Garten
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Große Gartenliebe

Ein Kleingarten im Retro-Look

Seit Anfang des letzten Jahres hat die Erste Etage links eine Außenstelle: Wir sind stolze Besitzerinnen eines Kleingartens! Schon lange hatte ich mir einen Garten gewünscht, mein Balkon platzte vor lauter Grünzeug schon aus den Nähten. Doch die Wartelisten in den Kleingartenvereinen sind lang, denn: Kleingärten sind wieder total hip! Vorbei die spießige Vermuftheit, raus mit den Gartenzwergen und rein mit den jungen Familien und kreativen Menschen, die sich auch mit dem Thema Nachhaltigkeit befassen und gerne in der Erde wühlen. Selbst Gemüse anbauen, den Kindern ein Stück Freiheit und eine kleine, grüne Welt kreieren.

Wir hatten das große Glück, einen Garten übernehmen zu dürfen, der 45 Jahre in einer Hand war. Die Besitzerin wollte den Garten aus Altersgründen abgeben, es fiel ihr sichtlich schwer. Ich versicherte ihr, dass sie jederzeit vorbei kommen könne, um nach „ihrem“ Garten zu schauen.

Und dann war er da, der erste Tag in unserem Garten. Und ich war im Paradies. Meine Großeltern hatten einen großen Bauerngarten mit Gemüse, Früchten und Blumen aller Art. Vermutlich habe ich das Faible für die Natur von ihnen, denn als Kind kannte ich jede Ecke im Garten, jeden Baum und jede Frucht. Ich habe mit meinem Opa Erbsen gepult und Haselnüsse geknackt, zugeschaut, wie er seine Dahlien hegte und pflegte. Er hat mir erklärt, wie man Gemüse anbaut, Möhren, Salat, Bohnen und Gurken. Immer am Ende der Reihe im Beet klemmte ein kleines Schild auf einem Stöckchen, auf dem zu lesen war, was dort wachsen würde.

Ein Haselnußstrauch für Opa

Als ich mit den Fräuleins durch das kleine, grüne Tor in unseren neuen Garten trat, war es so, als wäre Opa auch mit dabei. Ich bin davon überzeugt, daß er lächelnd unsere Entdeckungstour begleitet hat. Die entzückten Schreie der Fräuleins, als sie die Himbeeren entdeckten. Die herrlichen Apfelbäume, die Rosen und den Aprikosenbaum. Wir fanden eine kleine Ecke mit Kräutern, an der linken Seite entdeckte ich Brombeerbüsche. Und links hinten in der Ecke…steht ein Haselnußstrauch.

Nach vielen „Ahhs“ und „Ohhs“ stellten wir uns Stühle in die Sonne und packten unser mitgebrachtes Picknick aus. Die Vorbesitzerin hatte uns den Garten in einem äußerst gepflegten Zustand übergeben. Mit dem Garten haben wir ein kleines Gartenhaus inklusive einem angrenzendem Mini-Schuppen samt Gartengeräten übernommen. Im Gartenhaus war die Zeit stehen geblieben: Dunkelbraun gestrichen mit orangenen Frottee-Handtüchern, Sammeltassen und einem Gasherd, der sicher schon 20 Jahre alt war. Aber alles war tip-top sauber und funktionstüchtig. Im Schrank standen sogar noch Cognac Gläser aus hauchdünnem Glas mit Goldrand!

Neue Aufgaben für den Teilzeit-Hund

In den folgenden Wochen bauten wir die ebenfalls mit übernommene Hollywood-Schaukel auf (Ratet mal, wo der neue Lieblingsplatz der Mädels ist), gruben das Gemüsebeet um und setzen die ersten Plänzchen. Der Teilzeithund war völlig verzückt: Lauter tolle, neue Plätze zum Hinlegen und im Weg-rum-Stehen. Außerdem eine neue Funktion als Gartenwachhund! Das ist schon eine verantwortungsvolle Position.

Die Mädels holten nach anstrengenden, arbeitsreichen Tagen Spagetti-Eis vom Italiener mit dem Gartenfahrrad, sähten und gossen mit Begeisterung und waren dabei, als die ersten Samen aufgingen. Ich besorgte noch eine Hängematte, pflanzte Tomaten und moldawischen Kürbis, den wir von unserer Gartennachbarin geschenkt bekamen. Neben dem Gemüse sähte ich Sommerblumen und Ringelblumen, Sonnenblumen und Fingerhut aus.

Meine Mutter versorgte uns mit selbst gebackenem Kuchen. Und für Opa pflanzte ich Dahlien…

Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, einige Gemüsesorten vorzuziehen: Tomaten, Mangold, Zitronengurke und sogar Melonen! Dafür wird sich die Erste Etage links demnächst in eine Aufzuchtstation verwandeln. Im letzten Jahr hatte ich aus Zeitgründen bereits vorgezogene Gemüsepflanzen gekauft.

Das blaue Wunder

Letzte Woche erlebten wir unser blaues Wunder: Da es für Februar ungewöhnlich warm war, packten wir unsere Sachen, um die Obstbäume zu beschneiden und den Garten wieder „in Betrieb zu nehmen“. Als wir vollbepackt am Garten ankamen, trauten wir unseren Augen kaum: Die gesamte Rasenfläche, auf der die Obstbäume stehen, war über und über mit kleinen blauen Krokussen übersät! Was für eine Begrüßung…

Die erste Bienen tanzten von Blüte zu Blüte, hungrig nach dem langen Winter auf der Suche nach Nektar.

Das Gemüsebeet ist umgegraben, die Nistkästen für die Vögel sind gesäubert – jetzt kann es losgehen!

Alles Liebe,

Claudia

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