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Frau Amsel brütet

Familie ist ja so eine Sache. Entweder man plant eine (klappt manchmal), oder man heiratet in eine ein (es soll Konstellationen geben, wo das gut geht) oder man ist auf der Suche (Single sein hat auch Vorteile). Irgendwie bringt man ja auch immer Familie mit, schließlich ist die Sache mit Maria Empfängnis umstritten – Mama und Papa hatten sich lieb und dann kam ich. Gelegentlich finden Kinder eine Familie, die vorher keine hatten, und manchmal fühlt man Familie, obwohl man gar nicht verwandt ist.

Und dann gibt es da Frau Amsel. Frau Amsel hat das Projekt Familie strategisch geplant und umgesetzt. Zu meiner Überraschung wurde mein Balkon als Sozialraum auserkoren. Gut, bei mir ist es auf dem Balkon schön grün zur Zeit, es gibt Obstbäumchen, einen Farn und eine fette Henne sowie allerlei Sommerblüher. Ach ja, auch der Ahorn ist noch da. Der ist jetzt so groß, dass er mit der Spitze der Decke ausgewichen ist und jetzt einfach zum Nachbarn weiter nach oben wächst.

Möglicherweise deutete die Amsel: Ein Ahorn – hier ist Wald. Hier kann ich wohnen. Nach einer schwungvollen Punktlandung von Frau Amsel auf dem Geländer wurde die Lokalität mit schräg gestelltem Kopf inspiziert. Sodann wurde der Amselmann herbei zitiert. Na, wer sucht also die Wohngegend/ das Auto/ die Socken aus? Richtig, die Frau!

Frau Amsel hüpfte in diese und in jene Ecke und flog dann zielstrebig in mein Regal neben der Tür zur Kammer. Das dritte Regalbrett von unten wurde für gut befunden. Ist ja auch ein wenig dunkel in Parterre. Der Vorgarten fand anscheinend auch Gefallen in Form einer Aloe, die ich auf dem Regal platziert hatte. Rechts neben der Aloe steht mein skandinavisches Windlicht. DAS war das Objekt der Begierde! Eine perfekte Wohnung für Familie Amsel und 1-5 Kinder. Frei nach der Werbung „meine Frau, mein Balkon, mein Windlicht“ hockte der Amselmann aufgeplustert in der Akazie vor meinem Balkon und pfiff der Konkurrenz vor, das es bei ihm läuft.

Für Frau Amsel begann eine mühsame Zeit. Unermüdlich flog sie vom Balkon ab und kam mit Nistbaumaterial in ihrem Schnabel wieder. Woher wußte sie, dass mein Balkon der richtige ist? Wieso verflog sie sich nicht? Das erinnerte mich an die Helikoptereinsätze in den Alpen, wenn in unwegsamem Gelände gebaut wird und das Baumaterial per Lufttaxi herbeigeschafft werden muß. Der Heli hat ein Navi, die Amsel nicht.

Innerhalb von drei Tagen hatte Frau Amsel ein rundes Designappartment für die ganze Familie gebaut. Innen hübsch mit Lehmwänden (gesundes Raumklima!), aussen exklusiv in moosgrün gehalten. Frau Amsel hat das alleine gebaut. Ganz allein. Ja, Frauen können Architektur!!! Herr Amsel war mit Singen und Aufplustern beschäftigt. Was natürlich auch immens wichtig ist. Einer muß ja den Überblick behalten. Während sich Herr Amsel weiter auf der Akazienallee profilierte, hockte sich Frau Amsel ins Nest und legte fünf türkis-grüne, gesprenkelte Eier.

Die Fräuleins und ich hatten nun ein Problem – da der Balkon von Familie Amsel bewohnt war, stellte sich die Frage: Wie sollten wir in die Kammer kommen, ohne die werdende Mutter samt Nachwuchs zu verschrecken? Ich setzte auf das Prinzip Gewöhnung. Erst ließen wir einfach die Balkontür offen und unterhielten uns drinnen. Dann stellten wir uns in die Balkontür, mißtrauisch beäugt von Frau Amsel, die dick aufgeplustert auf ihren Eier hockte wie auf einem Amselthron. Herr Amsel meckerte uns von seiner Akazie aus an. Aber es half ja nix. Zur Bestechung hatte ich Vogelfutter und Wasser auf den Balkon gestellt, was beide Elternteile gerne annahmen.

Schließlich schlich in mich zur Kammer, worauf Frau Amsel mit empörtem Protestpiepen vom Nest flüchtete. Mein jüngstes Fräulein verdrehte die Augen und meinte: „Siehste, ich hab doch gesagt Du mußt Dich drunter durch schleichen!“. Versuch fehlgeschlagen.

Die nächsten Tage trainierten wir weiter. Ich zeigte mich auf dem Balkon, Frau Amsel guckte, Herr Amsel saß auf seiner Akazie und warf mir wütende Blicke zu. Schließlich wagten wir einen neuen Versuch. Diesmal schlich sich ein Fräulein langsam zur Kammer und duckte sich im Vorübergehen. Dann öffnete sie die Tür, die ja nur zehn Zentimeter vom Nest entfernt ist. Frau Amsel hockte stoisch auf ihrem Thron und rührte sich nicht. Mission geglückt.

Vor ein paar Tagen saß ich auf dem Balkon und habe zusammen mit Frau Amsel die Brigitte gelesen. Frau Amsel brütend, ich Kaffee trinkend. Wir sind jetzt ganz eng. Inzwischen kann ich sogar den Gelben Sack oder den Wäscheständer aus der Kammer holen, ohne das der Amselpuls auf 180 steigt.

Vorgestern morgen wurden WIR dann Eltern: Die ersten drei Küken sind geschlüpft. Winzige, fast nackte und irgendwie uralt aussehende Vogelkinder. Heute morgen kamen Nummer vier und Nummer fünf. Es ist so berührend, wie sich die kleinen Wesen im Nest übereinander kuscheln. Jetzt ist auch Herr Amsel im Einsatz. Endlich wieder eine Aufgabe! Männer brauchen Aufgaben. Eifrig schleppt er Raupen und Regenwürmer herbei, ebenso wie Frau Amsel. Alle paar Minuten kann man nun rasante Amselstarts und Nestpunkt-Landungen beobachten. Gänge in die Kammer oder auf den Balkon erledige ich jetzt immer in flotten 20 Sekunden. Ich wußte gar nicht, dass man so schnell Kartoffeln holen, Leergut wegbringen und gleichzeitig die Blumen gießen kann.

Was für eine kleine, bezaubernde Familie. Herzlich willkommen auf dieser Welt!

Liebe Grüße,

Claudia

Social Media – Was macht das mit uns?

Mich treibt seit Längerem die Frage um, wie Social Media uns beeinflußt und was wir dem entgegen zu setzen haben. Es scheint nicht mehr ohne Instagram, Facebook und Whatsapp zu gehen. Oder doch? Der Versuch einer Antwort.

Es hat ja eine Weile gedauert, aber kürzlich habe ich den letzten Dienst auf meinem Smartphone gelöscht, der zu Facebook gehört: Whatsapp ist Geschichte. Ich bin tatsächlich ausgestiegen und habe zu Signal gewechselt. Erstaunlicherweise war das gar nicht so schwierig. Es ist mir sogar ausgesprochen leicht gefallen, besonders nach der Lektüre von Jaron Laniers Buch „Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen mußt“. Ich hatte das Buch bereits vor einiger Zeit gelesen – ein wake-up call. Denn Social Media macht etwas mit uns . Nachdem ich für eine Hausarbeit eine Rezension über das Buch verfasst habe, war es für mich nur konsequent, den Messenger Dienst zu löschen, der meine gesamten Daten an Facebook weitergibt. Unfassbar, dass diese Praktik ständig und dauernd millionenfach 24 Stunden lang stattfindet – mit ausdrücklicher Zustimmung der User.

