hatte ich bis auf den letzten Krümel verspeist, ein Klecks Sahne war noch da mit einer letzten Kirsche. Ein letzter Löffel voll Genuß.

Ich winkte dem Ober zu, der sich graziös um die Tische zu mir hin schlängelte. Was für ein schöner, entspannter Nachmittag. Einfach nur mal so da sitzen und Leute gucken.

Wie früher!

Liebe Grüße,

Claudia

 

 

 

 

 

 

 

Giftige Inhaltsstoffe in Kosmetika

Die Haut ist unser größtes Sinnesorgan. Ein Schutzschild des Körpers gegen die Umwelt, gegen Krankheitserreger und Strahlung. Unsere Haut speichert Nährstoffe und Wasser, zudem schützt sie durch ein raffiniertes Regulierungssystem vor Hitze und vor Kälte. Abbauprodukte des Stoffwechsels werden über die Haut abgebaut. Medikamente und Hormone können über unsere Haut aufgenommen werden.

Das sind schon ziemlich viele Gründe, unsere Haut zu pflegen und ihr nur das Beste zukommen zu lassen.

Die Industrie möchte aber nicht unser Bestes – sie möchte möglichst viel verdienen. Das muß wohl der Grund sein, warum in so vielen Kosmetikartikeln immer noch giftige und bedenkliche Inhaltsstoffe sowie Konservierungsmittel verwendet werden. Über die bedenklichen Zusatzstoffe in Kosmetik wie z.B. Parabene habe ich hier bereits geschrieben.

Zu der Zeit habe ich mich aber nicht konsequent darum gekümmert, wie es mit all den Produkten aussieht, die ich im Bad stehen habe.

Neulich klagte mein jüngstes Fräulein über einen Juckreiz am ganzen Körper. Dazu hatte sie über den ganzen Körper verteilt lauter kleine Pusteln. Das hatten wir letzten Sommer schon mal. Damals konnte ich mir das gar nicht erklären, wir dachten, es sei eine Sonnenallergie.

Auf meine Frage hin, welche Bodylotion sie denn verwendet hatte, kam zutage: Die „bebe soft body milk für trockene Haut“. Ich wollte wissen, welche Stoffe in dieser Lotion enthalten sind. Das habe ich dann mal nachgeschlagen, und zwar auf www.codecheck.info

Auf dieser Seite kann man so ziemlich jedes Kosmetik-Produkt mit Namen oder EAN Code Nummer eingeben und erhält eine Liste der Inhaltsstoffe. Die Stoffe sind entsprechend aufgelistet und in Wertungen kategorisiert. Die Skala geht von „unbedenklich“ bis „sehr bedenklich.

In unserem Fall der „bebe milk“ sieht die Zutatenliste wie folgt aus:

Inhaltsstoffe:

Aqua, Glycerin, Paraffinum Liquidum, Isopropyl Palmitate, Petrolatum, Stearyl Alcohol, Dimethicone, Glycerol Stearate, PEG-100 Stearate, Palmitic Acid, Stearic Acid, Panthenol, Allantoin, Simmondsia Chinensis seed Oil, Ethylhexylglycerin, Ammonium Acryloyidimethyltaurate/VP Copolymer, Acrylates/C-10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer, Disodium EDTA, Sodium Hydroxide, Phenoxyethanol, Parfum.

Das versteht ja auf den ersten Blick kein Mensch und zudem scheint das ja alles erlaubt zu sein – sonst dürfte es ja nicht verkauft werden, oder? Dachte ich.

Allein in diesem Produkt sind 3 Inhaltsstoffe mit „leicht bedenklich“, 2 Inhaltsstoffe mit „bedenklich“ und 2 weitere Inhaltsstoffe mit „sehr bedenklich“ deklariert. Die vollständige Erklärung findet Ihr hier

PEG-100 Stereate beispielweise schwächen die Barrierefunktion der Haut. In Kosmetika wirkt PEG penetrationsfördernd, das heißt die Haut wird durchlässiger für Wirkstoffe, aber ebenso für mögliche Giftstoffe.

Phenoxyethanol wirkt bakterizid und wird in dermatologischen Produkten wie z. B. Hautcreme als Konservierungsstoff verwendet, wofür die Kosmetikverordnung eine Konzentration bis 1 % gestattet. Es wird als Lösungsmittel in Tinten, Kugelschreiberpasten, Druckpasten und Stempelfarben, als Fixativ für Parfüms und Seifen und zur Herstellung von Weichmachern und Luftverbesseren verwendet.

Bei diesem Wirkstoff besteht der Verdacht auf Störung des Immunsystems, zudem ist es ein potenzielles Allergen. Weiterhin besteht der Verdacht auf negative Auswirkungen auf das Nervensystem.

Viele Beiträge, die ich im Netz dazu gefunden habe und die diese Zustände anprangern, stammen bereits aus dem Jahr 2013. Mein erster Artikel zu dem Thema stammt aus dem Juni 2015.

Das ist einfach nicht zu fassen. Anscheinend baut die Kosmetikindustrie darauf, das wir alle wie die Schafe in die Geschäfte traben, uns von Werbeversprechen verleiten lassen und dann zielsicher die tolle Creme oder das neue Deo kaufen. Ich habe seit 2015 kein einiges Produkt mehr von Nivea und Dove gekauft. Meine Kinder auch nicht. Und der Rest meiner Familie auch nicht.

Aufgrund der Hautreaktion meines Kindes habe ich jetzt sämtliche Kosmetika im Bad auf Herz und Schadstofe geprüft: Die bebe Milk war keine Einzelfall. Es ist erschreckend. Ob „Rituals“ Badeschaum oder „Sebamed“ Lotion, in fast allen Fällen wurde ich fündig. Ich habe gleich im Putzschrank weiter gemacht: Sogar auf mein Lieblingsputzmittel „Orange Universalreiniger“  von FROSCH ist kein Verlaß…weiter ging es bei Spüli und den Waschmitteln.

Was mich wütend macht, ist die Profitgier der Kosmetikindustrie, indem möglichst billig produziert wird. Die Bereitschaft, alternative Inhaltsstoffe zu finden und einzusetzen, liegt bei 0. Oder wird eine Mogelpackung. Als die Parabene in Verruf gerieten, setzte man stattdessen das ebenso schädliche und allergieauslösende Methylisothiazolinon ein. Daraufhin konnte dann auf der Umverpackung stehen: Parabenfrei! Herzlichen Glückwunsch.

Ein Skandal ist auch, dass Bestandteile in Kosmetik, die weniger als 1% der Gesamtmenge ausmachen, nicht deklariert werden müssen. Blöd, wenn ich nun ausgerechnet gegen einen dieser Minibestandteile allergisch reagiere.

Mein Fazit: Ich stelle komplett um auf zertifizierte Naturkosmetik und werde ab jetzt sehr genau schauen, was wo drin ist. Und ich werde weiterhin die Konzerne und Marken nennen, die nicht nachhaltig produzieren, die Schaden am Konsumenten in Kauf nehmen und die nicht Ressourcen schonend arbeiten.

Hautfreundliche Grüße,

Claudia

Quellen:

  • www.codecheck.info
  • www.gesundheitstabelle.de
  • www.oekotest.de
  • www.alles-zur-allergologie.de
  • www.netzfrauen.org

 

 

 

 

5 Tips für mehr Ordnung im Flur

Es ist ja nicht wirklich ein Geheimnis – ich liebe Ordnung. Ich mag es, wenn alles seinen Platz hat, ich nie wirklich nach etwas suchen muß und wenn alles irgendwie eine Struktur hat. Wenn man nicht soviel Platz hat, ist die Herausforderung für viele Menschen besonders groß, Ordnung zu halten.

Heute soll es darum gehen, im Eingangsbereich eines Hauses mehr Ordnung zu schaffen und den Überblick zu behalten. Die meisten Menschen haben viele „Ordnungsbaustellen“ und wissen nicht so recht, wo sie anfangen sollen. Bei den überquellenden Kramschubladen? Die gibt es im Wohnzimmer, im Bad, in der Küche…Beim Kleiderschrank? Im Keller?

Ganz wichtig: Irgendwo anfangen. Man kann nicht alles an einem Tag schaffen. Wir starten heute mit dem Eingangsbereich. Hinterher werdet Ihr Euch viel wohler fühlen und Ihr habt mehr Platz, Struktur und Übersicht. Versprochen! Los geht’s!

