Frauensachen, Leben, Mut
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Anker im Leben

Neulich habe ich mir die Fotos vom letzten Urlaub angeschaut und dieses Foto gefunden. Es ist in Dänemark im Hafen von Hvide Sande entstanden. Immer wenn ich dort bin, mit der Kamera bewaffnet, entdecke ich neue Motive und Ansichten, die ich festhalten will. Irgendwie bin ich bei diesem Foto hängen geblieben und habe mir Gedanke darüber gemacht, was die Anker im Leben eines Menschen sind. Ich glaube, das jeder Mensch seine Anker braucht. Etwas, worauf man sich verlassen kann, auch wenn der größte Sturm des Lebens tobt.

Für die Einen ist es vielleicht ihre Arbeit, die ihnen Halt gibt und die dem Tag Struktur verleiht. Für die anderen ist es der Lebenspartner, der sie in schwierigen Lebenslagen auffängt. Manche schöpfen Kraft aus einem Hobby oder Ehrenamt. Für mich ist es meine Familie. Ich finde es immer traurig, wenn ich höre, daß Familien untereinander zerstritten sind, nicht miteinander sprechen oder sich jahrelang nicht sehen.

Der Zusammenhalt der Familie ist für mich das Wichtigste. Da mag alles andere daneben gehen, meine Familie fängt mich auf. Ein zweiter Anker sind meine Freunde. Es heißt, die besten Freunde im Leben kann man an einer Hand abzählen. Damit sind die gemeint, mit denen man schon viel erlebt hat, die auch auf einem anderen Kontinent wohnen können, aber wenn man unangekündigt klingelt und vor der Tür steht, ist es so, als wenn man sich gerade einfach zwei Wochen nicht gesehen hat. Manche kennt man von klein auf. Andere trifft man später im Leben, und sie werden zu einem der fünf besten Freunde.

Bei mir waren es in der Tat fünf Freunde. Seit kurzem sind es nur noch vier. Eine ist aus der Runde gegangen, ohne sich zu verabschieden. Sie hat sich das Leben genommen.

Wir bleiben zurück. Und es stellt sich mir die Frage, wo war ihr Anker? Warum hat er nicht funktioniert? Wir hatten uns die letzten Jahre aus den Augen erloren, wohnten in anderen Städten, lebten unser Leben, meisterten den hektischen Alltag mit Kindern, Beruf und was das Leben so fordert und gibt. Aber sie war eine der fünf, die immer im Sinn war.

Mir ist das so fremd, das man so ohne Halt sein kann. Ohne Anker. Die Thematik von Tod und Sterben ist mir nicht fremd, ich begegne auch dem Thema Freitod nicht zum ersten Mal. Es ist eine unbequeme Thematik, und am Liebsten möchte ich mich damit gar nicht befassen. Aber das Leben fragt nicht danach.

Das Seil ist gerissen, kein Anker hat gehalten. Uns alle wirft es gelegentlich im Sturm hin und her, und es ist mühevoll, wieder „Land in Sicht“ zu erkennen, in einen sicheren Hafen zu fahren und in ruhigere Gewässer zu gelangen.

Was sind Eure Anker im Leben? Wie geht Ihr damit um, wenn die Leine zu reißen droht? Ich wünsche jeder und jedem von Euch einen Anker im Leben.

Liebevolle Grüße,

Claudia

 

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