Doch was ist die Alternative? Auf der Schiefertafel kratzen? Es liegt mir ja völlig fern, mit dem Zeigfinger in der Luft herumzufuchteln und auf die bösen IT-Unternehmen und Entwickler zu deuten: „Ist alles böse und schlecht, was Ihr praktiziert.“ Ich bin nur nicht mehr bereit, jede Manipulation hinzunehmen frei nach dem Motto: „Macht doch jeder!“ Mir ist es wichtig, Fakten zu kennen, mir eine Meinung zu bilden und dann zu handeln. Dabei sind „alternative Fakten“, Nachrichten aus Filterblasen und Fake News eher hinderlich.

Signal – die Alternative zu Whatsapp

Ich habe mich nach längerem Abwägen entschieden, den Messenger „Signal“ zu nutzen. Weitere Alternativen findet man hier. Ein lesenswerter Artikel über die Praktiken von Whatsapp veröffentlichte die Frankfurter Allgemeine online bereits 2017 an dieser Stelle. Erwartungsgemäß sind nicht so viel Freunde mit mir gewechselt. Die meisten, die ich kenne, haben mehrere Messenger auf ihrem Smartphone. Meine Fräuleins befinden sich im Teenie-Alter und sind natürlich bestens mit ihren Freunden vernetzt. Und damit sind sie nicht allein: 95% aller 12-19 Jährigen nutzen Whatsapp. Diese Zahlen nennt die neuste JIM-Studie von 2018. Unsere Familiengruppe läuft nun auf Signal – ein Kompromiss.

Da wir in der Familie Social Media immer wieder zum Thema machen, trägt meine Aufklärungsarbeit erste Früchte: Das eine Fräulein hat ihren Instagram-Account gelöscht, das andere Fräulein den Tik Tok Account. Momentan herrscht noch eine allgemeine Unsicherheit bei Beiden, was man denn nun mit den frei gewordenen Zeitkapazitäten anfangen könnte.

Als ich über meine Digital Diät geschrieben habe, ging es hauptsächlich um Social Media Kanäle wie Facebook und Instagram. Doch nicht nur die reinen Social Media Kanäle sind wahre Zeitfresser, auch Messenger können einen an den Rand der Verzweiflung treiben – besonders manche Gruppenchats treiben seltsame Blüten. Bei mir ist es nun angenehm ruhig, und ich kann mich auf die wirklichen wichtigen Kontakte konzentrieren. Und eine Erkenntnis hat sich verfestigt: Ich verpasse nichts. Aber auch gar nichts.

Influencer Marketing auf dem Vormarsch

So habe ich mehr Zeit, wieder mehr zu lesen. Unter anderem fiel mir das Buch „So wird man Influencer“ von Marie Luise Ritter in die Hände – analog in Papierform, versteht sich. Ich konnte mich darin durchaus wiederfinden: Es macht Spaß, Social Media zu nutzen und Content zu produzieren. Schließlich blogge ich auch, weil es eine tolle Möglichkeit ist, viele Leute zu erreichen. Marie Luise schildert nicht nur das schillernde, digitale Leben als Influencerin, sondern auch die harte, harte Arbeit – und die findet 24/7 statt. Ich ziehe den Hut vor der unglaublichen Diziplin, die man an den Tag legen muß, um erfolgreich zu sein. Tauschen möchte ich mit Luise jedoch nicht. Über die Gefahren von Social Media findet man in ihrem Buch wenig – durchaus verständlich aus ihrer Sicht.

Influencer Marketing ist auf dem Vormarsch, einhergehend mit Abmahnprozessen, in denen Influencer beschuldigt werden, Fotos oder Videos nicht ausreichend als Werbung gekennzeichnet zu haben.

Hier hinkt die Rechtssprechung hinterher, denn in der Tat ist es für 13jährige Mädchen mitunter schwierig, zu erkennen, das ihr Insta-Star ihnen die Gesichtscreme nicht in die Kamera hält, weil er oder sie so davon überzeugt ist, sondern weil das ganze meist eine bezahlte Kampagne ist. Und die Industrie greift diesen Trend begeistert auf: Noch nie war es so einfach, personifizierte Werbung zielguppengenau zu platzieren. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das ein hoher Social Media Konsum dazu führt, dass sich Jugendliche zunehmend als unvollständig, als nicht perfekt und nicht hübsch genug erachten – aufgrund der Masse an vermeintlich perfekten Fotos, die mit Photoshop in die Vollendung getrieben werden. Instagram hat seine Unschuld als Fotoaustausch-Plattform, auf der man nur hübsche Bilder hochladen und betrachten kann, schon lange verloren.

Die andere Seite von Social Media betrifft nicht nur die User, sondern auch die Influencer selbst. So hat die Fitness-Influencerin Sophia Thiel (24) kürzlich angekündigt, das sie sich aus der Öffentlichkeit zurückzieht. In ihrem letzten Video, in dem sie ihre Gründe für ihren Rückzug dar legt, meint sie, dass sie zuletzt nur noch wie eine Maschine funktioniert habe. Für mich ist das keine Überraschung.

Aufgeben ist auch keine Option

Mich selbst reißt es manchmal hin und her: Welche Dosis Social Media erzeugt Langzeitschäden und welche nicht? Wie soll eine Bildungspolitik aussehen, die unseren Kindern das richtige Handwerkszeug an die Hand gibt, um sich mit den Folgen des Social Media Konsums einerseits auseinander zusetzen und um andererseits digital gut aufgestellt in die Zukunft zu blicken? Videos wie das von Youtuber Rezo vor der letzten Europawahl zum Beispiel finde ich erfrischend, weil die CDU jetzt auch schon festgestellt hat, das Social Media existiert. Über die Art des Videos läßt sich streiten, aber Fakt ist, das wir uns damit beschäftigen müssen.

Mir ist es wichtig, bewußt zu machen, das Social Media uns beeinflußt – ob wir wollen oder nicht. Das Maß jedoch können wir selbst bestimmen. Und es liegt an uns, inwieweit wir uns manipulieren lassen wollen oder nicht. Leben bedeutet Veränderung, und nicht alles, was das Internet hervorbringt, ist per se schlecht. Jedoch fordere ich hiermit alle auf, sich einer guten alten Methode zu bedienen: Hinterfragen und selber denken.

Ist ein wenig retro, gebe ich zu. Bei stetiger Anwendung jedoch wirklich toll: Eine eigene Meinung entwickeln, diese auch vertreten und angeregt mit allen Seiten darüber diskutieren. So klappt’s dann auch mit der richtigen Dosis Social Media. Versprochen.

Digitale Grüße,

Claudia

Festes Shampoo von alverde

Bewährt sich das feste Shampoo von alverde im Praxistest? Hier erfährst Du mehr über die Alternative zu flüssigem Shampoo in Plastikflaschen.

Schon länger war ich auf der Suche nach Alternativen zu Haarshampoos in Plastikflaschen. Doch die meisten Produkte, die ich ausprobiert habe, haben entweder komisch gerochen oder nicht genug geschäumt. Manchmal war das Haar auch strähnig und stumpf nach der Wäsche. Oder der Preis des Produktes war so hoch, das ich dafür eine eigene Haarpflegeserie entwickeln könnte. Stellt das feste Shampoo von alverde eine Alternative dar?

Unterschied von Haarseife und festem Haarshampoo

Bei meiner Recherche stieß ich dann auf den Unterschied von Haarseife und festem Shampoo. Haarseife ist ein gesiedetes Stück Seife: Sie besteht aus einer Mischung aus Fett und Lauge – daher schäumt sie weniger. Bei der Anwendung von Haarseife muß das Haar mit einer sogenannten sauren Rinse nachbehandelt werden, wenn man kalkhaltiges Wasser hat. Und in der Ersten Etage links wundert es mich, das da nicht gleich die Kalkbröckchen aus der Leitung krümmeln – wir haben hier extrem kalkhaltiges Wasser. Beim Waschen mit Haarseife kann sich „Kalkseife“ bilden. Deren Rückstände können im Haar verbleiben und machen das Haar strähnig. Festem Shampoo ist hingegen nur das Wasser entzogen. Dementsprechend kann es genauso angewendet werden wie normales Shampoo.