Mehr Übersicht für kleine Flure

Der Flur – Das Mekka der überquellenden Garderoben und chaotischen Schuhregale. Gelegentlich hat man manchmal das Gefühl, man kommt zur Tür rein und betritt die Kleiderkammer der Caritas. Besonders Haushalte mit Kindern und Hunden stehen vor dem Problem: Wohin mit dem ganzen Kram?  Alles soll griffbereit sein, und zwar für jedes Wetter. In der Ersten Etage links haben wir einen Miniflur. Gesegnet sind diejenigen, die in ihrem Eingangsbereich Rollschuh laufen können – bei uns ist es hier schon übervoll, wenn zwei Personen drin stehen. Wenn der Hund auch noch drin steht, ist wegen Überfüllung geschlossen.

1. Wohin mit den Schuhen?

Von den Gummistiefeln für den Hundespaziergang bis hin zu den Turnschuhen für den Sportunterricht der Kinder über die Bequem-Schlappen für Zuhause: Die Anzahl der Schuhe, die im Alltag benötigt werden, kann bei 3-4 Personen ganz schnell zu einem Berg wachsen – abgesehen davon, das für besondere Anlässe besondere Schuhe nötig sind. Wie bereits erwähnt ist unser Flur winzig – um nicht bei Betreten der Wohnung von einem Garderobenständer erschlagen zu werden oder in einem Schuhchaos zu Fall zu kommen, mußte ich mir ein System überlegen.

Zunächst hat jedes Fräulein ein eigenes Schuhregal erhalten. Dieses befindet sich bei jedem Kind direkt im Zimmer. Dadurch reduziert sich die Anzahl der Schuhe im Flur erheblich. Meine Schuhe stehen im Eingangsbereich auf einem offenen Metall-Regal mit zwei Böden. Offen deshalb, weil ich einige Pärchen Schuhe stapeln kann. Zudem trocknet feuchtes Schuhwerk in Ruhe auf dem unteren Boden ab. In geschlossenen Schuhschränken ist der Platz oft sehr begrenzt, zudem leiern die Schubladen bei Überbelastung leicht aus. Wem auch schon mal ein Paar Bergschuhe samt Schublade entgegen gefallen kam, weiß, wovon ich spreche.

Ganz konsequent stehen bei mir aktuell nur die Schuhe im Flur, die ich gerade saisonal trage. Für die kalte Jahreszeit gilt also: Keine Sandalen, keine High Heels und keine Sommer Sneaker. Gerade nicht benötigtes Schuhwerk kommt in Kartons in den Keller oder, wer Platz hat, in den Kleiderschrank oder ins Ankleidezimmer.

2. Schlüssel unauffindbar? Muß nicht sein.

Wer hat heute morgen seinen Schlüssel gesucht? Naaaa, erwischt? Hand hoch! Beziehungsfeind-Satz Nummer eins: „Schatz, wo sind denn die Schlüssel schon wieder!?“. Beziehungsfeind-Satz Nummer zwei:“ Die hast Du doch zuletzt gehabt!!“ Sehr förderlich für den Familienfrieden auch die Formulierung: „Ich hab‘ meinen Schlüssel vergessen“ – Sehr gerne aus einem unschuldig lächelnden Kindergesicht.

Die Lösung: Ein Schlüsselbord im Flur neben der Haustür. Ob Hakenleiste oder Schlüsselkasten mit Haken – jeder hängt seinen Schlüsselbund bei Betreten des Wohnraumes neben der Tür direkt an den Haken. Das erfordert etwas Übung und Konsequenz, wenn man nicht daran gewöhnt ist. Ja, das kann nervig sein. Es ist aber auch die große Chance, eben nicht mehr sämtliche Taschen durchzuwühlen zu müssen, nicht länger den Partner zu verdächtigen oder nie mehr entnervt die Augen zu rollen, weil man das Kino rechtzeitig mal wieder nur durch das Übertreten sämtlicher Verkehrsregeln erreicht.

Als Schlüssel-Leiste kann auch ein einfaches Holzbrett mit Nägeln dienen. Übrings eine sehr schöne Heimwerkeraufgabe für den Schatz! Der immer die Schlüssel verbummelt…

3. Gute Beleuchtung hilft, ein robuster Fußboden auch

Auch hier hat derjenige schon gewonnen, der einen Flur mit Tageslicht hat. In vielen Fällen ist es aber zappenduster, wenn man die Wohnung betritt. Also muß Licht herbei. Eine gute Beleuchtung ist das A und O. Als ich diese Wohnung bezogen habe, war der Flur in Kackbraun gestrichen. Kackbraun. Das war ja mal ein Statement. Als Erstes habe ich das Ganze weiß gestrichen (ich mußte drei mal überstreichen) und die funzelige Glühbirne durch eine helle, hübsche Leuchte ersetzt. An eine Wand kam ein großer Spiegel, somit konnte ich den kleinen Raum optisch vergrößern.

Ein Wort zum Boden: Wer Kinder und Hunde hat, dem kann ich Holz, Stein oder Fliesen als Bodenbelag  empfehlen. Teppich eher nicht. Mein Hund schüttelt sich nach dem Trocknen auch immer in der Wohnung – nie davor. Scheint so eine Schüttel-Hunde Gesetzmäßigkeit zu sein.

4. Klamotten-Himalaya oder wie entlaste ich einen Garderobenständer

Die Daunenjacken, Strickjacken, Blazer und Hunde-Ausgehjacken brauchen Platz. Viel Platz. Die wiegen auch etwas. Ich muß ja immer schmunzeln, wenn ich minimalistische Garderoben in minimalistisch eingerichteten Wohnungen sehe. So ein zartes Birkenstämmchen an zwei Fäden an der Decke befestigt. Darauf fünf Bügelchen mit den entsprechenden Jäckchen. Kann man machen. Hält aber nicht. Ich hab’s probiert. Frage mich auch immer: Wo haben die denn die 3-Lagen Funktionsjacke/ den Daunenmantel/ die Reitjacke/ den Wollmantel untergebracht? Oder haben richtige Lifestyle-Blogger so was gar nicht?

Gut, die bloggende, zünftige Landhausbesitzerin hat vermutlich eine Waschküche/ Dreckschleuse für das Hunde-/ Sport-/ Reit-/ Gartenzeug. Aber ich habe ja auch kein Landhaus. Nicht mal eine Landhütte. Mehr so eine Stadtbutze. Reicht aber auch.

Was bei Schuhen geht, funktioniert auch bei Jacken: Die Fräuleins haben eigene Garderobenhaken hinter den Türen ihrer Zimmer. Die aktuelle Jacke darf vorne mit an die Erwachsenen-Garderobe. Übrings ein altmodischer freistehender Kleiderständer aus Holz. Eine Alternative sind stabile, große Haken an der Wand. Wer Platz hat, kann auch noch kleinere Haken in Kinderhöhe anbringen und darunter ein Bänkchen zum Schuhe anziehen stellen. Eine stabile Kleiderstange auf Rollen (oder von Wand zu Wand) kann auch eine Lösung sein, eventuell mit einem schönen Vorhang davor. Die Betonung liegt auf STABIL.

Nein, die Kleiderstange von IKEA für 6,99 hat nicht gehalten. Öhm.

Noch mal zur Erinnerung: Nur Jacken und Oberteile dürfen im Eingangsbereich ihren Platz finden, die jetzt Saison haben. Meistens zieht man eh‘ immer dieselben Jacken und Schals an. Alles andere kommt in Kisten in den Keller. Gilt für Erwachsene und Kinder. Da muß ich mich an die eigene Nase fassen. Ich bin bekennender Halstuch- und Schaljunkie und es fällt mir schwer, nur 1-3 Schals an die Garderobe zu hängen. Eigentlich brauche ich ein eigenes Ankleidezimmer nur für Schals.

5. Sitzgelegenheit und wie bringe ich Kleinkram unter?

Noch etwas Platz für eine Sitzgelegenheit? Eine Bank, ein schöner Stuhl oder ein Hocker adelt den Flur. Es ist auch einfach bequem, wenn man sich die Schuhe anziehen möchte. Ich habe ein antikes Telefonbänkchen an die Wand gestellt. Es hat einen gepolsterten Sitz und daneben, wo früher das Telefon stand, wartet jetzt meine Handtasche auf ihren Einsatz. Unter dem Bänkchen ist noch genügend Raum für zwei Körbe. Hier finden Mützen, Halstücher, Handschuhe und Regenschirme Platz. Für die Hundeleine habe ich auch noch einen Haken in die Wand geklopft.

Für das Finish: Gerade in einem kleinen Flur machen sich großformatige Bilder oder Fotos an der Wand ganz hervorragend. Probiert es mal aus!

