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Positiv denken

come in we'are open - future. Foto einer Tür mit diesem Spruch darauf.

Heute ist der fünfte Tag im neuen Jahr 2020 – herzlich willkommen in der Zukunft! Vor knapp einer Woche haben wir noch gedacht, morgen beginnt das neue Jahr. Vielleicht haben wir Vorsätze für das neue Jahr gefasst, möglicherweise waren wir aber auch einfach nur froh, dass das alte Jahr rum ist. Egal, das war gestern. Die Zukunft findet jetzt statt. Und die ist positiv.

Wie, im Zeitalter von Hetze im Netz, Armut, Klimakatastrophe, Politikverdrossenheit, steigender Scheidungsraten und der Feststellung, das die Nachbarn wieder den Müll nicht richtig getrennt haben? Jawoll, ich sehe die Zukunft positiv. Und Du kannst das auch.

Positiv denken

Ich muß mir nicht vornehmen, positiv zu denken, denn das ist meine Grundlebenseinstellung. Möglicherweise ist das ein glücklicher Zufall, dass das Glas für mich immer halb voll ist und nicht halb leer. Aber auch mir stellt das Leben Aufgaben, vor denen ich stehe und nicht weiß, wie ich diese bewältigen soll. Aber ich fange dann einfach an. Es wird schon gut werden. Möglicherweise werde ich scheitern, oder ich muß erneut beginnen.

Grundsätzlich ist aber entscheidend, wie Du ins Rennen gehst. Denkst Du: „Ich schaffe es“, oder: „Ach, das wird ja eh nichts. Ist ja immer so, das ich es nicht hinkriege.“ Oder denkst Du: „Los geht’s, wird super!?“

Positiv denken ist eine Lebenseinstellung, und die kann man trainieren. Forscher haben herausgefunden, dass man das tut, was man denkt. Die Taten folgen also den Gedanken. Wir müssen ja sowieso denken. Warum dann nicht gleich positiv?

Ich gebe zu, das ist an einem grauen, windigen naßkalten Januartag gar nicht so einfach: Am ersten Geschäftstag im neuen Jahr war ich einkaufen. Es regnete. So dieser kleine, fiese Nieselregen, der von allen Seiten kommt. An jeder Kasse waren lange Schlangen. Ich stand da an, wo es am längsten dauerte. Dann musste ich erst mal höflich den Bon ablehnen, den man mir nachdrücklich mit geben wollte. Es herrscht ja jetzt Bon Pflicht. Im Zeitalter der Manipulierbarkeit jeder computerbasierten Kasse frage ich mich zwar, was das bewirken soll, aber sei es drum. Auch die Beigabe in Form eines Mini-Glücksschweins wollte ich nicht annehmen, das endet bei mir immer als Stehrumchen.

Schöne neue digitale Welt

Auf dem Weg zur Bank stand ich im Stau. In der Bank war die automatische Zählmaschine kaputt. Ich wollte Kleingeld auf ein Sparbuch einzahlen. Seid Herr Schmidt durch einen Münzeinzahlautomaten, einen Geldrollenspender sowie eine automatische Zählmaschine ersetzt wurde, herrscht in der Bankfiliale neuerdings so eine Stimmung wie im Beerdigungsinstitut. Da sprechen ja auch nicht mehr so viele mit Einem. Oder ob es an der weißen Marmorverkleidung im Foyer liegt? Wer weiß das schon. Ich spazierte also mit meiner Geldbombe wieder raus aus der Bank und schritt zur Bücherei. Die hatte nur leider zu und war erst am Nachmittag wieder geöffnet. Es nieselte immer noch – von allen Seiten.

Da sagte ich mir: Was soll’s. Die Alltagshektik am ersten Tag im neuen Jahr wird vergehen. Die Zählmaschine wird schon bald wieder funktionieren, und die Bücherei läuft auch nicht weg. Dann mache ich mir eben einen schönen Vormittag mit heißem Tee und einem netten Buch auf dem Sofa. Und so geschah es.

