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Giftige Inhaltsstoffe in Kosmetika

Die Haut ist unser größtes Sinnesorgan. Ein Schutzschild des Körpers gegen die Umwelt, gegen Krankheitserreger und Strahlung. Unsere Haut speichert Nährstoffe und Wasser, zudem schützt sie durch ein raffiniertes Regulierungssystem vor Hitze und vor Kälte. Abbauprodukte des Stoffwechsels werden über die Haut abgebaut. Medikamente und Hormone können über unsere Haut aufgenommen werden.

Das sind schon ziemlich viele Gründe, unsere Haut zu pflegen und ihr nur das Beste zukommen zu lassen.

Die Industrie möchte aber nicht unser Bestes – sie möchte möglichst viel verdienen. Das muß wohl der Grund sein, warum in so vielen Kosmetikartikeln immer noch giftige und bedenkliche Inhaltsstoffe sowie Konservierungsmittel verwendet werden. Über die bedenklichen Zusatzstoffe in Kosmetik wie z.B. Parabene habe ich hier bereits geschrieben.

Zu der Zeit habe ich mich aber nicht konsequent darum gekümmert, wie es mit all den Produkten aussieht, die ich im Bad stehen habe.

Neulich klagte mein jüngstes Fräulein über einen Juckreiz am ganzen Körper. Dazu hatte sie über den ganzen Körper verteilt lauter kleine Pusteln. Das hatten wir letzten Sommer schon mal. Damals konnte ich mir das gar nicht erklären, wir dachten, es sei eine Sonnenallergie.

Auf meine Frage hin, welche Bodylotion sie denn verwendet hatte, kam zutage: Die „bebe soft body milk für trockene Haut“. Ich wollte wissen, welche Stoffe in dieser Lotion enthalten sind. Das habe ich dann mal nachgeschlagen, und zwar auf www.codecheck.info

Auf dieser Seite kann man so ziemlich jedes Kosmetik-Produkt mit Namen oder EAN Code Nummer eingeben und erhält eine Liste der Inhaltsstoffe. Die Stoffe sind entsprechend aufgelistet und in Wertungen kategorisiert. Die Skala geht von „unbedenklich“ bis „sehr bedenklich.

In unserem Fall der „bebe milk“ sieht die Zutatenliste wie folgt aus:

Inhaltsstoffe:

Aqua, Glycerin, Paraffinum Liquidum, Isopropyl Palmitate, Petrolatum, Stearyl Alcohol, Dimethicone, Glycerol Stearate, PEG-100 Stearate, Palmitic Acid, Stearic Acid, Panthenol, Allantoin, Simmondsia Chinensis seed Oil, Ethylhexylglycerin, Ammonium Acryloyidimethyltaurate/VP Copolymer, Acrylates/C-10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer, Disodium EDTA, Sodium Hydroxide, Phenoxyethanol, Parfum.

Das versteht ja auf den ersten Blick kein Mensch und zudem scheint das ja alles erlaubt zu sein – sonst dürfte es ja nicht verkauft werden, oder? Dachte ich.

Allein in diesem Produkt sind 3 Inhaltsstoffe mit „leicht bedenklich“, 2 Inhaltsstoffe mit „bedenklich“ und 2 weitere Inhaltsstoffe mit „sehr bedenklich“ deklariert. Die vollständige Erklärung findet Ihr hier

PEG-100 Stereate beispielweise schwächen die Barrierefunktion der Haut. In Kosmetika wirkt PEG penetrationsfördernd, das heißt die Haut wird durchlässiger für Wirkstoffe, aber ebenso für mögliche Giftstoffe.

Phenoxyethanol wirkt bakterizid und wird in dermatologischen Produkten wie z. B. Hautcreme als Konservierungsstoff verwendet, wofür die Kosmetikverordnung eine Konzentration bis 1 % gestattet. Es wird als Lösungsmittel in Tinten, Kugelschreiberpasten, Druckpasten und Stempelfarben, als Fixativ für Parfüms und Seifen und zur Herstellung von Weichmachern und Luftverbesseren verwendet.

Bei diesem Wirkstoff besteht der Verdacht auf Störung des Immunsystems, zudem ist es ein potenzielles Allergen. Weiterhin besteht der Verdacht auf negative Auswirkungen auf das Nervensystem.

Viele Beiträge, die ich im Netz dazu gefunden habe und die diese Zustände anprangern, stammen bereits aus dem Jahr 2013. Mein erster Artikel zu dem Thema stammt aus dem Juni 2015.

Das ist einfach nicht zu fassen. Anscheinend baut die Kosmetikindustrie darauf, das wir alle wie die Schafe in die Geschäfte traben, uns von Werbeversprechen verleiten lassen und dann zielsicher die tolle Creme oder das neue Deo kaufen. Ich habe seit 2015 kein einiges Produkt mehr von Nivea und Dove gekauft. Meine Kinder auch nicht. Und der Rest meiner Familie auch nicht.

Aufgrund der Hautreaktion meines Kindes habe ich jetzt sämtliche Kosmetika im Bad auf Herz und Schadstofe geprüft: Die bebe Milk war keine Einzelfall. Es ist erschreckend. Ob „Rituals“ Badeschaum oder „Sebamed“ Lotion, in fast allen Fällen wurde ich fündig. Ich habe gleich im Putzschrank weiter gemacht: Sogar auf mein Lieblingsputzmittel „Orange Universalreiniger“  von FROSCH ist kein Verlaß…weiter ging es bei Spüli und den Waschmitteln.

Was mich wütend macht, ist die Profitgier der Kosmetikindustrie, indem möglichst billig produziert wird. Die Bereitschaft, alternative Inhaltsstoffe zu finden und einzusetzen, liegt bei 0. Oder wird eine Mogelpackung. Als die Parabene in Verruf gerieten, setzte man stattdessen das ebenso schädliche und allergieauslösende Methylisothiazolinon ein. Daraufhin konnte dann auf der Umverpackung stehen: Parabenfrei! Herzlichen Glückwunsch.

Ein Skandal ist auch, dass Bestandteile in Kosmetik, die weniger als 1% der Gesamtmenge ausmachen, nicht deklariert werden müssen. Blöd, wenn ich nun ausgerechnet gegen einen dieser Minibestandteile allergisch reagiere.

Mein Fazit: Ich stelle komplett um auf zertifizierte Naturkosmetik und werde ab jetzt sehr genau schauen, was wo drin ist. Und ich werde weiterhin die Konzerne und Marken nennen, die nicht nachhaltig produzieren, die Schaden am Konsumenten in Kauf nehmen und die nicht Ressourcen schonend arbeiten.

Hautfreundliche Grüße,

Claudia

Quellen:

  • www.codecheck.info
  • www.gesundheitstabelle.de
  • www.oekotest.de
  • www.alles-zur-allergologie.de
  • www.netzfrauen.org

 

 

 

 

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