Nachhaltig leben, Reinigungskraft
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Mein Einstieg in das nachhaltige Leben

Beim Thema Trends bin ich ja immer so zögerlich. Seit einiger Zeit gibt es den Trend zur Nachhaltigkeit. Was ist das denn eigentlich? Muß ich da mit machen? Oder ist das wieder nur so ein Hype, dem alle folgen… Ist das eigentlich auch hygge? Oder langom? Entschuldigung, aber da kann man ja schon durcheinander kommen. Kaum ist ein Trend da, ist er auch schon wieder weg. Ist Nachhaltigkeit eigentlich ein neuer Trend? Man kann Nachhaltigkeit unter ökonomischen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkten betrachten. Das Thema wird auch schon seit einer Weile durch die Medien gejagt und hält sich beständig. Findet auch jeder irgendwie wahnsinnig wichtig und interessant, aber kaum einer lebt danach.

Theoretisch klingt das ja auch immer ganz toll.

Und wir kaufen doch schon Bioeier, spenden für Greenpeace und trennen den Müll. Vielleicht waschen wir unsere Wäsche auch nicht bei 90 Grad, weil das ziemlich viel Energie verbraucht und meist gar nicht nötig ist. Der Eine oder Andere fährt immerhin gelegentlich noch mit dem Fahrrad zur Arbeit oder engagiert sich für Chancengleichheit. Reicht das? Wo fange ich den eigentlich an? Und will ich das eigentlich?

Ein kleiner Exkurs in unseren Alltag: Unser Gehirn bewegt sich doch zu gerne im Komfort-Modus. Wir lieben immer gleiche Handlungen und Rituale! Ist doch auch viel einfacher als neue Handlungsweisen, die mühsam neu einstudiert werden wollen. Das ist einfach anstrengend. Es reicht uns doch oft, wenn „bio“ auf der Packung steht. Oder wenn eine Marke damit wirbt, „nachhaltig“ zu produzieren.  Wer mag schon gerne nachprüfen, ob das auch stimmt… das kostet Zeit, Energie und Mühe. Gerne ist auch einen Portion Hartnäckigkeit nötig, denn viele Unternehmen speisen auf Nachfrage die Kunden, die dann doch mal nachfragen, gerne mit Phrasen ab. Auch wenn das Unternehmen nur so tut als ob.

Lieber Greenwashing als gar keine Nachhaltigkeit. Ich nehme mich da gar nicht aus. Zu beschäftigt, zu müde, zu teuer, zu kompliziert…Doch manchmal setzt sich ein Thema bei mir fest. Das blubbert dann immer wieder hoch wie die Bläschen im Mineralwasser.

Ich werde dann ja etwas unbequem. Denn wenn ich dann mal auf etwas stoße, was ich nicht verstehe oder wo ich denke, da sollte man doch mal was ändern, dann rattern bei mir die Zahnrädchen im Gehirn. Das kann ich dann ganz schlecht stoppen. Ich begann nachzudenken: Was tue ich eigentlich? Wie so oft stöberte ich durch die Presse und entdeckte einen Artikel zum Thema Nachhaltigkeit – übrings schon von 2014. Iris Pufé spricht in ihrem Artikel „Was ist Nachhaltigkeit? Dimensionen und Chancen“ von einem normativen Leitbild: Nachhaltigkeit sei ein ethisch-moralisches sowie handlungsleitendes Prinzip. Lebe ich ein Nachhaltigkeitsprinzip?

Da wären wir wieder beim Thema „Ich“ und der Rest der Welt. Wie soll ich als Einzelwesen eigentlich was bewegen? Ganz einfach: Anfangen, etwas zu tun und darüber sprechen. Sehr viele Menschen fühlen sich hilflos und nehmen an, sie allein könnten NICHTS bewegen. Daher gehen sie vorsichtshalber mal nicht zur Wahl (was soll denn eine Stimme schon bewirken?), kaufen weiter bei kik (macht doch jeder und außerdem ist es billig) und schmeißen ihre Coffee-To-Go Becher in die Gegend (ist doch nur Papier). Sollen sich doch mal die Anderen drum kümmern. Nützt ja nix, wenn nur ich was tue… also kann ich es ja auch gleich lassen. Das ist ein Denkfehler. Jede und Jeder von und kann etwas tun.