Alle Tips gelten natürlich auch für große Flure – ein großer Flur, überhaupt ein Raum wirkt luftiger und freundlicher, wenn Ordnung herrscht.

Alles Liebe,

Claudia

 

 

 

 

 

 

 

Digital Diät

Mein Ausstieg aus Social Media

Das neue Jahr 2018 hat kaum richtig begonnen, und schon bin ich auf Diät. Diesmal schaffe ich es, habe ich mir vorgenommen. Und ich werde es durchhalten. Dabei ist das ja so eine Sache mit den guten Vorsätzen. Jedes Jahr zum Jahresende nehmen wir uns vor: Im nächsten Jahr wird alles anders. Wir wollen weniger essen, mehr Sport machen, nachhaltiger leben (öhm – das wäre ja wirklich eine Idee!), das Rauchen aufgeben, öfter Tante Lotti anrufen…die Liste der phantasievollen Vorsätze fürs neue Jahr ist lang. Oft halten wir es nicht mal zwei Wochen durch, und dann lockt entweder die Sahnetorte oder das Sofa – wir haben es wieder nicht geschafft.

Meist liegt es daran, das wir alles auf einmal wollen, und das sofort. Es muss gleich klappen mit der Gewichtsabnahme, und wir schaffen sofort 10 km im Dauerlauf. Im Zeitalter der Optimierung sollte das ja mit unserer Disziplin ein Klacks sein. Ist es aber nicht. Es ist aus der Mode gekommen, kleine Schritte zu machen. Wer macht denn heute noch den 5 km Volkslauf? Es muß doch gleich der Marathon sein. Wir wollen doch mithalten mit den Freundinnen. Sonst können wir kein gescheites Instagram Foto posten. Zum Sport tragen wir auch keine Laufhose von Tschibo, es muß mindestens der springende Puma auf der Hose drauf sein – sonst klappt das mit den Tags nicht. Noch schnell ein paar Filter, und schon sehen wir aus wie der Marathon Profi schlechthin. Die Anderen sollen doch mal sehen, was ich so drauf habe!

Wir vergleichen uns. Wir fangen an, uns schlecht zu fühlen. Weil wir nicht im Urlaub sind, weil wir kein fotogenes Essen gekocht haben und weil es in unserem Wohnzimmer nicht hygge aussieht. Ich mag nicht mehr in die ewig glattgebügelten Gesichter und Körper der Instagramwelt schauen. Und ich will auch nicht wissen, wer gerade wo mit wem ist und was er oder sie konsumiert, wer welche Veranstaltung besucht und wer sich mit wem befreundet hat.

Die perfekte digitale Welt

In diesem Moment bin ich auf kaltem Entzug. Ich kann meine Freunde nicht mehr sehen, wie sie beim Hamburg Marathon durchs Ziel laufen werden. Auch bin ich nicht informiert, wer jetzt gerade wo Urlaub macht. Mir fehlt die Kenntnis, welche Freundin gerade beim Griechen ein Essen postet, dass sie gerade in dieser Minute ißt. Ich sehe es nicht. Denn ich habe meinen Facebook Account gelöscht. Ebenso meinen Instagram Account sowie den Twitter Account. Schon länger habe ich mir darüber Gedanken gemacht, ob es sinnvoll ist, all diese Kanäle zu nutzen und als Blogger zu bespielen. Ich habe sie genutzt, und ich hatte Spaß dabei. Jetzt habe ich keinen Spaß mehr dabei. Und ich frage mich, warum immer alle auf jeden Zug aufspringen müssen. Die Jagd nach immer mehr Reichweite und möglichst vielen Followern hat ungeahnte Formen angenommen. Wieviel Likes bringt mein nächstes Foto, mein nächster Post? Wie, Du bis noch nicht auf Snapchat? Ab wann kann ich eine Kooperation mit einer tollen Firma generieren? Noch schnell eine Story auf Instagram posten!

Als ich anfing zu bloggen, ging es noch um Inhalte, weniger um Bilder. So nach und nach hat sich das gewandelt, das Social Media Karussell begann sich zu drehen, und es dreht sich immer schneller. Immer tollere Fotos sollen es sein, einzigartige Texte sind gefragt, und das in immer kürzeren Abständen. Die perfekte digitale Welt. Die Follower sind gierig. Und wir werden immer abhängiger. Wir bezahlen mit unserer Lebenszeit und mit unseren Daten. Wer immer noch glaubt, das Instagram nur eine App ist, um schöne Fotos zu posten und wer auch jetzt noch der Ansicht ist, Facebook sei die einzige Möglichkeit, mit seinen „Freunden“ in Kontakt zu bleiben, dem sei als Einstiegslektüre „Der Circle“ von Dave Eggers empfohlen.

Social Credit System in China

In China wird gerade mit Hochdruck an einem Social Credit System gearbeitet. Das jagt mir eine Gänsehaut über den Körper. Wie weit sind wir davon noch entfernt? Vermutlich ein Wimpernschlag – mit unserem Social Media Verhalten tragen wir maßgeblich dazu bei, die großen Datenkraken zu füttern.

Ich wollte aussteigen aus dem Karussell. Doch sollte ich das wirklich tun? Ich war relativ lange bei Facebook und fand das einfach praktisch. Auch Instagram hatte mir zunächst Spaß gemacht. Darum geht es ja auch, Social Media soll den Usern Spaß machen, damit sie es benutzen. Sonst macht es ja keiner! Die lästige Werbung ignoriert man. Oder eben auch nicht. Mich hat es zunehmend gestört. Ich wollte nicht länger ungefragt Empfehlungen erhalten. Und wieviel Zeit mich das gekostet hat! Mal ehrlich, wie oft schaut Ihr auf Euer Handy, guckt bei Instagram, geht auf Facebook? Und was ist der wirkliche, echte Nutzen für mich dabei? Zudem viele Blogger dieselben Fotos und teilweise auch identische Inhalte eines Beitrages auf mehreren sozialen Kanälen teilen – einfach als Zeitersparnis und eben um Reichweite zu generieren. Wer kann es sich denn noch leisten, alle Kanäle unterschiedlich zu bespielen?

Inzwischen werden viele Blogs professionell von Agenturen betreut oder unterstützt – das Märchen von der Multitasking-Bloggerin, die selber dreimal die Woche in Premium-Qualität fotografiert (auch sich selbst:-), die Bilder bearbeitet, Texte in 1a Qualität verfasst, alle Social Media Kanäle individuell bespielt, dazu noch die Familie managt, hält sich hartnäckig.

Wollte ich weiterhin nur auf mich zugeschnittene Inhalte, Bilder und Videos sehen, in meiner Blase bleiben, sanft und doch unerbittlich hingeleitet werden zu den Dingen, die ich sehen soll? Darüber hinwegsehen, das Posts gelöscht werden, die kritische oder politisch unkorrekte Inhalte enthalten? Welche Instanz hat das Recht, dies für mich zu tun? Wollte ich in einer Story auch noch das Making-Of eines Blogbeitrages sehen? Weiterhin lesen, wie „Instas“ ihren Tag verbringen?

Mehr Zeit für das analoge Leben

Und dann habe ich es einfach getan. Einfach ist gut, denn so einfach ist das gar nicht. Da die Netzwerke ungern User verlieren, bieten sie zunächst an, das Konto jeweils zu deaktivieren, damit man es bei Bedarf ganz schnell wieder aktivieren kann. Das wollte ich ja nicht, ich wollte meine Konten dauerhaft löschen. Auf www.chip.de habe ich dann die entsprechenden Links gefunden. Dasselbe Spielchen bei Facebook. Man wird noch ungefähr fünfmal gefragt, ob man das denn wirklich tun will. Ich wollte. Und es hat gar nicht weh getan.

Am nächste Tag habe ich tatsächlich mehrfach nach dem Handy gegriffen, um zu schauen, ob ich Nachrichten bekommen habe oder ob es etwas Neues gibt. Ich konnte es kaum glauben, doch so abhängig gewesen zu sein. Aber es blieb still. Angenehm still. Ich habe dann erst mal drei lange Telefonate mit Freundinnen geführt. Das war super! So wie früher, telefonieren. Nach ein paar Tagen hatte ich mich dran gewöhnt. Und ich habe mehr Zeit. Zeit, die ich vorher in den Netzwerken verbracht habe. Die totale Reizüberflutung ist vorbei.

Ich lese meine Lieblingsblogs wieder im Original. Und zwar dann, wenn ich das möchte. Und nicht, wenn das Handy „Pling“ macht.

