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7 einfache Tips, wie Du Stress vermeiden kannst

Neulich steckte ich wieder mal knietief drin: Das eine Fräulein wollte wissen, wie die Englisch-Hausaufgabe funktioniert. Das andere Fräulein mußte zum Training und wollte abends wieder abgeholt werden. Der Hund war scheinschwanger und fiepte mich dauernd an: „Nimm mich bitte auf den Schoß“. Auf dem Schreibtisch stapelten sich eine unfertige Hausarbeit, eine noch gar nicht angefangene Hausarbeit und zwei Bücher, die ich dringend für die Schule lesen wollte. Beim Wäschekorb ging der Deckel nicht mehr zu (zu voll!), im Kühlschrank war es hingegen zu leer (muß dringend einkaufen!), und die Wollmäuse unter dem Schrank hatten sich mit den Spinnweben auf dem Schrank zu einer lustigen Skulptur verbündet.

Stress und Überlastung führen zu völliger Erschöpfung

Kennt Ihr das? Dazu fehlt dann nur noch eine Erkältung oder ein verspannter Nacken (wahlweise bei den Fräuleins oder bei mir selbst) oder eine andere kleine große Katastrophe – und dann bin ich nur noch genervt. Mir ist alles zuviel und ich möchte am Liebsten auswandern oder auf einer einsamen Hütte sitzen. Bloß weg von dem ganzen Stress.

Was mir hilft in solchen Situationen? Das habe ich für Euch aufgeschrieben. Es gibt nämlich ein paar Erste-Hilfe-Strategien, die wirklich etwas bringen und die Dir helfen, erst mal wieder durchzuatmen. Was mich nämlich zusätzlich stresst, sind die ganzen „lebensverändernden“ Anti-Stress Empfehlungen in Form von Ratgebern, TV-Ereignissen, Büchern und DVDs. Geh‘ regelmäßig zum Yoga, iss vegan, mach dreimal die Woche mindestens Sport, buche ein Achtsamkeitsseminar, miste Deine Wohnung aus, mache ein Wellness-Wochenende…

Nicht das dies alles grundsätzlich nicht in Frage kommt. Nur mir ist jetzt gerade an diesem Tag alles zuviel und ich will keinen 9-wöchigen Kurs belegen. Schnelle Hilfe ist gefragt – los geht’s!

1. Nein sagen

„Möchtest Du nicht den Kuchen für den Senioren-Nachmittag backen? Du machst doch immer so tolle Sachen!“ – „Nein.“

„Kannst Du mir am Wochenende mal helfen, meine Sachen zu sortieren? Ich kriege das einfach nicht hin.“ – „Nein.“

„Also, wir schlagen Dich als Kassenwart/ Vorstandsfrau/Pressesprecherin/ Klassenvorstand/Schriftführer/ …vor. Das hast Du doch immer so super gemacht bisher!“ – „Nein.“

Es ist ganz einfach: Nein sagen. Vielen Menschen fällt es schwer, „Nein“ zu sagen. Du möchtest niemanden enttäuschen oder verletzen, und das Gefühl, gebraucht zu werden, ist ja per se auch nicht schlecht. Aber fürchtest Du vielleicht, nicht mehr geliebt zu werden, wenn Du Dich abgrenzt? Besonders begabte, kreative und perfektionistisch veranlagte Menschen laden sich gerne zuviel auf und merken gar nicht, dass sie immer weniger Zeit für die Dinge haben, die ihnen selbst wichtig sind.

Übe das Nein-Sagen. Am besten mal vor dem Spiegel ausprobieren, das funktioniert wirklich! Wahre Freunde haben Verständnis, wenn Du eine Verabredung absagst oder eine Aufgabe ablehnst. Diejenigen, die es nicht verstehen, sind auch keine wahren Freunde.

2. Öfter Pause machen

Mal ehrlich: Machst Du am Tag zwischendurch mal eine Pause? Einen kleinen Spaziergang, eine Tasse Tee oder einen Snack in der Cafeteria? Wie oft arbeitest Du durch, weil Dein Chef noch schnell eine Präsentation benötigt oder die Kollegin mal wieder ein Projekt vergessen hat, was Du jetzt retten mußt?

Regelmäßige Pausen geben Kraft und neue Energie. Besonders an der frischen Luft. Wer ungebremst von morgens bis Abends abgehetzt von Termin zu Termin rast, nicht regelmäßig isst (gerne morgens nur Kaffee oder gar nichts, den Tag über höchstens einen Sandwich und abends das volle Kühlschrank-Programm), gerät in Dauerstress, von dem sich der Körper kaum erholen kann.

Regelmäßig Pausen einplanen – einfach in den Kalender eintragen. Handy aus, Seele baumeln lassen.