Wißt Ihr, warum sich negative Meldungen im Netz viel schneller verbreiten als positive? Jaron Lanier beschreibt dies in seinem Buch „Zehn Gründe, warum Du Deine Social Media Accounts sofort löschen musst“: „In zahlreichen wissenschaftlichen Studien wurde der Einfluss von positivem und negativem Feedback verglichen […] Unabhängig von der Frage, ob in bestimmten Fällen positives Feedback theoretisch wirkungsvoller sein könnte oder nicht, hat sich herausgestellt, dass negatives Feedback billiger ist – und damit die bessere Option fürs Geschäft. Folglich taucht es in sozialen Netztwerken öfter auf. Negative Emotionen wie Angst und Wut lassen sich leichter herbeiführen, und sie halten länger vor als positive – es dauert wesentlich länger, Vertrauen aufzubauen als es zu verlieren. Eine Stresssituation tritt in Sekundenbruchteilen ein, während es Stunden dauern kann, sich zu entspannen.“ *

Manipulation durch Algorithmen

Das dies zufällig durch die negativen Emotionen geschieht, fällt laut Lanier erst mal gar nicht auf. Die Engagementrate ( = Aktivitätsrate der User) muss um jeden Preis gesteigert werden, das sei das wichtigste Ziel von Social Media Unternehmen. Dem ist alles untergeordnet. Das damit die Emotionen von Millionen Usern massiv beeinflusst werden, ist eine der größten globalen Manipulationen unserer Zeit. (ebd.*)

Zu den Selbstzweifeln, der mangelnden Selbstliebe und zum fehlenden Selbstvertrauen kommt dann also noch eine Flut von negativen medialen Meldungen hinzu, die Dich in negativem Denken bestärkt. Du scheinst vom Pech verfolgt und nichts klappt so, wie Du es erwartest.

Wir stehen jeden Tag mit selbst uns auf und gehen am Abend mit unseren Gedanken ins Bett. Es steht uns frei, jeden Morgen neu zu entscheiden, ob dies ein positiver Tag werden soll oder ob heute wieder alles schief geht.

Du glaubst, Du hast keine Wahl? Du hast die Wahl!

Je öfter Du Dich damit beschäftigt, positiv zu denken, desto besser funktioniert es. Es lohnt sich, mal nach alten Glaubenssätzen zu kramen, die Dir das Leben schwer gemacht haben oder es noch tun.

„Aus Dir wird ja eh‘ nichts mit den Schulnoten/ mit der Einstellung/ mit dem Aussehen. „

„Kleider stehen Dir einfach nicht.“

„Du bist nichts wert.“

„Du warst schon als Kind so tolpatschig/pummelig/laut/leise/albern/aufsässig/neugierig/penetrant/dumm/unlustig.“

„Lach doch nicht so laut!“

„Mädchen/Jungs machen das nicht.“

Hast Du Dich wieder erkannt? Was waren Deine Glaubenssätze? Weg damit! Das hat mit Dir und Deinem Leben nichts zu tun. Wer entscheidet denn in Deinem Leben, was Du denkst? Richtig, Du allein! Du kannst selbst entscheiden, was Du denken möchtest – ist das nicht großartig?

Halte Deine Synapsen auf Trab und im Training – die kleinen Verbindungen im Gehirn speichern, was Du denkst und wie oft Du etwas denkst. Und schwupp stehst Du morgens auf und Dein erster Gedanke ist: Toll, draußen ist es grau, naß und schlammig, genau der richtig Tag für eine winterliche Joggingrunde! Dann freut sich die Waschmaschine auf meine Dreckklamotte und ich mich auf eine heiße Dusche! Dem grummeligen Nachbar*in ein strahlendes Lächeln geschenkt und ein fröhliches „Guten Morgen“ entgegen geschleudert, und auf geht es!

Nicht verzagen, wenn es nicht sofort klappt. Stete Wiederholung hilft, Dein Gehirn muß erst lernen, das es sich gut anfühlt, positiv zu denken. Öfter mal analog ein Buch oder eine gute Tageszeitung lesen hilft auch, den (Fake) News zu entkommen und das Gehirn von seiner Social Media Blase zu entkoppeln. Sich mit Freund*innen treffen (ja, auch analog!) und was Gutes zusammen kochen (so wie früher) hilft ungemein, positive Glücksgefühle in Dir zu produzieren.

Und stimmt, ich habe schon häufiger über analog Lesen und Kochrunden unter Freund*innen geschrieben – und ich werde es wohl noch ein paar mal erwähnen von wegen Synapsentraining und so!

So, jetzt frisch ans Werk und die erste Portion positiv Denken ausprobieren! Viel Spaß dabei!

Alles Liebe,

Claudia

*Jaron Lanier: Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen mußt. Hoffman und Campe Verlag, 2. Auflage 2018

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