Ich habe Weihnachtskarten mit der Hand geschrieben. Auf Papier. Mit Füller.

Ich kann meine Freunde auch ohne Facebook kontaktieren. Ja, das geht. Ich habe einfach angerufen.

Ich surfe neuerdings selbstbestimmt. Toll, welche Perlen man im Netz entdecken kann. Ich hatte vergessen, wie viel Spaß das macht.

Schon höre ich viele Blogger aufschreien: “ Wie willst Du denn mit Deinem Blog bekannt werden, wie wirst Du denn jetzt gefunden, Du bist ja gar nicht mehr vernetzt?“ Na, schauen wir mal. Nach meiner Auffassung setzt sich Qualität immer durch. Zurück auf „Klein aber fein“. So bin ich mit „Erste Etage Links“ gestartet.

Und jetzt rufe ich mal Tante Lotti an.

Alles Liebe,

Claudia

 

Anker im Leben

Neulich habe ich mir die Fotos vom letzten Urlaub angeschaut und dieses Foto gefunden. Es ist in Dänemark im Hafen von Hvide Sande entstanden. Immer wenn ich dort bin, mit der Kamera bewaffnet, entdecke ich neue Motive und Ansichten, die ich festhalten will. Irgendwie bin ich bei diesem Foto hängen geblieben und habe mir Gedanke darüber gemacht, was die Anker im Leben eines Menschen sind. Ich glaube, das jeder Mensch seine Anker braucht. Etwas, worauf man sich verlassen kann, auch wenn der größte Sturm des Lebens tobt.

Für die Einen ist es vielleicht ihre Arbeit, die ihnen Halt gibt und die dem Tag Struktur verleiht. Für die anderen ist es der Lebenspartner, der sie in schwierigen Lebenslagen auffängt. Manche schöpfen Kraft aus einem Hobby oder Ehrenamt. Für mich ist es meine Familie. Ich finde es immer traurig, wenn ich höre, daß Familien untereinander zerstritten sind, nicht miteinander sprechen oder sich jahrelang nicht sehen.

Der Zusammenhalt der Familie ist für mich das Wichtigste. Da mag alles andere daneben gehen, meine Familie fängt mich auf. Ein zweiter Anker sind meine Freunde. Es heißt, die besten Freunde im Leben kann man an einer Hand abzählen. Damit sind die gemeint, mit denen man schon viel erlebt hat, die auch auf einem anderen Kontinent wohnen können, aber wenn man unangekündigt klingelt und vor der Tür steht, ist es so, als wenn man sich gerade einfach zwei Wochen nicht gesehen hat. Manche kennt man von klein auf. Andere trifft man später im Leben, und sie werden zu einem der fünf besten Freunde.

Bei mir waren es in der Tat fünf Freunde. Seit kurzem sind es nur noch vier. Eine ist aus der Runde gegangen, ohne sich zu verabschieden. Sie hat sich das Leben genommen.

Wir bleiben zurück. Und es stellt sich mir die Frage, wo war ihr Anker? Warum hat er nicht funktioniert? Wir hatten uns die letzten Jahre aus den Augen erloren, wohnten in anderen Städten, lebten unser Leben, meisterten den hektischen Alltag mit Kindern, Beruf und was das Leben so fordert und gibt. Aber sie war eine der fünf, die immer im Sinn war.

Mir ist das so fremd, das man so ohne Halt sein kann. Ohne Anker. Die Thematik von Tod und Sterben ist mir nicht fremd, ich begegne auch dem Thema Freitod nicht zum ersten Mal. Es ist eine unbequeme Thematik, und am Liebsten möchte ich mich damit gar nicht befassen. Aber das Leben fragt nicht danach.

Das Seil ist gerissen, kein Anker hat gehalten. Uns alle wirft es gelegentlich im Sturm hin und her, und es ist mühevoll, wieder „Land in Sicht“ zu erkennen, in einen sicheren Hafen zu fahren und in ruhigere Gewässer zu gelangen.

Was sind Eure Anker im Leben? Wie geht Ihr damit um, wenn die Leine zu reißen droht? Ich wünsche jeder und jedem von Euch einen Anker im Leben.

Liebevolle Grüße,

Claudia

 

Traumwelt Angkor Wat

Wenn die Sonne über Angkor Wat untergeht, verfolgen zahlreiche Menschen auf den höher gelegenen Arealen der riesigen Tempelanlagen das Schauspiel. Viele Touristen sind darunter, aber auch Einheimische und buddhistische Mönche. Meine Freundin Ella ist zum zweiten Mal hier, und sie kann die Kamera kaum zur Seite legen. Es sind unglaubliche Bilder einer längst vergangenen Welt. Eine Welt, die langsam zerfällt. Die Witterung, tropische Vegetation aber auch die Zerstörungswut der Menschen setzen den Tempeln zu. Nur zögerlich kommen Restaurierungsarbeiten voran. Affen nutzen die Anlagen als Spielplatz und bevölkern die Umgebung. Um die Anlagen herum spielt sich das tägliche Leben ab: Kinder, die Schulschluß haben und fröhlich nach Hause fahren. Ein Bauer, der sein Feld bestellt. Stadtszenen. Vergangenheit und Zukunft in Kambodscha. Für die Erste Etage links hat Ella mir die schönsten Fotos zur Verfügung gestellt.

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Mönch in Angkor Wat

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Mopeds in Kambodscha

Danke Schön an Ella Sing für die Eindrücke aus Kambodscha. Habt Ihr auch eine Reise in diesem Sommer geplant? Die Urlaubszeit ist in vollem Gange – mal sehen, wohin es uns dieses Jahr treibt…

Ich finde, der Duft von frisch gemähtem Gras und von Sonnencreme versetzt einen sofort in Urlaubsstimmung. Erdbeeren mit Sahne, Zitroneneis, Flip-Flops und Flatterröcke…herrlich! Ich werfe mich erst mal in den Liegestuhl auf meinem Balkon und träume mich in den Sommer. Mal gucken, ob mir der Roomservice einen Milchkaffee spendiert!

Reisefreudige Grüße,

Claudia

 

DIY DesignMarkt in Kassel

Gestern Morgen klingelte der Wecker in der Ersten Etage links ziemlich früh, und zwar um acht Uhr. Und das am Sonntag! Ja, für tolle Events muß man sich eben mal ein wenig früher aus dem Bett quälen. Schließlich wollten meine Fräuleins auch mit, und das kann dauern im Bad…Daher weckte ich die Damen lieber etwas früher. Wie gut die Entscheidung war, gleich morgens zu starten, stellte sich dann später noch als sehr weise heraus. Zunächst aber erntete ich für die unglaubliche Zumutung, meine Mädels sonntags vor 10 Uhr zu wecken, entnervtes Augenrollen. Mutter wieder mit ihren Design-Events!

Seilbahn Reagenzglas

madeva Holzliebe – Bedrucktes Holz mit Reagenzglasvase – ich habe eins mit Palme als Motiv gekauft. Hm, kommt es in die Küche oder lieber doch über den Schreibtisch – mal sehen…

Frau Reagenzglas

Eine strahlende Eva von madeva Holzliebe!

Direkt nach dem morgendlichen Bad-Frühstücks-Drama („Mama, wo ist meine Lieblingshose/ -das getreifte Hemd/ -meine beige Hose, die enge, es passt nur die!“ und „Kann ich noch eine Haarkur reinmachen/ -kannst Du mir Zöpfe flechten /-wo ist meine Haarbürste“ sowie „die Smacks sind alle/ -wieso haben wir nur noch Toast? /-immer nimmt sie die Butter zuerst!“) konnten wir starten. Noch Fragen, wieso ich die Mädels zwei Stunden vorher wecke?

be proxy

Glitzer und Funkel von bePROXY. Meine Mädels wollten sie alle!

Fullekind

Mein absoluter Favorit und das „must have“ für jeden Kasselaner, Kasseläner, Kassler und alle, die es noch werden wollen: Schöne Dinge in schönstem Hessisch von FULLEKIND

Das jüngste Fräulein schmollte noch ein wenig im Auto vor sich hin, weil es angeblich nicht die richtige Jacke anhatte, die andere hingegen war schon etwas wacher (und hatte eine Jacke an, die ihr gefiel). Ich lenkte unsere Familienkutsche vergnügt Richtung Kassel, denn ich hatte mich schon sehr auf diesen Tag gefreut: Im Kulturbahnhof Kassel fand der DIY DesignMarkt statt. Für mich als Schnickedöns-Begeisterte genau das Richtige! Der Tag war schon seit Wochen bei mir im Kalender rot markiert.

