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Parabene in Dove und Nivea Produkten

Jetzt kann ich es ja zugeben – ich schaue gelegentlich Fernsehen. Und nein, meistens keine DVD, sondern Beiträge und Filme, die ich dem Fernsehprogramm der Tagespresse entnehme. Ja, auch den Tatort. Nein, keine Soaps. Und da bin ich eines Abends auf diesen Beitrag im SWR vom 9. Juni 2015 gestoßen.

Es geht um die Verwendung von Parabenen in Kosmetika. Die Erkenntnisse in der Sendung finde ich erschreckend. Eigentlich müsste ja ein Aufschrei durch die Nation gehen – aber es schreit keiner. Oder einfach zu wenige. Am Konsumverhalten der Deobenutzer hat sich herausgestellt, das Hersteller plötzlich sehr schnell regieren können. Auf einmal sind Deos ohne Aluminium der Verkaufsschlager. Weil keiner Aluminium im Körper abgelagert haben möchte. Das ist einfach nicht schön. Also kaufen die Leute lieber Deo ohne Aluminium.

Zurück zu den Parabenen: Ich habe vor einigen Tagen bei Dove auf der facebook-Seite den folgenden Beitrag eingestellt:

„Guten Morgen bei Dove – Ihre Körperlotion war mir immer die Liebste, besonders der Duft ist unschlagbar. Jedoch werde ich Ihre Creme nun leider nicht mehr benutzen:

http://www.swr.de/marktcheck/parabene-in-hautpflegeprodukten/-/id=100834/did=15466612/nid=100834/auyss2/index.html

Auch für meine Kinder werde ich Ihre Produkte nicht mehr anwenden. Warum wird von Herstellerseite immer verharmlost, was bestimmte Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel, Weichmacher, „Glänzendmacher“ etc. anrichten können? Es wird sich von Herstellerseite gerne darauf berufen, daß die Zusatzstoffe doch zugelassen sind und in der Menge unbedenklich sind.

Wer hat die denn zugelassen und wieviel Jahre ist das her? Warum werden neue Studien nicht beachtet? Komisch, auf einmal gibt es Deos ohne Aluminium – wie das wohl kommt…Der Verbraucher hat reagiert und möchte keine Schadstoffe, die sich im Körper ablagern.

Mir reicht alleine der Verdacht, was Parabene und Mineralöle anrichten könnten, um darauf zu verzichten. Da helfen auch keine Blogger-Dove-Kampagnen oder gute Marketingstrategien. Schade. Eure enttäuschte Kundin Claudia“

Die Antwort kam promt, einen Tag später:

Dove: 

Liebe Claudi, vielen Dank für deinen Beitrag.
Die Zufriedenheit unserer Verbraucher ist uns sehr wichtig, daher nehmen wir deine Bedenken zu den Inhaltsstoffen in unseren Produkten natürlich sehr ernst. Wir verfolgen schon seit Jahrzehnten den Grundsat
z, dass all unsere Produkte strengste Qualitätskontrollen und Sicherheitsprüfungen durchlaufen, so dass nur hochwertige und bei sachgerechtem Gebrauch absolut sichere Produkte in den Markt gelangen.

Alle Inhaltsstoffe, die in unseren Produkten eingesetzt werden, werden sowohl nach ihren Eigenschaften als Substanz als auch in der eingesetzten Konzentration sowie der Darreichungsform einer Sicherheitsbewertung unterzogen.

Dies ist ein wesentlicher Bestandteil der strengen kosmetikrechtlichen Vorschriften und deckt alle potentiellen Risiken ab. Selbstverständlich setzen wir uns kontinuierlich mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auseinander und passen unsere Produkte an, sofern dies erforderlich ist. Sollte es nur den geringsten Zweifel an der Sicherheit von eingesetzten Rohstoffen oder unserem Produkt geben – sei es für Mensch oder Umwelt – würden wir dieses Produkt nicht auf den Markt bringen.

Wir können dir versichern, dass alle unsere Produkte absolut sicher sind.