Ich fing also an, meine Lebensbereiche auf Nachhaltigkeit zu überprüfen. Mit dem Bereich Kosmetik hatte ich mich ja schon beschäftigt. Aber auch nur in Teilen und letztendlich war es das auch schon, und irgendwie habe ich da einfach nicht weiter gemacht. Manchmal fehlt einfach die Zeit und die Muße, Themen zu Ende zu denken oder einfach auch ins Handeln zu kommen. Das ist völlig normal und sollte uns nicht entmutigen. Wichtig ist, das Ganze nicht völlig aus den Augen zu verlieren. Und dann geht man den nächsten Schritt – in seinem eigenen Tempo, im Rahmen der eigenen finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten.

Wie so oft mag der Eine oder Andere denken, das ist ja so kompliziert, da muß ich lauter teure Dinge anschaffen, ich bin doch kein Öko, was sollen denn die Anderen denken und überhaupt kann man das in der heutigen Welt gar nicht durchziehen. Weit gefehlt, Nachhaltigkeit muß gar nicht teuer sein und natürlich gibt es den ökologischen Ansatz. Aber was spricht dagegen, mal sich selbst zu fragen: Was kann ich tun? In einem Zeitalter, im dem die Wetterlagen extremer werden, die politische Lage sich verändert und wir zunehmend um uns selbst kreisen? Es heißt wach zu sein, interessiert und informiert zu sein – in allen Bereichen des Lebens. Und die Nachhaltigkeit berührt alle Bereiche unseres Lebens.

Bei mir selbst stelle ich fest, wie weitreichend das Thema geht. Meine Auto benötigt Diesel, ich benutze zum Abwaschen die Plastikspülbürste von IKEA, die Fräuleins nutzen jede Menge Wattepads und wir haben vier Sorten Waschmittel. Im Wald vor unserer Haustür werden jedes Frühjahr eine Menge uralter Buchen abgeholzt, und beim Thema Chancengleichheit, Integration und Werte befinden wir uns nach meiner Auffassung auch gerade auf Talfahrt. Das kann einen schon mal mutlos machen…

Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, dachte ich mir. Also doch erst mal kleine Brötchen backen. Es ist wie beim Prinzip Ordnung schaffen: Die ganze Wohnung aufzuräumen, das klappt auch nicht auf einmal. Zuerst ließ ich die Blicke in der Küche schweifen: Wischlappen und Putzschwämme, die aus Mineralöl hergestellt werden. Die könnte ich doch schon mal ersetzen. Nur womit? Nach kurzer Recherche im Netz entschied ich mich für Baumwolllappen, die man waschen kann. Dazu passend gab es Bürsten in allen Variationen. Ich wählte eine Spülbürste aus Holz und eine Gemüsebürste aus. Auch eine Trinkflasche aus Edelstahl landete im virtuellen Einkaufskorb. War übrings alles nicht so teuer wie gedacht.

Auf derselben Internetseite entdeckte ich auch waschbare Kosmetikpads aus Baumwolle. Super, gekauft. Damit konnte ich die Wattepads ersetzen. Ohrstäbchen aus Papier habe ich bei Rossmann gefunden. Damit sind wir im Bereich Bad gelandet. Meine Kosmetik für das Gesicht hatte ich auf Produkte von Lavera umgestellt. Aber der Rest? Ich begann systematisch zu recherchieren und fand für alles Produkte, die ich ausprobieren wollte. Deo zum Cremen, Haarseife am Stück, Bodylotion…

Zero Waste, Minimalismus, Blogs über Naturkosmetik und nachhaltig produzierte Mode – seit längerem verfolge ich das Thema in den Medien, doch bisher hatte ich nur darüber gelesen und nicht wirklich etwas an meinem Verhalten geändert. Bis jetzt. Und das ist ein gutes Gefühl.

Meiner Meinung nach ist das Thema Nachhaltigkeit eines der ganz großen Themen in unserer heutigen Zeit. Und jeder sollte sich damit befassen und nach seinen Möglichkeiten handeln.

Ich möchte mich mehr mit diesem Thema beschäftigen. Interessiert Ihr Euch für Nachhaltigkeit und was setzt Ihr im Alltag um?

Alles Liebe,

Claudia

 

 

 

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