Frau Polaroidclip

Vanessa von vnf handmade mit ihren liebevoll gestalteten Sachen – ein Traum!

Federkissen

vnf handmade

Federmobile

vnf handmade

Polaroidclips

vnf handmade

Wir waren zeitig da, ein paar Menschen warteten schon vor dem Eingang. Wir stellten uns dazu, bis wir merken, das es die falsche Tür war – wir hatten uns beim Ausgang angestellt. Flugs eilten wir zum richtigen Eingang und waren dann tatsächlich die allerersten drei, die eingelassen wurden.

Ohrringe Holz

Sehr süße Ohrstecker und tolle Taschen fanden wir bei DONNER-LITTCHEN

Mütze Stern

Ich liebe Sterne als Motiv – und hier war ich im „Mützen mit Sternmotivhimmel“ bei Julia von SchnickelSchnackel

Räuberblut

Kurioses und Skurriles gibt es bei Räuberblut

Im schön hell gestalteten Südflügel des Bahnhofs wartete dann das Paradies für Design-Begeisterte: Schmuck, Kleidung, Taschen aus ungewöhnlichen Materialien, Objekte aus Holz, Bedrucktes und Bemaltes, Metall und Beton, Kulinarisches, ein Nähkurs für Kinder, Stempel und vieles mehr.

Frau in Rot

Außergewöhliche Perlenketten und Anhänger fertigt Schmuckmacherin Jutta Walther von Perlenrausch

Perlenregal

Perlenrausch

Lederquasten

Perlenrausch

Die Hallen füllten sich schnell, und wir starteten unsere erste Runde, aus der letztendlich zwei ausgiebige Runden wurden – es waren so viele Eindrücke, daß wir zwischendurch eine Pause machen mußten. Die versüßten wir uns mit köstlichen Kuchen und ausgezeichnetem Quiche, dazu gab es Bionade für die Fräuleins und Kaffee für mich.

Lolas Kitchen

Super leckeren Cheesecake mit Beeren (verflixt, der war auf den Fotos verwackelt) und allerlei süße und herzhafte, wunderschön dekorierte kulinarische Köstlichkeiten gab es bei Lola’s Kitchen. Infos unter info@lolaskitchen.de oder bei facebook unter lolaskitchenkassel

Schokotörtchen

Liebe Eda, sollte ich jemals ein Event mit Catering planen – Du bist engagiert. So gut!

Da ich selbst kreativ bin, weiß ich um die Arbeit und um die Liebe, die alle Aussteller in ihre Produkte stecken. Es braucht Ideen, Mut, Zeit, mitunter Humor, Ausdauer und Passion, Können und Geschick, um letzlich „seine“ Objekte zu gestalten und sie dann auch auf einem passenden Event erfolgreich zu vermarkten. Mir sind die vielen strahlenden Gesichter der Aussteller aufgefallen. Es wurde gelächelt und viel gelacht, man tauschte sich aus und führte gute Gespräche mit Gleichgesinnten.

Turnmatten

Wer hat seine ersten Purzelbäume nicht auf diesen blauen Matten in der Schule absolviert? Das Material kann man auch anders gebrauchen, dachte sich Dolores del Rio von ZWISCHENPOL

Turnmatten2

Die Vielfalt des Angebotes war super, die Qualität beeindruckend. Als Marketingtante nehme ich schon von Berufswegen her die Gestaltung der einzelnen Stände unter die Lupe. Wie präsentiert sich der Austeller? Hier waren es in der Hauptsache Frauen, aber auch einige Männer, die ihre Produkte vorgestellt haben. Gibt es Visitenkarten oder Flyer, ist die „Marke“ im Netz präsent?

Frau der Worte

Kerstin von Po-ta-to! stempelt…alles mögliche. Schaut selbst bei Instagram unter „Kerstinpotato“ oder kontaktet sie unter potato_bremen@web.de

Worte auf Baumwolle

Po-ta-to!

Überall, wo ich anfragte und mich vorstellte, wurde ich erfreut empfangen und durfte Fotos machen. Man reichte mir Visitenkarten und Flyer oder hübsch gestaltete Postkarten. Das hat riesigen Spaß gemacht!

Skatmann

Der Mann mit den Skatspielen – sehr schön präsentiert!

Öhm, bis auf das ich immer noch keine eigenen Visitenkarten habe und das falsche Objektiv auf der Kamera war, lief es wirklich blendend!

Seemannsfaden

Seemannsfaden

Seemannsfaden2

Seemannsfaden

Ankerfräuleins

Moin, Moin! Die bezaubernden Ladys von Seemannsfaden!

Ahoi

Seemannsfaden

Wir sind natürlich auch fündig geworden, die Mädels und ich. Ich freue mich riesig über die tollen Sachen, die in liebevoller Arbeit entstanden sind. Nach einigen Teilen hatte ich schon länger Ausschau gehalten, andere Dinge fand ich so entzückend, daß ich sie einfach haben wollte. Es gab aber auch Einiges, mit dem ich nicht so viel anfangen konnte. Dennoch hat sich der Besuch mehr als gelohnt, und wir sind nächstes Mal sicher wieder dabei, wenn es heißt: DIY DesignMarkt in Kasssel!

Kosmetiktasche

Endlich ein neues Kosmetiktäschchen – bei der Auswahl fiel es mir schwer, mich für eines der Modelle von VIVILOVELY zu entscheiden – am Ende habe ich zwei genommen, ein kleines für die Handtasche und ein größeres als Toilettenbeutel.

Kaffeelikör

Zwei coole Jungs, ein cooles Getränk – habe den Kaffeelikör getestet und für gut befunden – natürlich nur einen „winzigen Schlock“! Gibt es bei CO’PS

Fräulein Nachbar

Fräulein Nachbar bezaubert mit den schönsten Taschen und Beuteln. Fraulein Erste-Etage-links verliebte sich spontan und so mußte auch hier eine Tasche mit.

Karte Nachbar

Fräulein Nachbar

Kosmetik Nachbar 2

Fräulein Nachbar

Und als wir am Schluß voller schöner Eindrucke und mit gut gefüllten Tüten den Ort des Geschehens verließen, trauten wir unseren Augen kaum: Vor dem Eingang standen etwa 200 Leute und warteten geduldig auf Einlaß! Wie gut daß Frau Perfekt Erste Etage links wir recht früh da waren heute morgen…

Andrang

Ganz lieben Dank an alle Austellerinnen und Aussteller für Eure Kooperation – Ihr seid toll, kreativ und wunderbar!

Eine schöne Woche wünscht Euch

Claudia

P.S. Über die Teilchen, die ich erstanden habe, berichte ich noch mal separat. Die haben einfach einen eigenen Post verdient!

P.P.S Mein Titelfoto für den heutigen Post stammt von Fräulein Nachbar.

 

 

Frühlingserwachen

Letztes Wochenende war es soweit: Das erweiterte Wohnzimmer erwachte zum Leben – der Balkon. Bei uns ist es wieder mal direkt vom Winter (Schnee, null Grad, kalt) in den Sommer gewechselt (Sonne, 17 Grad, Kröten-Orgie im benachbarten Teich). Ich stand also fröhlich schwitzend auf dem Balkon und fegte und wischte was das Zeug hielt. Wie konnte ein so kleines Außengelände in so kurzer Zeit wieder so dreckig werden?

Balkon Belli rot

Ich konnte mich auch nicht erinnern, das ich Moos für meine Glasscheiben auf dem Balkon bestellt hatte. Beidseitig. Flächendeckend. Letztlich hilft für die Außenseite ganz unten nur eins: Die gute alte Klobürste. Da kommt man wenigstens bis unten. Ich hoffe, mich hat keiner beobachtet, wie ich quasi im Ganzkörpereinsatz frei hängend über dem Geländer die Kante meines Balkons mit einer schwarzen IKEA Klobürste geschrubbt habe. Ich meine, das ist Einsatz.

Ich weiß auch nicht, warum sämtliche Insekten mit Flügeln und sechs Beinen und ohne Flügel mit geschätzen 46 Beinen immer bei mir wohnen wollen! Der Großteil von denen wohnt jetzt jedenfalls auf dem Kompost. Da können sie sich mit den Regenwürmern die Köppe einhauen, von mir aus. Aber nicht unter meinen Terrakotta-Töpfen!

Manches Mal muß man sich wirklich die Augen reiben. Letztes Jahr hatte ich ein scheinbar totes Holzstäbchen zur Stütze für eine Gewürzpflanze in einen großen Topf gesteckt. Die Gewürzpflanze war über den Winter erfroren, aber das Stäbchen steht noch da. Und weil es sich so wohlfühlte, ist es denn mal flott angewachsen. Jetzt wächst in meinem Topf eine Buche.

