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Heidelbeerdrama und Kaffeekonsum

So. Jetzt liegen sie hübsch wie zufällig angeordnet auf dem Tablett. Die Heidelbeeren für meine kleines „Heidelbeer-Mascarpone-Schoko-Creme“ Fotoshooting. Aber vorher tobte in meiner kleinen Kantine die Hölle. Genauer gesagt, die Heidelbeer-Hölle. Mir ist nämlich zweimal die gesamte Packung Heidelbeeren entglitten – nicht einmal, nein zweimal. Wer kam denn auch auf diese dusselige zweiteilige Verpackung mit nicht-passendem Deckel? Der ganze Küchenboden hatte Heidelbeer-Sommersprossen (oder sollte ich sagen Frostsprossen? – es ist ja so fürchterlich kalt draußen!). Der Teilzeit-Hund verfolgte mit verwunderten Blicken, wie ich kriechender Weise auf dem Küchenboden Ausschau hielt nach den kleinen lila Kugeln, um sie wieder einzusammeln. Zweimal – erwähnte ich das schon? Letztendlich wurden die leckeren Beeren dann ihrer wahren Bestimmung zugeführt, nämlich als äußerst passende Begleiter für ein Dessert.

Ja, so ist das, wenn man einen Blog schreibt und Fotografin, Autorin, Kritikerin, Scout und Seiten-Designerin in einer Person ist. Da ich das Magazin nun auch mit sinnigen Inhalten füllen möchte (die wache Leserin hat es bemerkt, einige Kategorien sind noch nicht gefüllt), bin ich zur Zeit an allen Fronten aktiv. Das führt zu der einen oder anderen komischen Situation und belebt die Familie ungemein. Es war vorher schon belebt – aber das nur am Rande.

„Wer hat die Dekoration für das Dessert gesehen“ – „Ich.“ „Ja, und wo?“ „Ich habe sie aufgegessen.“

„Kann ich noch einen Kaffee haben?“ „Nein.“ „Wieso?“ „Du hattest heute schon sechs.“

Alle sitzen am Tisch und warten auf den Nachtisch. Die Fräuleins haben richtig Hunger und wollen gerade loslöffeln. Im letzten Moment reiße ich das Tablett hoch:“ Moment, ich muß noch schnell ein Foto machen!“

„Darf ich die Erdbeeren essen?“ „Nein, die sind noch nicht fotografiert.“

„Kannst Du bitte mal hier halten/aus dem Bild gehen/nochmal Erdbeeren kaufen/den Hund füttern/essen für die Kinder zubereiten/die Gute-Nacht-Geschichte lesen/das Bad putzen…? “

Wenn Mama bloggt, ist das schon eine Umstellung für die Familie. Wobei wir den größten Spaß haben, neue Gerichte auszuprobieren oder kleine Fotoshootings zu gestalten. Ohne meine Fräuleins würde so manche Idee nicht hier im Blog erscheinen, weil ich gar nicht auf die Idee gekommen wäre.

Und die Mama-Brust hebt sich natürlich stolz geschwellt, wenn man von den Fräuleins abgeknutscht wird mit den Worten:“Du machst das ganz wunderbar, Mama. Wir sind so stolz auf Dich“. Schluck.

Die Erheiterungskomponente vom Blogschreiben hatte ich vollkommen unterschätzt. Dabei bin ich quasi ein alter Hase, was das Schreiben angeht. Jedoch oder gerade dadurch habe ich dauernd bei anderen Blogs gelesen, verglichen, bewertet, habe hin und her überlegt, wie soll ich es angehen und was lieber weglassen…Frauen analysieren sich ja gerne in Grund und Boden. Und vor lauter „Woanders-Gucken“ habe ich meine eigene Idee nicht umgesetzt.

Es gibt immer etwas, was besser aussieht oder jemand, der irgend etwas toller kann.

Dabei ist es doch ganz einfach: Wir sind alle unterschiedlich, und jede hat ihre Talente und Vorzüge – JEDE! Es gilt, dies herauszufinden und für sich zu nutzen. Keine ist wie Du. Du bist einzigartig. Und daher gebe ich Euch eine Aufgabe. Ja, wer hier mitliest, muß auch mal das Gehirn anstrengen;-).

Ich mache es so: Mein stetiger Begleiter ist ein kleines Büchlein, welches in die Handtasche passt. Darin notiere ich mir Gedanken oder Ideen, und ich schreibe auf, was mir gut gelungen ist. Was ich an mir schön finde. Welche Eigenschaften ich habe. Was ich gut kann. Es reicht auch ein Zettel. Also, Mädels, ran an die Stifte:

Notiere fünf Talente, Eigenschaften, Körperteile oder sonstiges, was Dich einzigartig macht. „Ja, aber ich finde, ich bin nicht schön, talentiert, gut aussehend, charismatisch…“

Doch. Bist Du.

Also, meine persönliche Liste für heute könnte so aussehen:

  • Ich bin stolz auf meine Sommersprossen
  • Ich kann gut zuhören
  • Ich habe ein super Foto für den Blog geschossen
  • meine Fräuleins lieben mich, wie ich bin
  • rotlackierte Fußnägel machen mir Sommerlaune

Die Charakter Nase, die Fähigkeit, gut mit Kindern umgehen zu können, die Gabe, toll kochen zu können, die Möglichkeit, einen neuen Job auszuprobieren, das Wahnsinns-Dekolleté,  der Duft von Sommerblumen im Haar, mein Humor, mein Hüftschwung, die unglaubliche Singstimme im Chor…

Ich bin gespannt, was Bei Dir steht! Bei Bedarf oder einem „Ich kann gar nicht/bin nicht schön/habe kein Talent/keiner mag mich-Anfall“ die Notizen hervorziehen und sich bewußt machen: Ich bin einzigartig. Und ich mag mich so, wie ich bin.

Und da schließt sich der Kreis – Ich habe nach all dem Vergleichen, Bewerten, Sich-nicht-kompetent-genug-Fühlen und Ausflüchte suchen beschlossen: Ja, ich schreibe einen Blog. Meinen Blog. Und der ist einzigartig.

Alles Liebe,

Claudia

P.S. Verflixt, ich bin schon wieder bei Tasse 4, was den Kaffee anbelangt!

 

 

 

 

 

 

 

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