Wer hat eigentlich das Shampoo in Plastikflaschen erfunden? Geht doch auch so viel umweltschonender. Witzig auch: In noblen Hotels ist es jetzt wieder schick, edle Seifenstücke im Bad zu platzieren. Ach ja – wir trinken ja auch wieder Filterkaffee anstelle von Kapsel-Kaffee. Manchmal ist retro gar nicht von gestern.

alverde Naturkosmetik ohne Tierversuche

Eher zufällig fiel mein Blick im dm auf die kleine Schachtel und ich habe mir das Ganze genauer angesehen. „alverde“ ist die Naturkosmetiklinie von dm, die alverde Produkte sind tierversuchsfrei, das feste Shampoo ist vegan. Ein kurzer Check mit der App codecheck überzeugte mich dann: ich probiere es aus. Es gibt zwei Duftrichtungen des festen Shampoos, „Kokos“ und „Mandarine-Basilikum“. Da ich Kokos nicht so mag, entschied ich mich für Mandarine-Basilikum. Wobei, Basilikum habe ich jetzt nicht so rausgeschnuppert, aber das dm-Marketing fand wahrscheinlich, Mandarine alleine klingt zu einfach.

Verpackt kommt die Haarseife in einem schlichten Umkarton aus Pappe daher. Geht doch!

Die Inhaltsstoffe sind: SODIUM COCO SULFAT, BUTYROSPERMUM PARKII BUTTER, OLEA EUROPAEA FRUIT OIL, THEOBROMA CACAO SEED BUTTER, PARFUM*, LIMONENE, LINALOOL, CITRAL, E 172 / C.I. 77492 *from natural organic agriculture **from natural essential oils

Das feste Shampoo von alverde hat das Natrue-Siegel – es verzichtet somit auf problematische erdölbasierte Inhaltsstoffe und bedenkliche Konservierungsstoffe. Trotzdem sollten AnwenderInnen die Inhaltsstoffe genau studieren, um allergische Reaktionen auszuschließen.

Die Anwendung ist ganz einfach: Das feste Shampoo über das feuchte Haar hin- und her streichen, einmassieren und gut ausspülen. Da ich bei anderen festen Shampoos die Erfahrung gemacht habe, das es eine Weile dauert, bis sich der Schaum entwickelt, habe ich am Anfang zu viel vom Produkt benutzt. Es schäumte recht üppig! Da war ich dann doch ziemlich überrascht. Bei den nächsten Wäschen war ich sicherer mit der Dosierung, ich habe etwas weniger genommen. Mir fiel gleich der angenehme Duft auf, frisch und fruchtig. Das Shampoo ließ sich gut auswaschen und hat auch alle Reste von Haarspray entfernt. Nach der Wäsche war das Haar leicht und luftig – keine Spur von strähnig.

Die Aufbewahrung ist auch denkbar einfach: das Shampoo-Stück nach Gebrauch auf ein Stück Luffaschwamm legen. Darauf platziert trocknet es gut ab bis zum nächsten Einsatz. Die Fräuleins sind auch sehr begeistert mit dem Effekt, dass das feste Shampoo schnell wieder nachgekauft werden muß, da es jetzt drei Leute benutzen.

Fazit: Riecht toll, hält länger als herkömmliches Shampoo in Flaschen, schäumt gut, hat eine super Waschwirkung und spart Plastik. Der Preis von 4,95 Euro pro Stück ist angemessen, da das Shampoo lange hält wenn es von nicht von drei Mädels gleichzeitig benutzt wird.

Probiert es aus und schreibt mir gerne Eure Erfahrungen!

Alles Liebe,

Claudia



Große Gartenliebe

Ein Kleingarten im Retro-Look

Seit Anfang des letzten Jahres hat die Erste Etage links eine Außenstelle: Wir sind stolze Besitzerinnen eines Kleingartens! Schon lange hatte ich mir einen Garten gewünscht, mein Balkon platzte vor lauter Grünzeug schon aus den Nähten. Doch die Wartelisten in den Kleingartenvereinen sind lang, denn: Kleingärten sind wieder total hip! Vorbei die spießige Vermuftheit, raus mit den Gartenzwergen und rein mit den jungen Familien und kreativen Menschen, die sich auch mit dem Thema Nachhaltigkeit befassen und gerne in der Erde wühlen. Selbst Gemüse anbauen, den Kindern ein Stück Freiheit und eine kleine, grüne Welt kreieren.

Wir hatten das große Glück, einen Garten übernehmen zu dürfen, der 45 Jahre in einer Hand war. Die Besitzerin wollte den Garten aus Altersgründen abgeben, es fiel ihr sichtlich schwer. Ich versicherte ihr, dass sie jederzeit vorbei kommen könne, um nach „ihrem“ Garten zu schauen.

Und dann war er da, der erste Tag in unserem Garten. Und ich war im Paradies. Meine Großeltern hatten einen großen Bauerngarten mit Gemüse, Früchten und Blumen aller Art. Vermutlich habe ich das Faible für die Natur von ihnen, denn als Kind kannte ich jede Ecke im Garten, jeden Baum und jede Frucht. Ich habe mit meinem Opa Erbsen gepult und Haselnüsse geknackt, zugeschaut, wie er seine Dahlien hegte und pflegte. Er hat mir erklärt, wie man Gemüse anbaut, Möhren, Salat, Bohnen und Gurken. Immer am Ende der Reihe im Beet klemmte ein kleines Schild auf einem Stöckchen, auf dem zu lesen war, was dort wachsen würde.

Ein Haselnußstrauch für Opa

Als ich mit den Fräuleins durch das kleine, grüne Tor in unseren neuen Garten trat, war es so, als wäre Opa auch mit dabei. Ich bin davon überzeugt, daß er lächelnd unsere Entdeckungstour begleitet hat. Die entzückten Schreie der Fräuleins, als sie die Himbeeren entdeckten. Die herrlichen Apfelbäume, die Rosen und den Aprikosenbaum. Wir fanden eine kleine Ecke mit Kräutern, an der linken Seite entdeckte ich Brombeerbüsche. Und links hinten in der Ecke…steht ein Haselnußstrauch.

Nach vielen „Ahhs“ und „Ohhs“ stellten wir uns Stühle in die Sonne und packten unser mitgebrachtes Picknick aus. Die Vorbesitzerin hatte uns den Garten in einem äußerst gepflegten Zustand übergeben. Mit dem Garten haben wir ein kleines Gartenhaus inklusive einem angrenzendem Mini-Schuppen samt Gartengeräten übernommen. Im Gartenhaus war die Zeit stehen geblieben: Dunkelbraun gestrichen mit orangenen Frottee-Handtüchern, Sammeltassen und einem Gasherd, der sicher schon 20 Jahre alt war. Aber alles war tip-top sauber und funktionstüchtig. Im Schrank standen sogar noch Cognac Gläser aus hauchdünnem Glas mit Goldrand!

Neue Aufgaben für den Teilzeit-Hund

In den folgenden Wochen bauten wir die ebenfalls mit übernommene Hollywood-Schaukel auf (Ratet mal, wo der neue Lieblingsplatz der Mädels ist), gruben das Gemüsebeet um und setzen die ersten Plänzchen. Der Teilzeithund war völlig verzückt: Lauter tolle, neue Plätze zum Hinlegen und im Weg-rum-Stehen. Außerdem eine neue Funktion als Gartenwachhund! Das ist schon eine verantwortungsvolle Position.

Die Mädels holten nach anstrengenden, arbeitsreichen Tagen Spagetti-Eis vom Italiener mit dem Gartenfahrrad, sähten und gossen mit Begeisterung und waren dabei, als die ersten Samen aufgingen. Ich besorgte noch eine Hängematte, pflanzte Tomaten und moldawischen Kürbis, den wir von unserer Gartennachbarin geschenkt bekamen. Neben dem Gemüse sähte ich Sommerblumen und Ringelblumen, Sonnenblumen und Fingerhut aus.

Meine Mutter versorgte uns mit selbst gebackenem Kuchen. Und für Opa pflanzte ich Dahlien…

Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, einige Gemüsesorten vorzuziehen: Tomaten, Mangold, Zitronengurke und sogar Melonen! Dafür wird sich die Erste Etage links demnächst in eine Aufzuchtstation verwandeln. Im letzten Jahr hatte ich aus Zeitgründen bereits vorgezogene Gemüsepflanzen gekauft.