Strandgut Metallkorb Kranz

Das Strandgut ist nicht erfroren und macht sich nach wie vor schön auf dem Metallstuhl. Der Efeu hat den Stuhl auch entdeckt und hat sich über der Lehne breit gemacht. Mal schauen, ob ich das so lasse.

Metallstuhl Efeu

In die Kästen habe ich Hornveilchen und Bellis gesetzt, die mag ich einfach gerne und sie sind robust, wenig anspruchsvoll und sehen hübsch aus. Dann konnte ich an einer altrosa Hortensie nicht vorbeigehen. Sie passt so schön zu den Zinkgefäßen und hat unheimlich viele Blüten.

Balkon Hortensie Laterne2

Übrings, wer das mit den Kröten mal sehen will: Auf Instagram habe ich ein wirklich schönes Exemplar erwischt – Kröte müßte man sein. Die müssen keinen Balkon fegen, sehen immer auch mit Beulen schön aus und krabbeln zum Fortpflanzen einfach in den Teich, in dem sie geboren sind.

So einfach kann Leben sein!

Einen schönen Frühling wünscht Euch

Claudia

Ordnung im Kleiderschrank

Heute ist es soweit – mein Kleiderschrank und ich haben eine Verabredung. Wir wollten uns schon viel früher treffen, aber die letzten Treffen konnte ich wegen akuter Unlust nicht einhalten. Oder das Wetter war zu schön. Oder ich hatte keine Lust. Oder, oder, oder…

Würde man als Frau den Beziehungsstatus zu seinem Kleiderschrank auf Facebook posten, klingst das dann meist so: „Es ist kompliziert“. Entweder ist der Schrank zu klein. Oder er steht wackelig (bedenklich bei überfülltem Zustand). Oder ganz schlimm, Frau muß ihn teilen! Da kriegen die Sommerfähnchen schon mal Platzangst neben dem Stapel Herrenpullis aus Kaschmir. Kurzum: Meist herrscht irgendwie Platznot, außerdem wollte man schon lange mal ausmisten und zudem hat Frau ja auch nie was anzuziehen. Es ist ein Drama. Aber keine Sorgen, nun bin ich ja da und erkläre Euch, wie man alle seine Kleiderschrankprobleme auf einen Schlag los wird.

Dafür braucht Ihr nicht viel:

  • Extrem schlechtes Wetter (zur Zeit ideale Bedingungen – kalt, naß, windig, 4 Grad Außentemperatur),
  • große Säcke (Achtung, reißfest! Sonst habt Ihr plötzlich eine Altkleiderboutique im Flur beim Raustragen)
  • Umzugskartons oder stapelbare Kisten – sehr gut eignen sich auch  transparente Plastikkisten von IKEA mit Deckel. Die haben den Vorteil, daß sie stapelbar sind und man sieht, was drin ist
  • dicker Edding zum Beschriften, ev. dickes Kreppband (zum Beschriften der Plastikboxen)
  • gute Musik – Tip: Buena Vista Social Club
  • bei starken Hemmungen, Sachen zu entsorgen: unbedingt Getränke, die lustig machen!
  • bei wild entschlossener Ordnungslust: Kaffee reicht
  • ein Eimerchen samt Putzlappen mit warmem Wasser und einem Spritzer „Frosch Orangenreiniger“ – duftet nachher schön. Oder einfach eine paar Tropfen Zitrone ins Wasser geben.
  • trockener Lappen zum Nachwischen
  • 5 große Wäschekörbe/ Kisten/ Körbe
  • Mülltüte

Hilfreich ist auch eine Freundin, die ehrlich ist und kein Blatt vorm Mund nimmt. Weniger hilfreich ist die Freundin, die bei jedem Teil in Entzückungsschreie ausbricht und kreischt: „Maaaaan, daß hast Du doch zum Abiball 1989 getragen! Das mußt Du unbedingt aufheben!“ Eben nicht. Denn genau in der weißen Bluse mit Puffärmeln und Lochstickerei, kombiniert mit dem Jeansrock mit weißer Spitze abgesetzt hast Du damals ausgesehen wie eine Vize-Kirschenkönigin aus Deiner 30-Seelen-Geburtsgemeinde, die sich auf die Bambiverleihung verirrt hat.

Aber dazu später mehr.

Jetzt geht es ans Eingemachte!

Musik läuft? Angenehme Raumtemperatur? Mut angetrunken oder mit Kaffee versorgt? Sehr gut! Nähern wir uns der Problemzone. Manch‘ Einem fällt ja schon beim Öffnen der Schranktür der Inhalt entgegen. Bei Anderen quellen lauter verschiedene Socken aus einem Schubfach, was vermutlich auch der Grund dafür ist, daß der Schrank schon seit Längerem nicht mehr richtig zugeht. Andere wurschteln vorne einfach immer die frische Wäsche rein, ungeachtet dessen, was sich dahinter verbirgt. Und das ist meist so Einiges. Lasst Euch nicht entmutigen. Gleich wird alles gut.

Schritt 1 – Alles muß raus

Es ist ein bißchen wie beim Schlußverkauf: Alles muß raus. Erst einmal. Ich halte nix von der These, alles auf einen Haufen zu schmeißen und dann beim Anblick des mannshohen Stapels resigniert zum Alkohol zu greifen frei nach dem Motto: „Das schaffe ich nie“! Lieber die Stapel einzeln rausheben und draussen aufstapeln. Meist ist ja ein Bett in der Nähe, da kann man alles drauf legen. Wenn das Bett voll ist, einfach den Boden dazu nehmen. Fällt einem sowieso alles entgegen, dann eben alles auf einen Haufen (na gut!).

Jahreszeitlich gehen wir gerade vom Winter in den Frühling über, also die Stapel Haufen in zwei Bereiche teilen: Frühling/ Sommer rechts, Herbst/ Winter links. Das muß überhaupt nicht ordentlich sein, hauptsache grob unterteilt.

Schuhe auf einen Haufen Stapel, Gürtel in eine Ecke, dasselbe mit den Strümpfen und der Unterwäsche und was sich sonst noch so im Schrank findet.

Übrings, angefangene Silikonkartuschen, Fahrradtaschen und ornithologische Fachbücher gehören NICHT in den Kleiderschrank. Alles schon da gewesen.

Schritt 2 – Auswischen und Lüften

Alle Schrankflächen von innen feucht abwischen und trocken nach wischen. Vorübergehende Frustrationsanfälle („Wie soll das jemals alles wieder reinpassen?“) ignorieren. Schranktüren geöffnet lassen und dem Schrank Zeit geben, zu trocknen und zu lüften. Na, riecht es schon schön frisch? Vielleicht nach Orange oder Zitrone? Ich meine den leeren Schrank – nicht den vermutlich leicht muffigen Haufen Kleidung. Einiges sollte eventuell noch mal gewaschen werden, bevor es wieder in den Schrank wandern darf. Jetzt ist auch mal Zeit, am Prosecco zu nippen oder einen Kaffee zu genießen.

Schließlich hast Du jetzt schon ganz schön was geschafft, ne?

Jetzt nähern wir uns dem interessantesten Teil des Ausmistens – dem Sortieren. Mir macht das ja immer am meisten Spaß! Ich kann gar nicht verstehen, wieso es Leute gibt, die nicht mit unglaublicher Begeisterung ihren Kleiderschrank aufräumen! Ich lach‘ mich immer über meinen eigenen Kram kaputt. Bei Kundenaufträgen dauert es meist auch nicht lange, bis lautes Gelächter aus dem Schlafgemach dringt.

Ausmisten kann Spaß machen – echt!

Schritt 3 – Sortieren

Erfahrungsgemäß ist das der schwierigste Teil. Durch meine Erfahrung als Ordnungscoach habe ich schon viele Kleiderschränke von innen gesehen. Und die Verzweiflung in den Augen der Besitzerinnen, die sich von einigen ihrer heißgeliebten Kleidungsstücke trennen sollen.

„In die Jeans passe ich noch mal rein – irgendwann!“ oder:

„Das Kleid habe ich von meiner Mutter geerbt, das darf auf keinen Fall weg!“

Auch sehr beliebt: „Das Top habe ich mir auf Goa/ Ibiza/ am Gardasee gekauft und das war schweineteuer!“

Aha. Sieht aus, als wäre die Kleiderschrankbesitzerin auf beiden Augen im Urlaub spontan erblindet und hat sich deshalb für das schreiend bunte, halbtransparente Top/ Kleid/ die Harmeshose in rosa-khaki-orange entschieden, wo zudem ein Knopf fehlt oder der Reißverschluß klemmt.