Für alle Mamis gilt: Kinder mal ausleihen an Tante, Oma, Papa, Bruder…drei Stunden Therme/ Café/ Sauna/ Mädelsabend wirken Wunder. Und die Regel meiner alten Hebamme beachten: Schlafen, wenn das Baby schläft!

3. Eins nach dem Anderen

Immer wieder lese ich, das Multitasking eine tolle Sache ist. Das ist wirklich ein großartiges Gerücht. Du kannst nicht mehrere Dinge gleichzeitig machen. Man wird müde und erschöpft, und Du hast nichts richtig erledigt, sondern alles nur flüchtig.

Wenn Du lesen möchtest, dann lies. Wenn Du telefonieren möchtest, dann telefoniere. Und wenn Du essen möchtest, genieße den Geschmack Deines Menüs und konzentriere Dich nur auf das Essen.

4. Schenk Dir schöne Momente – nur für Dich

Wie oft nehmen wir uns vor, schöne Dinge zu tun, die wir lieben? Und ständig erzählen wir uns selbst, das wir ja schon lange dies tun wollten oder das geplant haben, aber leider haben wir dafür keine Zeit. Ein Besuch in der Sauna mit der Freundin, eine netter Abend mit Freunden, ins Theater gehen, einen Tango-Kurs besuchen…

Trag‘ Dir diese Termine in den Kalender ein und verschiebe sie nicht. Lade Freunde ein und koche mit ihnen zusammen. Kauf die Tickets für Theater und Kino. Frag die Freundin, ob sie in die Sauna mitkommt, und dann macht ihr einen fixen Termin aus.

Warum immer nur die unangenehmen Termine im Kalender festhalten: Zahnarzt, Steuerberater, Besprechung mit xy…

Meine „schönen“ Termine verziere ich immer mit Blümchen oder kleinen Zeichnungen (vermutlich hatte ich schon ein Bullet Journal, bevor wir alle wußten, was das ist!). Dann freue ich mich um so mehr drauf.

5. Kurze Meditation

Durchatmen – sich auf den Moment konzentrieren. Gar nicht einfach, wenn hier das Baby schreit, da die Wäsche wartet oder das Schulkind Mittagessen möchte. Vielleicht stappeln sich die Mails im PC-Eingang, der Chef drängelt und Du willst abends unbedingt noch ins Fitness-Studio.

So manchen überrollt dann auch mal eine Panikattacke, und man weiß gar nicht mehr, wie man alles schaffen soll. Einatmen, ausatmen. Tiefe Atemzüge helfen, sich wieder zu sammeln und zu schauen, was ist wirklich wichtig, jetzt im Moment. Sehr hilfreich ist es, sich fünf Minuten auszuklinken. Augen schließen und sich nur auf das Atmen konzentrieren.

6. Eine Nacht drüber schlafen

Gelegentlich zerrt alles an Dir und Du brauchst etwas Abstand. Dauernd soll man sich entscheiden oder ein neues Projekt in Angriff nehmen. Du denkst, Du mußt funktionieren. Jetzt gleich und sofort.

Bitte um Zeit und Abstand. Das kann eine Nacht sein oder länger, so lange wie Du eben brauchst. Ausgleich findet man beispielsweise im Sport oder bei einem Spaziergang. Ich laufe sehr gerne lange mit dem Hund oder mache Wandertouren in der Natur, das pustet den Kopf frei.

Mit etwas Abstand klären sich die Dinge.

7. Weg mit Gewohnheiten, die uns nicht gut tun

Du checkst alle fünf Minuten Dein Handy? Abends kannst Du ohne zwei Gläser Wein nicht einschlafen? Du rufst immer eine Bekannte an, die Dir ständig nur vorjammert, wie schlecht es ihr geht? Du hast ein schlechtes Gewissen, weil Du dies und jenes wieder nicht geschafft/ entsorgt/ besprochen/ erledigt hast? Weg damit.

Du entscheidest, was Dir gut tut. Du tust es nicht für Deinen Partner, für Deinen Chef und nicht für Deine Kinder. Du tust es für Dich allein. Glück ist eine Entscheidung. Möchtest Du mehr glückliche Momente im Leben haben oder mehr stressige, unangenehme Erfahrungen sammeln?

Das klingt etwas anstrengend, alte Gewohnheiten abzulegen, aber es lohnt sich.

Wenn das Leben eine Karusselfahrt ist, dann bedenke: Wir haben nur diese eine Fahrt. Es gibt keine Proberunde.

Mach‘ das Projekt, wofür Dein Herz brennt. Liebe den Menschen, der Dich verdient. Kämpfe für das, was Dir wichtig ist. Genieße die Augenblicke, die Du Dir schaffst.

Alles Liebe,

Claudia



2 Kommentare

  1. Lissi sagt

    Ach Claudia, wie einfühlsam und verständnisvoll du schreibst, total schön zu lesen. Freue mich auf neue Beiträge. 🙂

    Lg Lisa (aus der Lg5 😉 )

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