Das blaue Wunder

Letzte Woche erlebten wir unser blaues Wunder: Da es für Februar ungewöhnlich warm war, packten wir unsere Sachen, um die Obstbäume zu beschneiden und den Garten wieder „in Betrieb zu nehmen“. Als wir vollbepackt am Garten ankamen, trauten wir unseren Augen kaum: Die gesamte Rasenfläche, auf der die Obstbäume stehen, war über und über mit kleinen blauen Krokussen übersät! Was für eine Begrüßung…

Die erste Bienen tanzten von Blüte zu Blüte, hungrig nach dem langen Winter auf der Suche nach Nektar.

Das Gemüsebeet ist umgegraben, die Nistkästen für die Vögel sind gesäubert – jetzt kann es losgehen!

Alles Liebe,

Claudia

Im Gespräch mit: Mila Plaickner – Künstlerin

Kreativität bestimmt einen Großteil meines Lebens. Ich habe ständig neue Ideen, kann mich für Dinge begeistern und versuche, vieles davon in meinem Leben umzusetzen. Das gelingt mir mal besser und mal schlechter. An manchen Tagen klappt das gar nicht, an anderen wieder total super. Das drückt sich aus im Fotografieren und Blog schreiben oder im Schmuck herstellen. Neuerdings spiele ich gerne Impro-Theater, das macht sowas von Spaß!

Dekorieren, recyclen, umbauen, sich was ausdenken… alles meins. Wir haben hier in der Ersten Etage links einen riesigen Schrank voll mit Bastelmaterialien, Farben und Werkzeugen – quasi eine Inhouse-Kreativwerkstatt.

Eine Freundin brachte es mal auf den Punkt: „Claudi, Du machst aus der letzten Gerümpelkammer noch eine Wohlfühloase!“ Wer will denn eigentlich unschön wohnen? Ich mache es mir gerne hübsch und gemütlich – es überrascht mich immer wieder, wie kühl und zweckmäßig manche Menschen wohnen.

Mein Einrichtungsstil ist kreativ

Bei mir ist es bunt! Meine Lieblingsfarbe ist rot, und das harmoniert wunderbar mit weiß, schwarz und verschiedenen Holztönen. Warum also nicht rote Schränke haben? An den Wänden hängen neben Fotografien, Postkarten und Postern viele Leinwände in allen Größen und Farben. Entstanden sind sie in den Mal-Kursen mit der Künstlerin Mila Plaicker. Mila ist eine unfassbar kreative und inspirierende Persönlichkeit.

Uns verbindet eine langjährige Freundschaft, und ich freue mich sehr, dass Mila meine heutige Interviewpartnerin ist. Dazu darf ich einige ihrer Werke zeigen.

EEL: Liebe Mila, was inspiriert Dich?

Mich inspiriert das Leben, die Menschen, die Beziehungen dazwischen – sozusagen die Momentaufnahmen.

EEL: Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben?

Figurativ und expressiv – impressiv mit einem Hang zur Abstraktion.

EEL: Wo hast Du malen gelernt und welcher Dozent*in oder Lehrer*in hat
Dich am meisten beeindruckt?

Das „Malen gelernt“ habe ich am ehesten in der Schule. Das war damals noch in Kroation, da ist es einem Lehrer aufgefallen, dass ich anscheinend Talent habe. Mich beeindrucken auch sehr viele Künstler: von den alten Meister* innen sind es Rembrandt, John Singer Sargent, Picasso, Egon Schiele, Frida Kahlo, Paula Modersohn-Becker und Gabriele Münter. Bei den zeitgenössischen Maler*innen kann ich Alex Kanevsky, Ruprecht von Kaufmann, Jonas Burgert, Cecily Brown und Jenny Sville nennen.

EEL: Du lebst von Deiner Kunst. Mit welchen Schwierigkeiten mußt Du da manchmal kämpfen?

… dass es oft auch nur ein „Geschäft“ ist.

EEL: Ist Kunst im digitalen Zeitalter noch zeitgemäß?

Selbstverständlich. Es dreht sich immer alles um die Kunst. Die bildende Kunst ist nicht nur für die Augen schön anzusehen – sie hat ein Eigenleben.

EEL: Mich beeindrucken besonders Deine großformatigen Bilder. Wonach
wählst Du die Größe der Leinwände und die Farben aus?

Themen und Visionen sind für mich sehr wichtig. Da entsteht dann auch die Wahl der Farben (z.B. kühl-distanziert oder warm-intensiv). Und die Liebe zur großen Leinwand ist einfach da. Es ist für mich befreiender, auf großen Leinwänden zu malen als auf kleineren.

EEL: Was machst Du, wenn Du mal keinen Pinsel in der Hand hast oder Dich entspannen möchtest?

Ich mache Sport – für die Anspannung, um danach zu entspannen. Einfach draußen zu sein und die Natur zu genießen, ist mir sehr wichtig. Dabei kann ich gut meinen Geist klären und meine Gedanken ordnen.

EEL: Ich frage mich manchmal, ob jeder kreativ sein kann. Steckt in jedem
Mensch eine Künstler*in?

Auf die eine oder andere Weise schon. Ich glaube, dass nicht jeder malen kann oder sollte. Aber es gibt auch die Musik, das Werken und das Basteln. Inwieweit man das Wort „Künstler*in“ dafür verwendet, kann ich nicht sagen. Ich denke, kreativ zu sein ist eine Art von „Kunst“.

EEL: Deine Arbeiten beschränken sich nicht nur auf die Malerei. Was
gestaltest Du noch?

Vor der Malerei kommt zuerst die Zeichnung. Ich zeichne viel und gerne. Gelegentlich arbeite ich auch mit Ton. Dabei interessieren mich Figuren und Köpfe sehr. Ansonsten probiere ich sehr gerne andere Techniken aus: Aus Eisen habe ich Figuren geschweißt und aus Pappmache Skulpturen gefertigt.

EEL: Ich hatte das Glück und die Freude, eine Zeit lang Deine Schülerin
gewesen zu sein. Kann man Kurse bei Dir besuchen?

Ich bin seit 25 Jahren Dozentin. Einige Jahre habe ich im eigenen Atelier unterrichtet, da warst du ja dabei. Seit etwa sechs Jahren unterrichte ich an unterschiedlichen Kunst-Akademien in Österreich und Deutschland. Auf meiner Webseite findet man alle aktuellen Kurstermine.

EEL: Hast Du eine Ausstellung geplant und wenn ja, wann wird diese
stattfinden?

Ich versuche jedes Jahr ein bis zwei Ausstellungen zu machen. Zur Zeit plane ich in Feldkirch (Vorarlberg) eine Ausstellung bei einer Messe, diese ist im April 2019. Auch für September 2019 ist eine Ausstellung geplant.

EEL: Was wünscht Du Dir für die Zukunft?

Viel Zeit für meine Malerei 🙂

EEL: Liebe Mila, vielen Dank für das Interwiev!

Weitere Infos zu Mila findet Ihr hier

Bildquelle: Mila Plaickner

Warum ich laufen muß

Mein Atem geht regelmäßig, meine Füße machen einen Schritt nach dem nächsten. Ich spüre die frische Luft im Gesicht, es ist früh am Morgen. Die Sonne geht gerade auf, und kleine Äste knacken unter meinen Schuhen. Obwohl es erst Februar ist, sind die Temperaturen über dem Gefrierpunkt. Die ersten Vögel sind schon wach. Es duftet nach Erde und nach Wald. Ich liebe es, früh morgens unterwegs zu sein – am Liebsten laufend.

Laufen erdet mich, bringt mich runter, macht mich zufrieden. Dabei stelle ich keine Rekorde auf, trage keinen Schrittzähler oder einen Pulsmesser. Ich verfolge kein Trainingsziel. Ich laufe um des Laufens willen. Einfach, weil es Spaß macht. Am liebsten bin ich im Wald unterwegs, aber auch gerne auf Feldwegen. Manchmal trabe ich langsam, manchmal fliege ich förmlich. Gelegentlich renne ich auch mal wie bekloppt kurze Strecken. Solange, bis die Lunge brennt und ich spüre, wie mir der Schweiß ausbricht.