Darauf einen Schluck Prosecco!

Nun ja. Wir fangen ganz langsam an. Alles wird gut. Denn ich weiß, daß die Kleiderschrankbesitzerin mir nach der Prozedur glücklich strahlend um den Hals fällt. Ich weiß das!

Deshalb mach ich das Ganze ja überhaupt!

Es wird Frühling. Also – stellt Euch die Wäschekörbe/ Kisten parat. Zur besseren Orientierung beschrifte ich die Körbe mit Kreppband und Edding, damit auch alles im richtigen Korb landet. Mit zunehmendem Proseccospiegel kann da auch mal was daneben gehen.

  • Korb 1: Muß unbedingt bleiben
  • Korb 2: Weiß noch nicht
  • Korb 3: Kann weg (Altkleidersammlung, Altkleiderspende)
  • Korb 4: Zum Schneider/ Loch stopfen/ Flicken drauf/ Reißverschluß kaputt/ Reinigung
  • Korb 5: Verkaufen (ebay, Kleiderkreisel, Facebook, Zeitungsannonce, Mädelsflohmarkt) oder Tauschen (Tauschparty)

Zunächst nehmen wir uns den Sommer/ Frühlingshaufenstapel vor. Du nimmst jedes Teil in die Hand und dann entscheidet Ihr gemeinsam, in welchen Korb das Teil wandert. Und unbedingt anprobieren!!! Damit der „Muß unbedingt bleiben“ Korb nicht überquillt und sich in den anderen Körben fast nichts befindet, gilt es folgende Tipps zu beherzigen:

  • absolute Lieblingsstücke wie die Lieblingsjeans, die DIR passt, die coole Lederjacke oder das typgerechte Wickelkleid, daß man auf jede Party anziehen kann, bleiben. Ist ja klar.
  • Kleidung, die zu klein ist, knallhart aussortieren. Nein, die Jeans ist nicht über mehrere Wochen im Schrank vor sich hin geschrumpft. Dein Körper verändert sich, die Wenigsten behalten immer dieselbe Kleidergröße. Oder willst Du Dich da wieder reinhungern? Diäten bringen nichts und frustrieren nur. Ein ganz heißer Tipp von Frau zu Frau: Lieber Sport machen und den Körper straffen und dabei das Essen und Genießen nicht vergessen. Seid stolz auf Eure Kurven/ Hüften/ das Super Dekolleté/ und betont Eure starken Seiten, statt die vermeintlichen Schwachpunkte zu kaschieren.

Das Thema kriegt demnächst einen eigenen Post, habe ich gerade beschlossen.

  • Entsprechend gilt: Kleidung, die zu groß ist oder sonst wie nicht passt – aussortieren.
  • Je nach Zustand in die Körbe sortieren. Ist das Teil noch tragbar, aber nicht mehr passend, freut sich vielleicht jemand anders.
  • Ausgeleierte/Verwaschende/Kaputte Kleidungsstücke wandern in die Altkleidersammlung. Punkt. Ausnahme: Wirklich kaputte Kleidung wie die löchrige Strumpfhose, den defekten BH, Einzelsocken, das T-Shirt, welches man vor vier Jahren mal für Malerarbeiten benutzt hat:  Ab in den Müll.
  • Laßt uns über „Schlüpper“ sprechen – zu deutsch: Unterhosen, Slips, Unterwäsche. Mir sind BH’s begegnet, bei denen Metallteile rausschauten (allein der Gedanke, eine Frau piekst sich ihren eigenen BH-Bügel in die Rippenbögen – schrecklich!).  Oder die Trägerin der Wäscheteile konnte sich beim besten Willen nicht mehr an die Originalfarbe erinnern (hornhautumbra? veilchenschlagblau? 70iger Jahre badkachelrosa?). Manche Unterhöschen waren reine Sommervarianten: Durch die vielen Löcher unheimlich gut belüftet – rein optisch eher fragwürdig. Ich kenne die Geschichte mit den „so wahnsinnig bequemen“ Unterhosen. Die ausgeleierten, grau verwaschenen, löchrigen Modelle fliegen raus. Punkt. Alles andere, ob man nun Baumwolle, Modal oder Synthetik bevorzugt, darf bleiben. Ach ja, und wer sich mal so ein superteures Spitzendessous gegönnt hat und das doch nie trägt: Verkaufen. Für alle, die sowas schon immer mal haben wollten und der Meinung sind, das sie das jetzt mal brauchen: Ab in das Wäschegeschäft Eures Vertrauens und in schöner Wäsche schwelgen! Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür.
  • Socken und Strumpfhosen. Ein heikles Thema. So manch eine hortet Einzelsocken, da können schon mal gut und gerne 20 Stück zusammen kommen. Und die Herrin der einsamen Socken wartet darauf, das die böse Waschmaschine, die ja die anderen Socken gegessen hat, diese wieder ausspuckt. Tut sie aber nicht. Fazit: Einzelsocken wandern in den Müll. Feinstrumpfhosen mit Laufmasche – weg damit. Löchrige, qualitativ schlechte Socken wandern in den Müll. Hochwertige Socken, z.B. aus reiner Wolle, wandern in die Kiste zum Stopfen. Wer kauft eigentlich qualitativ schlechte Socken?

Das Thema Qualität kriegt auch einen eigenen Post.

  • Farbvarianten. Auch so eine Thema. Es gibt Frauen, die benötigen 12 Strickjacken in dunkelblau. Warum, wissen sie selbst nicht so genau. Aber sie sind überzeugt, ohne das Teil nicht leben zu können. Sollen sie ja auch nicht. Die Erklärung: Man neigt beim Kaufen zu gewohnten Mustern. Nach dem Motto „Blau geht immer und steht mir gut“ greifen wir stets zu ähnlichen Modellen und entdecken zuhause beschämt, das wir das Teil so ähnlich schon dreimal im Schrank haben. Passiert auch gerne mit weißen T-Shirts, schwarzen Feinstrumpfhosen oder Jeansröcken. Also: Qualität vor Quantität, das ist das Eine. Das Andere: Sich auf drei Modelle beschränken: Eine Strickjacke dunkelblau in lang (geht über den Po), eine kurze und eine grob gestrickte – das reicht. Die anderen 9 Modelle wandern in die Körbe 3 oder 5.
  • Jeans, Tops, Blusen, Röcke, Sportklamotten – alles nach demselben Prinzip sortieren.
  • Nostalgie – ist erlaubt. Ich erlaube Euch drei Nostalgieteile, an denen Euer Herz hängt, die von einem lieben Menschen stammen oder die Euch weiter begleiten sollen, auch wenn sie vielleicht nicht der Mode entsprechen oder Euch nicht mehr passen.
  • Accessoires. Eine heikle Geschichte. Manch eine ist erstaunt, welche Unmengen an Schals, Tüchern, Ketten, Ansteckblumen, Hüten und Gürteln aus den Tiefen des Schrankes hervorkommen. Gleiches wie oben: Kaputte Teile aussortieren, was nicht mehr gefällt, verkaufen, tauschen, verschenken, den Kindern für Fasching überlassen.
  • Schuhe. Falls sich Schuhe im Kleiderschrank befinden, sollten sie in geeigneten Schachteln oder Baumwollbeuteln aufbewahrt werden. Auch hier gilt: Trage ich die Schuhe? Habe ich sie jemals getragen? Passen sie? Oder kann ich gefühlt nur 10 Minuten drin stehen?

Eure Stapel sollten sich nun schon gelichtet haben. In gleicher Weise mit dem Herbst/ Winter Stapel Haufen verfahren. Hier gibt es noch eine Besondertheit: Wollpullis, warme Strumpfhosen, Westen, Winterschuhe, Mützen, Schals und alles, was Ihr definitiv nicht im Sommer tragt, in die Kartons oder transparenten Kisten schichten und diese beschriften. Das Ganze über den Sommer im Keller oder auf dem Dachboden lagern. So entsteht mehr Platz für die aktuelle Garderobe, und Ihr habt einen besseren Überblick.

Falls Ihr etwas Verkaufen und Tauschen möchtet, beschriftet die Kisten entsprechend. Dann auch diese Kisten erst einmal einlagern. Altkleidersäcke füllen und zum Abtransport aus dem Zimmer räumen.

