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Mehr Wagemut statt Gleichmut

Schon wieder naht ein Jahresende, und wie jedes Jahr frage ich mich: Habe ich eigentlich gute Vorsätze für das neue Jahr? Einige Gedanken zu diesem Thema habe ich hier bereits notiert. Passend zum Thema schreibt die kroatisch-deutsche Schrifstellerin Jagoda Marinić in der aktuellen Wochenendausgabe der Süddeutsche Zeitung: „Für das nächste Jahr braucht es eine Generation Wagemutiger, die von all dem erzählt, was diese Weltgemeinschaft nicht wissen möchte.“ Sie bezieht sich auf aktuelle politischen und menschlichen Tragödien, an die wir uns möglicherweise schon gewöhnt haben. Während wir in Kirchen den Weihnachtspredigten gelauscht haben, versuchte die SEA WATCH 3 mit 30 geretteten Menschen einen Hafen in Europa zu finden.

Laut Marinić seien Predigten und Glaube kein Selbstzweck, sondern ermögliche den Menschen, Haltungen zu entwickeln – Menschen zu sein. In der christlich-abendländischen Tradition sei Humanität ein Gebot. Jede Verletzung der Humanität bedeute eine Erschütterung.

In derselben Ausgabe der Süddeuschen beschreibt Tanja Rest in ihrem Artikel „Alles bleibt anders – Gute Vorsätze und schlechte Gewohnheiten: Warum tun wir, was wir tun, obwohl wir wissen, dass wir es anders machen sollten“, welche Herausforderungen unser Gehirn erfüllen muss, um Verhaltensänderungen zu erreichen und mögliche Vorsätze umsetzen zu können. Tanja Rest beschreibt ein „Breaking Bad Habits“-Seminar mit Coach Sabrina Haase, in dem der Coach die Teilnehmer auffordert, zunächst ihre guten Vorsätze zu notieren. Danach werden Strategien erörtert, wie diese Vorsätze in die Tat umgesetzt werden können. Und das ist der schwierige Part. Da unser Gehirn ressourchenschonend programmiert sei, müsse sich für jede Verhaltensänderung ein neuronaler Trampelpfad bilden – ansonsten falle das Gehirn in die alte Struktur zurück.

Gewohnheiten seien nach Tanja Rest aus der Sicht von Hirnforschern nichts anderes als neuronale Verbindungen zwischen Nervenzellen, die durch permanente Wiederholung gestärkt werden. Pfade müssen also mühsam durch das Dickicht geschlagen werden. Leider sei auch die Trauben-Nuss Schokolade ein solcher Pfad – wer von ihr loskommen wolle, müsse also eine neue Schneise hacken – dies dauere im Schnitt ca. 66 Tage.

Der Weg ist also mühsam.

Im Endeffekt muss jeder selbst entscheiden, welchen Weg man gehen will. „Wege entstehen dadurch, das wir sie gehen“. Diese Zitat von Franz Kafka war das Leitthema meines letzten Impulsvortrages. Obwohl ich nicht der Fan von guten Vorsätzen für das neue Jahr bin, finde ich den Gedanken schön, dass ein neues Jahr bevorsteht mit vielen Ereignissen und Erlebnissen, glänzend und verheißungsvoll.

Also habe ich mir einige Leitsätze überlegt, die man gut in das neue Jahr mitnehmen kann und die mich immer wieder daran erinnern, was mir wichtig ist. Angelehnt an die schöne Aufzählung „More and Less“ aus dem Jahr 2017 von Seth Godin, die mich zu meinen eigenen Themen inspiriert hat:

Mehr Wagemut

Weniger Gleichmut

Mehr Schreiben

Weniger Zuschauen

Mehr Kreativität

Weniger Konsum

Mehr Zeit für mich

Weniger Zeit für Unützes

Mehr Freiheit

Weniger Einschränkung

Mehr Zeit mit Freunden verbringen

Weniger Alleinsein

Mehr Draussenzeit

Weniger drin sein

Mehr analog leben

Weniger online sein

Mehr Optimismus

Weniger Zweifeln

Mehr den Moment leben

Weniger Zukunftsängste pflegen

Welche Themen nehmt Ihr mit in das neue Jahr? Ich wünsche Euch Allen ein gesegnetes, wunderbares und erfülltes Jahr 2019.

Alles Liebe, Claudia

Quellen

  • Süddeutsche Zeitung Nr. 299, Samstag/ Sonntag. 29./30. Dezember 2018
  • www.sethgodin.com

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