Der Mensch ist zum Laufen geboren. Nur leider haben das viele Menschen verdrängt. Wir fahren mit dem Auto zum nächsten Supermarkt, obwohl der nur 300 m entfernt ist. Unsere Kinder werden gerne direkt vor die Schule gefahren, obwohl sie den Weg zu Fuß gehen könnten. Viele von uns sitzen acht Stunden und länger in Büros. Dafür, dass wir so viel Sitzen, essen wir zuviel. Was sich die frühe Menschheit erlaufen und erjagen mußte, wird uns heute in Plastik eingeschweißt als Billigprodukt im Discounter nachgeworfen.

Die Folgen sind bekannt: Herzinfakt, Übergewicht, Diabetes, Schlaganfall, Demenz und Co. lassen grüßen. Ich will mich da gar nicht ausnehmen. In meinen besten Bürozeiten bis vor zwei Jahren hatte ich mal flott 10 kg mehr auf den Rippen. Das ging so schleichend, ich habe das gar nicht wirklich wahr genommen. Dazu noch Stress und notorisch keine Zeit, schon gar nicht für mich selbst – der Klassiker.

Ich wußte, das dass nicht gut für mich war.

Nur was tun? Sich abends nach der Arbeit zum Sport aufraffen – und welcher sollte es sein? Fürs Fitness-Studio bin ich einfach nicht der Typ, weil ich lieber draussen an der frischen Luft bin. Schwimmen ist auch nicht so meins. Also: Laufen. Anfangs war es eher ein Spazieren, so eine Art schnell gehen. Dann bin ich abwechselnd kurze Strecken gelaufen und dann wieder gegangen. Schließlich konnte ich 5 km am Stück gut durchlaufen, und dabei bleibe ich meistens auch.

Eine Zeitlang hatte ich mich auch einem Verein angeschlossen, aber das leistungsorientierte Laufen hat meine Knochen und Sehnen so belastet, dass ich ein halbes Jahr gar nicht mehr laufen konnte. Also habe ich mich dort ausgeklinkt und laufe jetzt wie und wann ich will.

Das Praktische daran ist: Ich brauche nur meine Laufschuhe und die Trainingsklamotten, das kann ich überall mit hinnehmen. Zudem bin ich an keine Öffnungszeit gebunden. Der Wald hat immer geöffnet:-)

Eine Zeitlang bin ich mal morgens um 4 Uhr vor der Arbeit gelaufen. Bei jedem Wetter. Das war eine tolle Erfahrung! Aber nachmittags wurde ich dann sehr schnell ziemlich müde, das ging auf die Dauer nicht gut. Jetzt laufe ich abends oder am Wochenende.

Kombiniert mit Intervallfasten verschwanden die 10 kg wieder im Übergewichtsnirwana.

Beim Laufen kann man auch wunderbar nachdenken, Dinge wegdenken oder kreative Ideen kommen lassen. Manchmal denke ich mich durch die ganze Runde und nehme die Umgebung nicht so bewußt wahr. An anderen Tagen sehe ich jeden Baum, jede Spur und jeden Stein auf dem Weg und höre jedes Geräusch. Daher laufe ich auch ohne Musik, ich möchte lieber die Natur um mich herum wahrnehmen.

Müll fällt mir übrings jedes Mal auf!

Was ist Eure Sportart? Lauft Ihr schon oder sitzt Ihr noch?

Alles Liebe,

Claudia

Der Mythos von der Selbstoptimierung

Neulich ist im Fach Religionspädagogik spontan ein sehr schöner Text entstanden zum Thema „Mythen“ – den möchte ich Euch nicht vorenthalten. Liebe Nadine, vielen Dank, dass ich unseren Text hier veröffentlichen darf!

Wir sind ja neuerdings immer am Optimieren – Gut ist nicht genug, es muss alles immer irgendwie „besser“ sein. Das ist wirklich eines meiner Lieblingsthemen… Gut ist nämlich sehr ok und völlig ausreichend. Wir haben das Ganze textlich auf die Spitze getrieben. Viel Spaß bei unserem kleinen „Ratgeber“!

Der beste Weg zur Selbstoptimierung

Besser, schneller, höher, weiter – werde die beste Version von Dir selbst! Es reicht nicht aus, einfach nur Du selbst zu sein. Besser ist es, wenn Du all Deine natürlichen Anlagen ausspielst. Das geht ganz einfach: Du überprüfst Deine Ernährung und wirst bestimmt feststellen, dass da irgend etwas noch nicht optimiert ist. Hierzu bietet die Fachliteratur 301 Ratgeber, mit deren Hilfe Du feststellen kannst, ob Du Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß in ausgewogener Mischung zu Dir nimmst. Achte bei der Zubereitung auf ein ansprechendes Arrangement der Speisen, denn DU VERDIENST NUR DAS BESTE!

Das Auge isst schließlich mit.

Dein Äußeres sollte Dir immens wichtig sein, um Dein Inneres, erfülltes Wesen nach außen tragen. Schließlich möchtest Du ein wertvolles und geschätztes Mitglied der Gesellschaft sein. Hierbei hilft auch der tägliche Gang ins Fitnessstudio, um Deinen Geist fit zu halten und Deinen Körper zu formen. Es genügt nicht, nur 100% zu geben – Du musst über Dich hinauswachsen, weil Du nur dann Dein gesamtes Potential ausschöpfen wirst. Morgens Yoga, mittags ein ausgewogenes Cardiotraining und nachmittags eine Meditationseinheit bieten die perfekte Grundlage, um Deinen Körper und Deinen Geist optimal zu feiern! Falls Dein Köper Schwachstellen aus Deinem ungeplanten, mit freier Zeit vertanen Leben aufweist, sind operative Eingriffe unabdingbar.

Schlaf wird überbewertet

Die perfekte Kontrolle erreichst Du durch ein Fitbit. Du kannst sogar Deine Schlafphasen kontrollieren und optimieren, denn es reicht nicht nicht aus, einfach nur zu schlafen. Du könntest wertvolle Zeit verlieren, die Du doch sinnvoll nutzen könntest. Achte darauf, dass Du Dein Schritteziel nicht nur erreichst, sondern auch übertriffst. Hierfür kannst Du alle Phasen außer der Tiefschlafphase nutzen. Wichtig ist, dass Du in beruflicher und gesellschaftlicher Hinsicht nur 200% Leistung erbringst. Andere könnten Dich überholen, und das schadet Deinem Ansehen und Deiner Stellung in der Gesellschaft. Vorne ist da, wo es lang geht. Nicht die letzten werden die ersten sein, sondern die ersten sind schon da!

Freizeitgestaltung darf nicht dem Zufall überlassen werden. Planung ist das ganze Leben! Toilettenpausen, Atmen und Wartezeiten wollen gut überlegt sein und sollten möglichst vermieden werden, um keine wertvolle Zeit zu verschwenden. Neben dem Job in der Führungsposition und dem Job als Elternbeiratsvorsitzende muss die verbleibende Zeit mit Aktivitäten gefüllt werden, die Deinen Horizont massgeblich erweitern. Für die Unentschlossenen hätten wir noch ein paar Vorgaben: Ayuveda bei Nacht, afrikanisch trommeln, Mandarin in 24 Dialekten oder auch Tantra Massagen für den Wellensittich sollten wichtige Bestandteile Deines Lebens sein.

Übertreffe Deine Ziele

Du weißt alles besser – also zeig es auch! All Deine Aktivitäten und Termine organisierst Du effektiv stets im neusten Apfel-Smartphone. Du musst das Gerät unbedingt vor allen anderen haben, weshalb Du drei Monate vor der Neuerscheinung vor dem Store kampieren musst. Kein Weg ist Dir zu schwer, kein Hindernis zu hoch und kein Schlaf zu kurz, um Deine stets zu hoch gesteckten Ziele zu erreichen.