Viele Grüße, dein Dove Team“

Es war einen Antwort, wie sie zu erwarten war. Ja, da war die Social-Media Tante oder der Onkel von Dove sehr flott und hat mit einer schnittigen, vorgefertigten Agentur-Antwort versucht, meine Zweifel vom Tisch zu fegen.

Das ist leider mißlungen. Und ich glaube, ich werde jetzt richtig ärgerlich. Vielleicht sollte ich auch eine Petition starten wie Frau Rosales – sie war der entscheidende Auslöser für Johnson & Johnson, Parabene nicht mehr in der weltweit bekannten Babyschutzcreme Penaten einzusetzen.

„Mit Erfolg: Nachdem in kürzester Zeit bereits über 25.000 Unterschriften für die Petition zusammengekommen sind und zahlreiche Verbraucherinnen und Verbraucher über die BUND-ToxFox-App beim Hersteller protestierten, hat Johnson & Johnson klein beigegeben. Der Kosmetikkonzern kündigte am 9. August 2013 an, ab Mitte 2014 auf hormonell wirksame Stoffe in seinen Babypflegeprodukten zu verzichten.“ (Quelle: bund.net)

Aber da geht es allein um Babypflegeprodukte. Die Erwachsenenen können sich das Zeug ruhig auf die Haut schmieren – geht schon.

Panikmache von meiner Seite? Nein, aber die bewußte Entscheidung: ich mache das nicht mit. Es gibt genügend Alternativen, die auch preislich nicht aus dem Rahmen fallen. Produkte von Alterra (Drogerie Rossman), lavera oder Jean&Len duften superlecker, sind bezahlbar und verzichten auf Parabene, Silikone, künstliche Duftstoffe und synthetische Konservierungsstoffe.

Jetzt würde mich mal interessieren, wie Ihr das seht. Bin ich da alleine auf weiter Flur? Oder ist es einfach zu mühsam, das Kaufverhalten umzustellen? Hat jemand Allergien auf Zusatzstoffe entwickelt? Kann man etwas bewegen, auch wenn man kein Weltkonzern ist, sondern nur eine vorlaute Bloggerin inmitten von Deutschland?

Alles Liebe,

Claudia

P.S. Hatte die Dove Packung leider schon entsorgt – da habe ich mir halt eine gemalt!

 

2 Kommentare

  1. Frieda sagt

    Unsere lieben Politiker scheinen in Sachen Zusatzstoffe in Lebenmitteln und Kosmetika nicht sehr bewandert zu sein. Und die Versicherungen der Hersteller, dass ja alle hormonwirsamen Stoffe, wie zum Beispiel Parabene, „sicher“ sein, sind wissenschaftlich unfundiert. Es scheint der Grundsatz zu gelten: Alles was nicht explizit verboten ist, ist erlaubt.

    Ohne mich. Ich will wissen, was ich esse und was ich mir auf die Haut auftrage. Hormonell wirksame Substanzen haben in meiner Hautcreme nichts zu suchen. Ich will nicht warten bis eine Studies feststellt, dass zu viele endokrine, soll heissen hormonell wirksame, Substanzen Krebs herrvorufen, da sie in den hochsensiblen Hormonhaushalt des Menschen eingreifen.

    Ich kaufe nur noch Parabene-freie Produkte.

  2. Volker Kreß sagt

    liebe Claudia,
    als mutige Streiterin gegen die großen Monopole wie o.g., möchte
    ich Dir den Arm reichen. Nicht : „wir schützen, was wir lieben“ – sondern
    eventuell „wir lieben es, uns zu schützen“ …… Erst recht vor der
    Verdummbeutelung der Gesellschaft durch große Konzerne,
    denen nur das Anwachsen ihres Aktienkapitals wichtig ist. Wichtiger
    jedenfalls als das schwächste Glied unserer Gesellschaft : die Kinder !
    viele liebe Grüße von
    Volker PS.: Bezug: SWR-TV-Beitrag vom 24.2.2016

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