Auch die Sachen, die geändert oder geflickt werden müssen, zusammenpacken und so parat stellen, das sie mit zum Schneider/ zur Oma/ zur Mama mitgenommen werden können.

Das Meiste ist geschafft, hurra! Du kannst stolz auf Dich sein, es ist nicht einfach, dauernd Entscheidungen für oder gegen etwas zu treffen. Zudem stehen Dir vom Anprobieren möglicherweise die Haare zu Berge und Deine Freundin hat vermutlich Lachtränen in den Augen…ich sage nur Nachthemden mit Mickey Mouse, Burlington Socken in beige-grün (die mit dem Knopf!) und ein Jeanshemd, in dem man aussieht wie John Wayne nach einer Flasche Bourbon auf Ex.

Es ist Dir schon leichter ums Herz? Kein Wunder: Aufräumen schafft nicht nur Platz im Schrank, es macht auch die Seele weit. Das gilt übrings für alle Arten des Aufräumens. Man hat sich von Ballast befreit und kann aufatmen. Ein schönes Gefühl!

Schritt 4 – Einräumen

Das Schönste. Das Vergnügen. Hach!

Jetzt kannst Du ganz in Ruhe die Dinge, die übrig sind, in den Schrank einräumen. Je nach Schrank-Einteilung Socken, Strümpfe, Unterwäsche, Accessoires in Körbe oder Schubladen sortieren. Tops auf einen Stapel, T-Shirts ebenso, Blusen und Kleider auf Bügel hängen, Jeans auf einen Stapel. Sportklamotten in einen Bereich, Mäntel und Jacken sowie Strickjacken zusammen hängen. Schuhe nach unten, Pullis weiter oben. In der Mitte sollte sich das befinden, was Du jeden Tag benötigst. Falls Du Platz hast für eine vordere und eine hintere Reihe: Das, was Du gerne magst und häufig trägst, nach vorne legen.

Manche haben noch eine Kommode extra für die Kleinteile wie Unterwäsche und Socken etc., das ist natürlich komfortabel. Mehr Platz im Schrank!

Wer Bettwäsche und Handtücher im Schrank aufbewahrt – ganz nach oben damit, da muß man nicht so oft dran.

Noch ein Wort zur Einteilung und zu Kleiderschränken generell: Es gibt tolle Ordnungshelfer für Schränke, z. B. von IKEA. Da gibt es Schuhkartons mit Sichtfenster, spezielle Bügel, um Tücher aufzuhängen, und Einsätze für Schubladen für Kleinteile wie Krawatten oder Socken. Wer etwas mehr Geld ausgeben möchte, kann das in eine Innenbeleuchtung investieren oder gar in ein komplett neues Schrankmodell mit mehr Stauraum. Dies gilt besonders dann, wenn das alte Modell wirklich noch aus dem Jugendzimmer stammt oder nicht standfest ist.

Frei stehende Kleiderstangen wirken im Raum sehr dekorativ, aber die Kleidung staubt schnell ein. Bei mir steht eine alte Schneiderpuppe als gestalterisches Element. Je nach Lust und Laune trägt sie mal ein Hippietop mit vielen Ketten oder ein altes, knallrotes Tangokleid.

Gratulation zum ausgemisteten Kleiderschrank! Das sieht toll aus!

Ich bin stolz auf Dich.

Liebe Grüße,

Claudia

P.S. Drei Tricks für Deinen „neuen“ Schrank:

  • Im Handel gibt es hübsche Aufhänger aus Zedernholz gegen Motten, die kann man an die Bügel hängen oder zwischen die Pullis legen
  • kleine, lecker duftende Seifen in Tüllbeuteln zwischen die Wäsche legen – hat meine Oma schon so gemacht
  • ein paar schöne Outfits zusammenstellen und gleich grffbereit zusammen hängen – das spart die Quahl der Wahl beim nächsten Anfall „Ich hab ja gar nix anzuziehn“. Und wetten, daß Du beim Ausmisten auf ein paar tolle Teile gestoßen bist, die neu kombiniert ganz super aussehen?

Zur Thema „Was ist guter Stil“ muß ich auch noch mal einen Post schreiben…herjee, das nimmt ja keine Ende! Und was machen wir mit den Männersachen…

 

 

 

 

 

 

 

Ich darf essen was ich will

Lecker Foto, oder? Ein Steak auf Rote Bete an Basilikum-Gnocci mit Möhren mit Feldsalat. Also, mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Aber gerne macht das wieder jemand zunichte: „Iiiiiih, Du ißt noch Fleisch“?  Oder: „Was, Du ißt Eis? Da sind doch Eier drin“. Gerne genommen auch: „Nein, das geht gar nicht, da ist Gluteeeeen drin. Das vertrag‘ ich nicht!“ Ach, wirklich? Weißt Du das genau?

Jeder weiß etwas zu dem Thema zu sagen: Industriezucker ist schlecht, Kaffee ist eine Droge, zu viel Fett ist ungesund, Butter geht nicht und gegen Nüsse entwickelt jeder zweite eine Allergie. Laktoseintoleranz, Histaminunverträglichkeit, gute und schlechte Öle, zu viel Cholesterin und zu wenig Eisen, Diät halten wird zum Hobby, grüner Tee ist gut gegen Krebs… die Liste des Halbwissen ist lang und ergiebig.

Ich spreche hier nicht von den Menschen, die eine nachgewiesene Allergie haben – auch bin ich sicherlich keine Ernährungsberaterin. Aber ich muß einfach mal ein Machwort sprechen: Jeder gesunde Mensch darf alles essen. Es ist immer ein Frage der Verhältnismäßigkeit: dreizehn Big Mäc am Tag können zuviel sein, und nach acht Tassen Kaffee kriege auch ich Herzrasen.

Jedoch sind die meisten Menschen verunsichert – was darf ich denn nun noch essen? Alles. Alles was Dir schmeckt und worauf Du Lust hast. Wie wäre es, wenn Du mal wieder Freunde einlädst (ja, so wie früher!). Du kochst einen Riesen-Topf Spagetthi mit Bolognese-Soße, dazu gibt es Wein und Selters, einen Salat – und hinterher Tiramisu (mit echten Eiern!!!) und 100%  Mascarpone – was für eine Geschmacksexplosion! Manche wissen vor lauter Sahneersatz schon gar nicht mehr, wie echte Sahne schmeckt. Und dann sitzt Ihr einfach beisammen, redet bis in die Nacht und verbucht den Tag unter „ein Abend, an den wir uns später erinnern werden“. Wann hast Du das letzte Mal Freude eingeladen (nicht bei Facebook, sondern real!) Und wann hast Du das letzte Mal nicht gefragt, ob sie Veganer, Vegetarier, Paleo-Anhänger oder sonst einer Frakti0n anhängen?

Koch‘ einfach. Lad‘ Freunde ein. Habt Spaß.

Wenn ich Ernährungsberaterin wäre, würde ich sagen: Achte auf Bioqualität und kaufe möglicht regionale Produkte. Laß die Convinience-Produkte weg. Koch selbst. Dann weißt Du, was drin ist. Schmeckt auch besser. Vermeide Konservierungsstoffe, Farbstoffe und Zusatzmittel. Zucker in Maßen, Fett ist ok, besonders hochwertige Öle. Bewege Dich, wenn Du Lust und Zeit hast – Sport macht Spaß! Genieße das Essen. Iß‘ abwechslungsreich. Obst und Gemüse, Wasser zum Trinken, Vollkornprodukte, Geflügel und Fisch. Back‘ selber Kuchen. Eier und Quark sind prima Eiweißlieferanten.

Also, das würde ich sagen, wenn ich Ernährungsberaterin wäre. Bin ich ja aber nicht. Ich hab ja keine Ahnung – ich lebe nur danach, was mir gut tut. Die oben genannten Dinge tun mir gut. Und ich liebe ein Croissant mit Butter und Marmelade samt lecker Milchkaffee. Tut mir auch gut. Schon mal Nutellatoast mit Banane belegt?…Ok. Ihr wißt, was ich meine. Der Genuß darf wieder einziehen in Euer Leben.

Ernährungscholerikern begegnet ich mit Entspanntheit – es wird einfach Zeit, sich wieder auf sein Bauchgefühl zu verlassen. Die meisten Lebensmittel sind sicher. Und Du weißt am besten, was Dir gut tut.

In diesem Sinne: Lecker Sonntag!

Liebe Grüße, Claudia

P.S. Das Foto entstand im „Stüffel“, einem kleinen, feinen Restaurant im Norden von Hamburg. Ein echter Geheimtip – Geschmacksexplosionen und fantastische Weine garantiert!