Wenn Du all unsere Gebote befolgst, wirst Du ein besserer Mensch werden und alle werden Dich lieben. Sie werden Dich zu ihrer Anführerin wählen. Entscheide Dich jetzt! Werde die beste Version Deiner selbst. DU BIST ES DIR WERT!

Optimierte Grüße von Nadine und Claudia

Im Gespräch mit: Gerhard Czerner – Mountainbiker, Guide, Traveller

Wenn es jemanden gibt, der auf dem Moutainbike quasi zuhause ist, dann ist es Gerhard. Für mich gibt es nicht viele Menschen, die das verkörpern, was sie leben: Gerhard ist einer davon. Wir kennen uns aus meiner Zeit in Österreich, uns verbindet die Liebe zum Outdoorsport und zur Natur. Ich bin sehr stolz, dass ich ihn heute mit seiner Leidenschaft vorstellen darf!

EEL: Gerhard, wie bist Du zum Mountainbiken gekommen und was macht den Reiz dabei für Dich aus?

Gerhard Czerner:

Zum Radfahren bin ich schon als Kind gekommen, wie wohl die Meisten. Mir erlaubte das Fahrrad, meinen Aktionsradius vor der Haustüre zu vergrößern. Jeden Tag bin ich stundenlang im Wald damit rumgefahren und hab die Gegend dabei immer neu entdeckt. In meiner Nachbarschaft gab es einige BMX Fahrer. Mit denen bin ich oft rumgezogen und über alles gesprungen was sich angeboten hat. Dann bin ich zum Trial fahren gekommen und die Gegend wurde ein neuer, faszinierender Spielplatz. Praktisch jeden Tag war ich auf dem Bike und bin in manchen Zeiten mehr Höhenmeter gehüpft als gefahren. Noch heute ist es für mich ein Spiel, wenn ich mich auf dem Bike bewege. Darum fahre ich gerne technische Trails, springe im Dirtpark oder gehe noch immer mit meinem Trialbike in den Steinbruch zum Hüpfen. Auch heute noch erweitert das Fahrrad meinen Aktionsradius. Der ist im Vergleich zu früher größer geworden, aber im Prinzip ist es noch sehr ähnlich.

EEL: Du bist mit dem Bike auf der ganzen Welt unterwegs. Wie bereitest Du Dich auf diese Touren vor?

Gerhard Czerner:

Das unterscheidet sich von Tour zu Tour. Wobei die Recherche immer die meiste Zeit in Anspruch nimmt. Da ich oft dort unterwegs bin, wo nicht viele fahren, gibt es auch selten leicht zugängliche Informationen, wenn überhaupt. Wenn es in große Höhen geht, wie zum Beispiel am Kilimandscharo, arbeitet ich zuhause schon Wochen im Voraus mit einem Höhentrainingsgenerator. Dieser ermöglicht es, eine einstellbare Höhe zu simulieren. Der Umgebungsluft wird dabei Sauerstoff entzogen und über ein Schlauchsystem zu einer Atemmaske oder in ein Zelt geblasen. Nachts schlafe ich in einem kleinen Zelt, welches Kopf und Brust überspannt. So gewöhne ich mich zuhause schon an den geringen Sauerstoffgehalt in der Höhe und kann in meiner Wohnung auf 4000 Meter oder auch mehr nächtigen.

EEL: 2017 warst Du ganz oben – mit dem Mountainbike auf dem Gipfel des Kilimandscharo. Das hat vor Dir noch keiner gemacht. Wie kam es dazu?

Gerhard Czerner:

Den Kilimandscharo haben vor mir schon ein paar Leute befahren. Die Ersten waren bereits 1985 mit dem Bike am Gipfel. Also war ich hier nicht der Erste. Was wir, Hans Jörg Rey und ich, jedoch als Erste gemacht haben, die beiden höchsten Berge Afrikas, Mt. Kenya und Kilimandscharo, hintereinander zu befahren. Ich habe vor vielen Jahren einmal den Berg mit dem Fahrrad umrundet. Und seit dem geisterte mir der Gedanke im Kopf, dort mal hinauf zu gehen. Die Idee, das mit dem Fahrrad zu versuchen scheiterte immer daran, dass es kein Permit dafür gab. Über Kontakte und Freunde konnte ich nach etwa zwei Jahren intensiver Versuche, dann eine Genehmigung erhalten und ich hab mich hinter die Organisation der Tour geklemmt. Ein Traum wurde wahr.

EEL: Ich kann mir kaum vorstellen, diesen Weg zu Fuß zu bewältigen. Wie anstrengend muß es mit dem Rad sein? Kannst Du uns einen Einblick in die Strapaze des Herauffahrens geben? Wie fühlt man sich und was macht es mit dem Körper? Konntest Du die Schönheit der Landschaft genießen oder mußtest Du Dich quälen?

Gerhard Czerner:

Hinauf ist nicht viel fahrbar gewesen. (Runter dafür fast alles!) Einen Großteil der Strecke bergauf haben wir geschoben und getragen. Am Gipfeltag hatte jeder von uns mit dem Fahrrad am Rücken so um die 18kg zu tragen. Ein normaler Bergsteiger trägt etwa 6kg. Das merkten wir natürlich und die Gehzeit wurde länger, weil wir mit dem Mehrgewicht langsamer unterwegs waren. Ob es mehr oder weniger beschwerlich ist, hängt letztlich vor allem von der Akklimatisation ab. Diese war in unserem Fall aber gut, da wir zuvor ja schon am Mt.Kenya waren. Also hieß es für uns viel atmen und langsam, aber stetig laufen. Aufgrund der richtigen Tempowahl empfand ich es anstrengend, aber nicht als strapaziös und konnte auch die wirklich einmalige Landschaft am höchsten Punkt von Afrika genießen.

EEL: Kann jeder Mountainbike fahren und was gilt es dabei zu beachten?

Gerhard Czerner:

Jeder der Radfahren kann, kann auch Mountainbiken lernen. Der Sport ist so vielfältig, es gibt eine Menge verschiedener Disziplinen, dass wohl fast jeder seine Spielform finden kann. Achten muss man gerade bei uns in den Alpen darauf, dass wir mit dem Mountainbike nicht überall fahren dürfen. Daher muss man sich über die rechtliche Lage in der entsprechenden Region informieren.

EEL: Welche Ausrüstung ist nötig und wo kann ich mich beraten lassen? Ist es sinnvoll, einen Guide zu buchen?

Gerhard Czerner:

Die Frage nach der Ausrüstung sprengt den Rahmen des Artikels. Ganze Hallen sind bei großen Händlern damit vollgestopft. Daher, einfach zum nächsten Radhändler gehen und sich beraten lassen. Gut , wenn die Möglichkeit besteht, davor im Freundeskreis nach Empfehlungen zu fragen, oder auch verschiedene Bikemodelle mal zu testen. Es gibt auch diverse Testveranstaltungen von Magazinen, wo man sich einen Überblick verschaffen kann und auch diverse Bikes zur Probefahrt zur Verfügung stehen. Und nebenbei trifft man jede Menge Gleichgesinnte. Vor allem im alpinen Gelände, oder in Gegenden wo die Orientierung schwer fällt, macht es je nach eigener Erfahrung durchaus Sinn, sich einen Guide zu buchen. Oft können diese schnell das persönliche Können einschätzen und so die richtige Tourenauswahl treffen. Auch kann man hier hilfreiche Tipps für die eigene Fahrtechnik mit auf den Weg bekommen.

EEL: Die Abenteuer, die Du erlebst, sind extrem. Welche Erlebnisse sind Dir besonders im Gedächtnis geblieben?

Gerhard Czerner:

Ich würde sie nicht als extrem bezeichnen. Das ist ein Prozess aus Erfahrung und Können, der mich immer weiter führt. Klar, ohne diesen zu kennen, oder durchlaufen zu haben, wirkt Manches vielleicht extrem. Intensive Erfahrungen gibt es auf fast jeder Reise. In Chile auf 3500 Metern, nachts in heißen Quellen zu liegen und Milliarden Sterne am Firmament. In Tibet Pilgern zu begegnen, die immer fröhlich, nur mit dem was sie am Leib tragen, ihre zehn Tage lange Pilgerreise unternehmen. Im Oman einer Sturzflut gerade noch rechtzeitig zu entkommen, bevor ganze Landstriche unter Wasser stehen. Oder einfach nur mit Freunden ohne Ablenkung von Smartphone und Co., am Lagerfeuer sitzen und gemeinsam im Hier und Jetzt zu sein. Die Liste könnte noch ewig gehen.

EEL: Gehst Du dabei Risiken ein?

Gerhard Czerner:

Ein Leben ohne Risiko gibt es nicht. Jährlich sterben Tausende im Straßenverkehr und trotzdem fahren wir Auto. Auch ich. Ja, auch auf meinen Reisen gehe ich Risiken ein. Bin aber selten leichtsinnig. Beim Biken gebe ich meiste weniger als 100% wenn ich mich in sehr entlegenen Regionen befinde, wo Rettung oder medizinische Versorgung oft Tage entfernt ist. Da fahre ich zuhause in den Alpen, oder im Bikepark eher an, oder auch mal über der Grenze.

EEL: Wie sieht der Alltag bei Gerhard, dem Mountainbiker, Guide, Traveller und Trainer aus?

Gerhard Czerner:

Das Schöne an meinem Alltag ist, es gibt ihn nicht. Das Einzige, was alle Tage gemeinsam haben: Morgens stehe ich auf und abends gehe ich ins Bett. Dazwischen kann viel passieren. Je nachdem, ob ich einen Kurs leite und unterrichte, ob ich als Guide mit Kunden unterwegs bin, zuhause meine Bikes einer Wartung unterziehe, Yoga mache oder einfach am Balkon die Sonne genieße. Leider darf auch ich viel Zeit am Computer verbringen: Vorbereitungen für die Touren, Nachbereitungen, Texte schreiben, Social Media Kanäle betreuen, all das gehört auch zum Beruf eines Sportlers dazu.

EEL: Kannst Du vom Sport leben?

Gerhard Czerner:

Im weitesten Sinn lebe ich vom Moutainbiken und allem was dazu gehört. Neben dem Guiden schreibe ich Artikel über meine Reisen, mache Ausbildungen für MTB Guides, produziere Videos, und arbeite zum Teil eng mit meinen Sponsoren zusammen.

EEL: Was bewegt Dich persönlich auf Deinen Touren?

Gerhard Czerner:

Ich schätze sehr die Reduktion aufs Wesentliche. Wenn es nichts anderes zu tun gibt, als sich um die nötigsten Dinge zu kümmern: den Weg von A nach B zu bewältigen, Essen beschaffen, Essen, Schlafen, Radfahren und gesund bleiben. Zuhause lassen wir uns oft ablenken. Machen am liebsten zig Sachen auf einmal. Da geht der Moment völlig verloren. In entlegenen Regionen gibt es das nicht. Da muss man sich drum kümmern, dass man überlebt und vorwärts kommt. Das beruhigt die Gedanken und diese innere Ruhe macht mich glücklich. Daneben sind es die Begegnungen am Wegesrand und die Vielfältigkeit unseres Planeten, welche ich sehen darf. Es gibt unendlich viel zu entdecken.

EEL: Wie motivierst Du Dich?

Gerhard Czerner:

Kurz gesagt ist es wohl Neugierde. Ich schätze es sehr Neues zu erfahren und mit einem anderen Blick wieder heim zu kehren. Oft nehme ich die Dinge zuhause nach einer intensiver Reise völlig anders war. Auch entdecke ich an und in mir Neues, wenn ich mich außerhalb meiner Komfortzone bewege. Ich möchte mehr von der Welt kennen lernen, in welcher ich geboren bin. Das und noch viel mehr weckt meine Neugier und die motiviert mich immer wieder aufzubrechen.

EEL: Welche Pläne, Ziele und Träume hast Du?

Gerhard Czerner:

Ein Traum ist es, auch im hohen Alter noch gesund zu sein. Bis dahin möchte ich noch viel von der Welt und mir entdecken. Mein Fahrrad wird mich hoffentlich die nächsten Jahre dabei noch begleiten. Wenn mir das zu anstrengend wird, lege ich es zur Seite. Bis dahin gehen mir die Ideen und Ziele sicher nicht aus.

EEL: Was wünscht Du Dir, was Menschen mitnehmen, die Deine Berichte lesen oder einen Vortrag von Dir hören?

Gerhard Czerner:

Noch gibt es nur sehr vereinzelt Vorträge über meine Reisen von mir. Vielleicht ändert sich das in Zukunft aber mal. Was die Menschen mitnehmen sollten? Gute Frage. Eines ist vielleicht die Schönheit der Regionen, um zu verstehen, dass es sich lohnt, unseren Planeten zu schützen und zu bewahren.

EEL: Lieber Gerhard, vielen Dank für das Interwiev!

Weitere Infos zu Gerhard findet Ihr hier

Bildquelle: Martin Bissig, Gerhard Czerner

7 einfache Tips, wie Du Stress vermeiden kannst

Neulich steckte ich wieder mal knietief drin: Das eine Fräulein wollte wissen, wie die Englisch-Hausaufgabe funktioniert. Das andere Fräulein mußte zum Training und wollte abends wieder abgeholt werden. Der Hund war scheinschwanger und fiepte mich dauernd an: „Nimm mich bitte auf den Schoß“. Auf dem Schreibtisch stapelten sich eine unfertige Hausarbeit, eine noch gar nicht angefangene Hausarbeit und zwei Bücher, die ich dringend für die Schule lesen wollte. Beim Wäschekorb ging der Deckel nicht mehr zu (zu voll!), im Kühlschrank war es hingegen zu leer (muß dringend einkaufen!), und die Wollmäuse unter dem Schrank hatten sich mit den Spinnweben auf dem Schrank zu einer lustigen Skulptur verbündet.

Stress und Überlastung führen zu völliger Erschöpfung

Kennt Ihr das? Dazu fehlt dann nur noch eine Erkältung oder ein verspannter Nacken (wahlweise bei den Fräuleins oder bei mir selbst) oder eine andere kleine große Katastrophe – und dann bin ich nur noch genervt. Mir ist alles zuviel und ich möchte am Liebsten auswandern oder auf einer einsamen Hütte sitzen. Bloß weg von dem ganzen Stress.

Was mir hilft in solchen Situationen? Das habe ich für Euch aufgeschrieben. Es gibt nämlich ein paar Erste-Hilfe-Strategien, die wirklich etwas bringen und die Dir helfen, erst mal wieder durchzuatmen. Was mich nämlich zusätzlich stresst, sind die ganzen „lebensverändernden“ Anti-Stress Empfehlungen in Form von Ratgebern, TV-Ereignissen, Büchern und DVDs. Geh‘ regelmäßig zum Yoga, iss vegan, mach dreimal die Woche mindestens Sport, buche ein Achtsamkeitsseminar, miste Deine Wohnung aus, mache ein Wellness-Wochenende…

Nicht das dies alles grundsätzlich nicht in Frage kommt. Nur mir ist jetzt gerade an diesem Tag alles zuviel und ich will keinen 9-wöchigen Kurs belegen. Schnelle Hilfe ist gefragt – los geht’s!

1. Nein sagen

„Möchtest Du nicht den Kuchen für den Senioren-Nachmittag backen? Du machst doch immer so tolle Sachen!“ – „Nein.“

„Kannst Du mir am Wochenende mal helfen, meine Sachen zu sortieren? Ich kriege das einfach nicht hin.“ – „Nein.“

„Also, wir schlagen Dich als Kassenwart/ Vorstandsfrau/Pressesprecherin/ Klassenvorstand/Schriftführer/ …vor. Das hast Du doch immer so super gemacht bisher!“ – „Nein.“

Es ist ganz einfach: Nein sagen. Vielen Menschen fällt es schwer, „Nein“ zu sagen. Du möchtest niemanden enttäuschen oder verletzen, und das Gefühl, gebraucht zu werden, ist ja per se auch nicht schlecht. Aber fürchtest Du vielleicht, nicht mehr geliebt zu werden, wenn Du Dich abgrenzt? Besonders begabte, kreative und perfektionistisch veranlagte Menschen laden sich gerne zuviel auf und merken gar nicht, dass sie immer weniger Zeit für die Dinge haben, die ihnen selbst wichtig sind.

Übe das Nein-Sagen. Am besten mal vor dem Spiegel ausprobieren, das funktioniert wirklich! Wahre Freunde haben Verständnis, wenn Du eine Verabredung absagst oder eine Aufgabe ablehnst. Diejenigen, die es nicht verstehen, sind auch keine wahren Freunde.

2. Öfter Pause machen

Mal ehrlich: Machst Du am Tag zwischendurch mal eine Pause? Einen kleinen Spaziergang, eine Tasse Tee oder einen Snack in der Cafeteria? Wie oft arbeitest Du durch, weil Dein Chef noch schnell eine Präsentation benötigt oder die Kollegin mal wieder ein Projekt vergessen hat, was Du jetzt retten mußt?

Regelmäßige Pausen geben Kraft und neue Energie. Besonders an der frischen Luft. Wer ungebremst von morgens bis Abends abgehetzt von Termin zu Termin rast, nicht regelmäßig isst (gerne morgens nur Kaffee oder gar nichts, den Tag über höchstens einen Sandwich und abends das volle Kühlschrank-Programm), gerät in Dauerstress, von dem sich der Körper kaum erholen kann.

Regelmäßig Pausen einplanen – einfach in den Kalender eintragen. Handy aus, Seele baumeln lassen.

Für alle Mamis gilt: Kinder mal ausleihen an Tante, Oma, Papa, Bruder…drei Stunden Therme/ Café/ Sauna/ Mädelsabend wirken Wunder. Und die Regel meiner alten Hebamme beachten: Schlafen, wenn das Baby schläft!

3. Eins nach dem Anderen

Immer wieder lese ich, das Multitasking eine tolle Sache ist. Das ist wirklich ein großartiges Gerücht. Du kannst nicht mehrere Dinge gleichzeitig machen. Man wird müde und erschöpft, und Du hast nichts richtig erledigt, sondern alles nur flüchtig.

Wenn Du lesen möchtest, dann lies. Wenn Du telefonieren möchtest, dann telefoniere. Und wenn Du essen möchtest, genieße den Geschmack Deines Menüs und konzentriere Dich nur auf das Essen.

4. Schenk Dir schöne Momente – nur für Dich

Wie oft nehmen wir uns vor, schöne Dinge zu tun, die wir lieben? Und ständig erzählen wir uns selbst, das wir ja schon lange dies tun wollten oder das geplant haben, aber leider haben wir dafür keine Zeit. Ein Besuch in der Sauna mit der Freundin, eine netter Abend mit Freunden, ins Theater gehen, einen Tango-Kurs besuchen…

Trag‘ Dir diese Termine in den Kalender ein und verschiebe sie nicht. Lade Freunde ein und koche mit ihnen zusammen. Kauf die Tickets für Theater und Kino. Frag die Freundin, ob sie in die Sauna mitkommt, und dann macht ihr einen fixen Termin aus.

Warum immer nur die unangenehmen Termine im Kalender festhalten: Zahnarzt, Steuerberater, Besprechung mit xy…

Meine „schönen“ Termine verziere ich immer mit Blümchen oder kleinen Zeichnungen (vermutlich hatte ich schon ein Bullet Journal, bevor wir alle wußten, was das ist!). Dann freue ich mich um so mehr drauf.

5. Kurze Meditation

Durchatmen – sich auf den Moment konzentrieren. Gar nicht einfach, wenn hier das Baby schreit, da die Wäsche wartet oder das Schulkind Mittagessen möchte. Vielleicht stappeln sich die Mails im PC-Eingang, der Chef drängelt und Du willst abends unbedingt noch ins Fitness-Studio.

So manchen überrollt dann auch mal eine Panikattacke, und man weiß gar nicht mehr, wie man alles schaffen soll. Einatmen, ausatmen. Tiefe Atemzüge helfen, sich wieder zu sammeln und zu schauen, was ist wirklich wichtig, jetzt im Moment. Sehr hilfreich ist es, sich fünf Minuten auszuklinken. Augen schließen und sich nur auf das Atmen konzentrieren.

6. Eine Nacht drüber schlafen

Gelegentlich zerrt alles an Dir und Du brauchst etwas Abstand. Dauernd soll man sich entscheiden oder ein neues Projekt in Angriff nehmen. Du denkst, Du mußt funktionieren. Jetzt gleich und sofort.

Bitte um Zeit und Abstand. Das kann eine Nacht sein oder länger, so lange wie Du eben brauchst. Ausgleich findet man beispielsweise im Sport oder bei einem Spaziergang. Ich laufe sehr gerne lange mit dem Hund oder mache Wandertouren in der Natur, das pustet den Kopf frei.

Mit etwas Abstand klären sich die Dinge.

7. Weg mit Gewohnheiten, die uns nicht gut tun

Du checkst alle fünf Minuten Dein Handy? Abends kannst Du ohne zwei Gläser Wein nicht einschlafen? Du rufst immer eine Bekannte an, die Dir ständig nur vorjammert, wie schlecht es ihr geht? Du hast ein schlechtes Gewissen, weil Du dies und jenes wieder nicht geschafft/ entsorgt/ besprochen/ erledigt hast? Weg damit.

Du entscheidest, was Dir gut tut. Du tust es nicht für Deinen Partner, für Deinen Chef und nicht für Deine Kinder. Du tust es für Dich allein. Glück ist eine Entscheidung. Möchtest Du mehr glückliche Momente im Leben haben oder mehr stressige, unangenehme Erfahrungen sammeln?

Das klingt etwas anstrengend, alte Gewohnheiten abzulegen, aber es lohnt sich.

Wenn das Leben eine Karusselfahrt ist, dann bedenke: Wir haben nur diese eine Fahrt. Es gibt keine Proberunde.

Mach‘ das Projekt, wofür Dein Herz brennt. Liebe den Menschen, der Dich verdient. Kämpfe für das, was Dir wichtig ist. Genieße die Augenblicke, die Du Dir schaffst.

Alles Liebe,

Claudia



Postergalerie leicht gemacht

Ich liebe schnelle und einfache Dekorationswechsel. Nichts geht schneller als eine neue Wanddeko, die wirklich jeder hinkriegt. Dazu benötigt Ihr:

  • Wechselrahmen Eurer Wahl (ich habe mich für den Rahmen „Fiskbo“ von IKEA entschieden, und zwar in der Größe 21 x 30 cm, schlicht weiß)
  • Seiten aus Modezeitschriften, alte Kalenderblätter, Kinderzeichnungen, eigene Zeichnungen, Seiten mit floralen Motiven aus alten Büchern über Pflanzen…
  • Feste Unterlage zum Zuschneiden
  • Cutter
  • Metall Lineal/ Schneidemaschine

Ich habe mir Kalenderblätter aus einem alten Kalender ausgesucht. Die Möglichkeiten sind wirklich unbegrenzt – ob alte Comicseiten, chinesische Zeitungen, Filmplakate oder Titelbilder einer Zeitschrift – hauptsache schon fertig. Fotos gehen natürlich auch, aber die muß ich ja erst mal aus dem Handy oder von der Kamera auf Fotopapier bannen. Fotos haben auch irgendwie alle an der Wand! Aber eine kleine Austellung mit ungewöhnlichen Motiven ist spannend und macht was her – ich kann mit Farben spielen und das Ganze sehr bunt gestalten. Oder ich bleibe schlicht schwarz-weiß. Und bei Bedarf kann ich die Bilder einfach blitzschnell wieder austauschen.

Und so geht es:

  • Ausgewählte Papiere auf die Maße des Rahmens zuschneiden, falls nötig
  • Einrahmen
  • Aufhängen oder Anlehnen, z.B. auf Bilderleisten oder auf Regalbrettern

Sehr schön wirken Gruppen aus drei oder fünf gleichgroßen Bildern nebeneinander. Aber auch große und kleine Rahmen gemischt ergeben eine spannende Kombination.

Probiert es aus – Viel Spaß beim Umsetzen!

Alles Liebe,

Claudia